Start Magazin Cloudfogger verschlüsselt Ihre Cloud

Cloudfogger verschlüsselt Ihre Cloud

Wer heutzutage Daten mitnehmen möchte, lässt den USB-Stick zu hause und speichert seine Daten in der Cloud. Doch wie sicher sind Ihre privaten Daten dort? Eigentlich kann jeder mitlesen, der Cloudfogger möchte Ihnen helfen Ihre Daten vor fremden Einblicken zu schützen.

In der Mai-Ausgabe der Android User hatten wir Ihnen verschiedene Cloud-Speicherdienste im Vergleich vorgestellt [1] und auch die entsprechenden Android-Apps bewertet. Was uns – und auch viele kritische User – im Test gestört hat, ist der mangelhafte Datenschutz fast aller Cloudspeicher-Anbieter. Nur Wuala verschlüsselt Ihre Daten mit Ihrem eigenen Schlüssel, so dass auch wirklich nur Sie selber Zugriff auf die von Ihnen hochgeladenen Daten haben. Bei den anderen Anbietern könnten Administratoren, Polizeibehörden oder andere Dritte mit den entsprechenden Rechten auf Ihre Daten zugreifen, da Sie nicht die volle Kontrolle über den zur Verschlüsselung genutzten Key besitzen.

Sensible oder vertrauliche Daten sollten daher erst gar nicht in der Cloud landen oder zumindest von Ihnen vor dem Upload selber verschlüsselt werden, nur so verwehren Sie Dritten zuverlässig Einblicke in Ihre Privatsphäre. Allerdings leidet darunter der Komfort, der die Cloud-Dienste ja eigentlich erst so beliebt macht. Das Ver- und Entschlüsseln erfordert zusätzlichen Aufwand und Zeit, daher muss eine Verschlüsselungs-Lösung so bequem wie möglich gestaltet werden, sonst wird sie langfristig doch wieder nicht genutzt. Entsprechende Apps muss es zudem unter allen gängigen Systemen geben, sonst werden die Daten zwar abgeglichen, dank der Verschlüsselung ist das Öffnen und Bearbeiten jedoch nicht mehr möglich.

Cloudfogger

Darauf aufbauend stellte der Beitrag "Verschlüsselung für Ihr Handy und die Cloud" [2] aus dem Sicherheits-Schwerpunkt der Ausgabe 06/2012 zahlreiche Methoden vor, Daten auf Ihrem Handy und in der Cloud zu verschlüsseln, ohne dass sie große Einbussen in Sachen Komfort hinnehmen müssen.

Ein neuer Dienst, den wir in dem Beitrag damals noch nicht berücksichtigen konnten, stammt aus dem beschaulichen Göppingen. Das Startup Cloudfogger [3] bietet sein Programm bislang für Windows und Android an, es soll Ihre Daten transparent bei verschieden Cloud-Anbietern wie Microsofts Skydrive, Google Drive und natürlich auch Dropbox verschlüsseln, Apps für iOS und Mac OS X sollen später noch folgen.

Abbildung 1: Ein eigenen Account bei Cloudfogger ist nicht zwingend notwendig.
Abbildung 1: Ein eigenen Account bei Cloudfogger ist nicht zwingend notwendig.

Abbildung 2: Cloudfogger verschlüsselt alle Inhalte, die im Ordner X gespeichert werden.
Abbildung 2: Cloudfogger verschlüsselt alle Inhalte, die im Ordner X gespeichert werden.

Die Installation unter Windows läuft intuitiv, wer möchte kann einfach immer nur auf Weiter klicken, bis das Programm fertig installiert ist. Beim ersten Start fragt Sie der Einrichtungsassistent, ob Sie einen Account bei Cloudfogger erzeugen möchte, für die wichtigsten Funktionen ist dieser jedoch nicht nötig, die Frage können Sie also auch getrost überspringen.

Anschließend wird ein virtuelles Laufwerk im Windows-System angelegt. Alles, was Sie hier abspeichern wird automatisch verschlüsselt und dann im Dropbox-Ordner zum Upload in die Cloud abgespeichert. So merken Sie unter Windows gar nicht, dass Sie mit verschlüsselten Daten arbeitet, die Verschlüsselung erfolgt transparent im Hintergrund. Im Prinzip funktioniert Cloudfogger mit jedem Cloud-Speicherdienst, der Daten aus einem speziellen Verzeichnis synchronisieren kann.

Android-App

Die Android-App [4] zu Cloudfogger finden Sie wie gewohnt im Google Play Store, Sie lässt sich bislang kostenlos installieren und blendet auch keine Werbung ein. Etwas verwirrend ist die Abfrage nach dem Start der App zu Ihren Cloudfogger-Zugangsdaten. Während der Windows-Installation können Sie auf auf einen Cloudfogger-Account verzichten und nur ein Schlüssel für die Verschlüsselung eingegeben, wie gelangen Sie nun an Ihre Cloudfogger-ID? Die Lösung bringt ein Blick in die Einstellungen der Windows-Anwendung, hier finden Sie Ihre automatisch erzeugte Cloudfogger-ID, die Sie nun auch in die App übertragen können.

Abbildung 3: Die Cloudfogger-ID finden Sie in den Einstellungen der Windows-Anwendung.
Abbildung 3: Die Cloudfogger-ID finden Sie in den Einstellungen der Windows-Anwendung.

Anschließend ist die Installation der App abgeschlossen, Sie können die Anwendung auch in Zukunft links liegen lassen. Die Android-App verknüpft sich automatisch mit cfog-Dateien, also mit den von Cloudfogger verschlüsselten Dateien, die sich dann direkt mit der jeweiligen Anwendung öffnen lassen. So haben Sie trotz der Verschlüsselung direkten Zugriff auf alle wichtigen Dateien.

Abbildung 4: Cloudfogger arbeitet hauptsächlich im Hintergrund, die App dient nur zum Eintragen der Zugangsdaten.
Abbildung 4: Cloudfogger arbeitet hauptsächlich im Hintergrund, die App dient nur zum Eintragen der Zugangsdaten.

Abbildung 5: Die Verschlüsselungs-App verknüpft sich mit der cfog-Dateien, die dann automatisch entschlüsselt werden.
Abbildung 5: Die Verschlüsselungs-App verknüpft sich mit der cfog-Dateien, die dann automatisch entschlüsselt werden.

Allerdings läuft der Zugriff bislang nur in eine Richtung. Öffnet man etwa eine mit Cloudfogger verschlüsselte Textdatei über Dropbox, so lassen sich die Inhalte der Datei mit einem Texteditor lesen. Ändern Sie allerdings jetzt etwas und speichern die Datei wieder, so wird nur die temporär entschlüsselte Datei gespeichert, ein Abgleich mit Dropbox erfolgt bislang leider noch nicht.

Fazit

Ohne Client-seitige Verschlüsselung geänderter Dateien fährt Cloudfogger leider nur die halbe Miete ein. Wer einfach nur seine verschlüsselten Daten öffnen möchte, um etwa Passwörter oder Zugangsdaten immer zur Hand zu haben, der fährt mit dem Cloudfogger natürlich ganz gut. Sobald man aber einmal vom Handy aus seine verschlüsselten Daten direkt auf dem Smartphone bearbeiten möchte, spürt man die Grenzen der App.

Auch das Fehlen von für iOS-Geräte, MacOS X oder Linux mindert spürbar den Komfort. Cloud-Speicherdienste sind gerade dann extrem praktisch, wenn man mehrere Geräte mit unterschiedlichen Systemen miteinander vernetzten möchte, ohne auf herstellerspezifische Lösungen angewiesen zu sein. Solange Cloudfogger jedoch nur unter Windows und Android läuft (Stand Juni 2012), bleibt die Verschlüsselungs-App daher leider auch nur eine Insel-Lösung für eine begrenzte Anzahl an Usern.

Alternativen wie etwa der BoxCryptor [5] sind hier deutlich weiter. Dank offener Standards funktioniert der BoxCryptor auf allen gängigen Systemen, selbst wenn die Plattform wie Linux nicht offiziell unterstützt wird. Zudem verschlüsselt die mobile App in der bezahlten Version auch auf dem Handy Ihre Daten, so dass Sie Ihre Unterlagen auch auf dem Handy bearbeiten können. Der Cloudfogger muss daher noch einige Briketts nachlegen, um etablierten Lösungen das Wasser reichen zu können.

Infos

  1. Cloud-Speicherdienste im Vergleich: Christoph Langner, "Ihr Platz in der Wolke", Android User 05/2012, S. 60, http://www.android-user.de/Magazin/Archiv/2012/05/Cloud-Speicherdienste-im-Vergleich
  2. Verschlüsselung für Ihr Handy und die Cloud: Sven Rohweder, "Ihr Platz in der Wolke", Android User 06/2012, S. 16, http://www.android-user.de/Magazin/Archiv/2012/06/Verschluesselung-fuer-Ihr-Handy-und-die-Cloud
  3. Cloudfogger: http://www.cloudfogger.com/de/
  4. Cloudfogger im Google Play Store: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.cloudfogger.cf
  5. BoxCryptor: https://play.google.com/store/search?q=boxcryptor&c=apps

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here