Start Im Test Chromecast-Dongle durch CheapCast-App ersetzen

Chromecast-Dongle durch CheapCast-App ersetzen

Den Chromecast-Dongle kann man hierzulande bisher nur über Amazon aus den USA bestellen. Mit der App CheapCast gibt es aber eine recht einfache Möglichkeit, YouTube und Google Play Music im Chromecast-Stil zu benutzen. Das funktioniert nicht nur recht gut sondern ist dazu auch noch gratis.

Bei CheapCast [1] handelt es sich um eine App, die aus jedem Android-Gerät ein Chromecast-Gerät macht. Wer ein altes Android-Handy mit HDMI-Ausgang besitzt, kann dieses zum Beispiel an einem großen TV-Gerät anschließen und über ein zweites Handy Videos bei YouTube abspielen. Oder man schließt ein 70-Euro-Android-Handy per 3,5-mm-Klinke an die Stereoanlage an, um dann die Musik via Google Play Music darauf zu steuern. Das dürften die praktischsten Einsatzszenarien sein, es gibt aber noch weitere. Alternativ kann man auch aus dem Chrome-Browser heraus direkt Inhalte auf das Chromecast-Gerät streamen oder einen Windows oder Linux-Rechner als Chromecast-Server einrichten. Wie das funktioniert, erklärt eine sehr ausführliche Artikelserie von Günter Born auf borncity.de [2].

CheapCast gibt es bei Google Play gratis zum Download. Die App bekommt regelmäßig Updates (das jüngste stammt vom 10. Spetember) und ist aktuell benutzbar, wenn auch noch als Beta-Version gekennzeichnet. Zu den unterstützten Diensten gehören YouTube und Google Play Music. Nach der Installation und dem Start von CheapCast erscheint der Hauptdialog der App. Hier müssen Sie lediglich oben rechts auf Start Service tippen. Wenn Sie möchten, können Sie über Friendly name noch den angezeigten Namen des Geräts ändern. In der Grundeinstellung lautet dieser CheapCast_Android-Gerätename.

Abbildung 1: Die Einstellungen von CheapCast sind recht überschaubar. Oben rechts finden Sie die wichtigsten Buttons.
Abbildung 1: Die Einstellungen von CheapCast sind recht überschaubar. Oben rechts finden Sie die wichtigsten Buttons.

Starten Sie nun die YouTube-App oder Play Music auf einem beliebigen zweiten Andorid-Gerät im gleichen WLAN, dann erscheint oben neu der Cast-Button. (Bei der neuen YouTube-App erscheint sogar ein entsprechender Hinweis.) Ein Klick darauf, zeigt den Dialog Connect to device mit den verfügbaren Cast-Geräten an.

Abbildung 2: In der neuen YouTube-App erscheint automatisch dieser Hinweis, wenn sich Cast-fähige Geräte im Netz befinden.
Abbildung 2: In der neuen YouTube-App erscheint automatisch dieser Hinweis, wenn sich Cast-fähige Geräte im Netz befinden.

Abbildung 3: Google Play Music mit einer aktiven Cast-Session (erkennbar am blauen Icon).
Abbildung 3: Google Play Music mit einer aktiven Cast-Session (erkennbar am blauen Icon).

Tippen Sie hier einfach den gefundenen Eintrag an. Anschließend erscheint auf dem Chromecast-Server das Vollbild "Ready to listen" (Play Music) oder "Bereit zur Wiedergabe" bei YouTube. Starten Sie nun das Playback auf dem Client: Bild und Ton werden nun auf dem CheapCast-Server abgespielt.

Abbildung 4: Erscheint dieser Bildschirm auf dem "Server" dann können Sie die Wiedergabe starten.
Abbildung 4: Erscheint dieser Bildschirm auf dem "Server" dann können Sie die Wiedergabe starten.

Abbildung 5: Seit kurzem unterstützt CheapCast auch die Lautstärkeregelung.
Abbildung 5: Seit kurzem unterstützt CheapCast auch die Lautstärkeregelung.

Einschränkungen

Wie bei den meisten Streaming-Lösungen, die ursprünglich für Video konzipiert wurden, gibt es auch hier das Problem, dass das Display ständig aktiv sein muss. Haben Sie also ein Handy oder Tablet via HDMI an einen Fernseher angeschlossen und steuern das Ganze via Android-Handy, dann sind im Prinzip drei Geräte aktiv. Lediglich beim steuernden Client können Sie das Display aus machen. Das gilt leider auch für Audio-Dateien. Ohne aktives Display erfolgt keine Soundausgabe. Hier soll jedoch schon bald ein Update der YouTube-App für Besserung sorgen, sodass Sie auch ohne Bild Musik hören können.

In Google Play Music können Sie nur Songs aus Ihrer Sammlung in der Cloud streamen. Ausgenommen sind also zum Beispiel lokale Dateien, die Play Music nicht kennt. Diese Beschränkung liegt aber an Play Music, nicht an CheapCast. Theoretisch funktioniert CheapCast auch mit Google Play Movies, in der Praxis scheitert der Support aber an DRM-Mechanismen. Laut CheapCast-Entwickler Sebastian Mauer wird sich daran in naher Zukunft auch kaum etwas ändern.

Abbildung 6: Bis hierhin und nicht mehr weiter: Filme lassen sich über die CheapCast-Lösung nicht wiedergeben.
Abbildung 6: Bis hierhin und nicht mehr weiter: Filme lassen sich über die CheapCast-Lösung nicht wiedergeben.

Nach der Auswahl des Cast-Servers müssen Sie die Wiedergabe recht zügig starten, sonst bricht das Streaming ab. Das Transformer-Tablet via CheapCast aus dem Stand-By zu wecken, gelang uns in den Tests nicht. Auf dem Client kann man zwar die Wiedergabe starten und das Cast-Gerät auswählen, auf dem Testgerät bleibt der Bildschirm jedoch dunkel und es gibt auch keine Audioausgabe. Mit dem Original-Dongle von Google gibt es keine solchen Probleme. In unseren Tests kam es zudem ab und zu zu einem Timeout und Verbindungsabbruch nach ein paar Minuten.

Fazit

CheapCast ist gratis und die App einmal auszuprobieren, schadet nicht. Das Einsatzszenario ist aktuell noch recht eingeschränkt, was am mangelnden Support durch weitere Apps liegt. Wirklich interessant wird die App erst dann, wenn Sie auch das lokale Streaming unterstützt. Dann ergeben sich gleich auch viel mehr Möglichkeiten, etwa um Urlaubsvideos und -fotos anzuschauen oder beliebige andere Inhalte auf einem zweiten Display anzuzeigen.


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