Start Aktuell Bloatware auf südkoreanischen Handys muss in Zukunft deinstallierbar sein

Bloatware auf südkoreanischen Handys muss in Zukunft deinstallierbar sein

Kennen Sie das? Sie packen Ihr neues Handy aus, schalten es an, tragen Ihren Account ein — und finden gleich herstellerspezifische App- und Video-Stores, Facebook oder eine Hotelsuch-App usw. auf dem Gerät. Brauchen tun Sie diese Apps nicht, deinstallieren lässt sich diese "Bloatware" aber allzu oft auch nicht. In Südkorea müssen die Handy-Hersteller ab April darauf achten, dass der Großteil der vorinstallierten Software deinstallierbar ist.

In einer Pressemitteilung des südkoreanischen Ministeriums für Wissenschaft, Informations- und Kommunikationstechnik und "Future Planning" heißt es, dass diese neue Richtlinie eine Praxis unterbinden soll, die für den Verbraucher eine Belästigung darstellt und die auch den Wettbewerb zwischen den Handy-Herstellern behindert. Die Maßnahme soll zudem dazu beitragen, dass dem User mehr Speicherplatz auf dem Handy für eigene Apps und Daten bleibt und zudem die Akkulaufzeit verlängert.

In Zukunft müssen alle zusätzlichen Anwendungen auf in Südkorea vertriebenen Smartphones und Tablets deinstallierbar sein. Fest in der Firmware verankert dürfen nur noch Apps verbleiben, die für den Aufbau von WLAN/Daten-Verbindungen und NFC verantwortlich sind, mit deren Hilfe der Anbieter Support leisten kann, oder auch App-Stores — ob nun der Google Play Store oder auch solche vom Hersteller selber. Alle anderen Apps muss der User vom Handy löschen können.

Oft lassen sich vorinstallierte Apps höchsten deaktivieren, sie komplett zu löschen ist nicht möglich.
Oft lassen sich vorinstallierte Apps höchsten deaktivieren, sie komplett zu löschen ist nicht möglich.

Generell scheint in Südkorea diese Maßnahme noch viel nötiger zu sein, als hier in Deutschland. Während man sich hierzulande damit abfinden muss, dass etwa beim Samsung Galaxy S4 nur um die 9 von 16 GByte Speicher frei für Apps und Daten des Users sind, zählt die südkoreanische Presseagentur Yonhap News auf, dass auf dem von SK Telecom gebrandeten S4 bereits 80 Apps vorinstalliert sind. 25 stammen vom Mobilfunkanbieter, 39 von Hersteller Samsung und 16 von Google. Entsprechend der Richtline muss nun mindestens die Hälfte dieser Apps deinstallierbar sein.

Aber auch hierzulande müsste es eigentlich eine Regelung in dieser Art geben. Viele Hersteller benötigen für das System und ihre vorinstallierten Apps etwa 5 bis 6 GByte Speicher. Eine erst kürzlich veröffentlichte Infografik zum freien Speicher auf verschiedenen 16-Gbyte-Geräten, verdeutlicht diesen Punkt. Neben Herstellereigenen Oberflächenerweiterungen wie TouchWiz oder Sense, verstopften eigene Video- und Musik-Shops, aber auch andere "Crap- und Bloatware" die Geräte — allzu oft lässt sich diese auch auf in Deutschland gekauften Geräten nicht deinstallieren.

Quelle: ZDNet

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