Start Magazin Bildschirmtastatur für Konsolen-Ritter

Bildschirmtastatur für Konsolen-Ritter

Power-User mit Linux-Hintergrund arbeiten gerne mit SSH auf ihren Servern. Die Android-Tastatur setzt hier allerdings enge Grenzen. Sonderzeichen oder gar Tastenkombinationen wie Strg+C lassen sich nur mühsam eingeben. Das Hacker’s Keyboard bietet sich für diesen Fall als mächtige Alternative an.

Ein Android-Handy oder -Tablet ist ein vielseitiges Werkzeug für IT-Profis, neben vielen speziellen Tools für Computerprofis gibt es natürlich auch zahlreiche Werkzeuge für das Schweizer Taschenmesser der Linux-Enthusiasten SSH. Allerdings macht hier die Tastatur das Leben der Linuxer schwer. Wie soll man denn ein Strg+C eingeben oder die Funktionstasten F1, F2, etc über die Android-Tastatur antippen? Die alternative Android-Tastatur Hacker’s Keyboard [1] hilft hier weiter.

Das Hacker’s Keyboard bringt eine vollständige fünf Reihen hohe Tastatur auf Ihren Androiden. So können Sie Steuerzeichen und Kommandos deutlich leichter in ihr Terminal hacken, als mit der herkömmlichen Android-Tastatur Auch die Cursortasten erleichtern deutlich die Arbeit mit einer SSH-Shell, da sie mit ihnen schnell wieder Befehle aus dem Verlauf hochholen und korrigieren können.

Abbildung 1: Im Hochformat werden die zusätzlichen Tasten platzsparend ausgeblendet.
Abbildung 1: Im Hochformat werden die zusätzlichen Tasten platzsparend ausgeblendet.

Um im Hochformat Platz zu sparen, blendet das Hacker’s Keyboard die vollständige Tastatur nur im Querformat ein. Für das Tippen einer SMS oder einer kurzen Mail reich diese Darstellung absolut aus. Außerdem hat sie den Vorteil, dass beim einhändigen Bedienen des Handys mit dem Daumen die Tasten groß genug bleiben.

Praktisch ist auch der Wechsel von einem Tastatur-Layout in das Andere. Wenn Sie zum Beispiel ganz gerne für das Terminal eine englische Tastenbelegung verwenden, dann wechseln Sie mit einem Wisch über die Leertaste die Belegung zwischen den von Ihnen in den Einstellung aktivieren Layouts. Um dann für das Schreiben einer SMS wieder eine deutschsprachige Belegung zu bekommen, reicht ein erneuter Wisch aus.

Abbildung 2: Hacker's Keyboard, ConnectBot und ein Linux-Rechner über SSH
Abbildung 2: Hacker’s Keyboard, ConnectBot und ein Linux-Rechner über SSH

Manche "graphische" Tools für das Linux-Terminal wie der Midnight Commander brauchen die Funktionstasten F1 bis F10, um Aktionen wie das Kopieren oder Verschieben von Dateien auszulösen. Über die Fn-Taste des Hacker’s Keyboard blenden Sie eine weitere Ebene eine, über die Sie auch diese Tasten nutzen können. Dort finden Sie dann auch PageUp, PageDown oder gar die für Administratoren so wichtige SysRq-Taste.

Abbildung 3: Die Funktionstasten sind besonders für htop oder mc praktisch.
Abbildung 3: Die Funktionstasten sind besonders für htop oder mc praktisch.

Anwender, die einfach nur Chats, Mails oder SMS schreiben möchten, sind wahrscheinlich mit den Android-Keyboard oder auch die üblichen Alternativen wie SwiftKey und Co. ausreichend gut beraten, das Hacker’s Keyboard bietet diesen Anwender keinen großen Vorteil.

Wer jedoch öfters mal per SSH von unterwegs auf einen Server zugreifen muss, oder auch mal in einem Editor Quelltext oder gar LaTeX eingeben möchte, für den ist das Hacker’s Keyboard ein mächtiges Werkzeug. Dank der Reduzierung der Tasten im Hochformat stört der Umfang der Tastatur im Alltag nicht, kommt es aber auf vielfältige Eingabemöglichkeiten an, dann reicht eine Drehung, und schon ist jedes Sonderzeichnen schnell zur Hand.

Das Hacker’s Keyboard lässt sich kostenlos aus dem Market installieren, für Wortvorschläge empfiehlt sich zusätzlich die Installation des deutschsprachige Wörterbuchs [2]. Weitere Sprachen, von Arabisch bis Ukrainisch, finden sich ebenfalls im Market. Das gesamte Projekt wird als Open-Source entwickelt [3] und steht unter der recht frei gestalteten Apache-Lizenz.

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