Start Apps Benachrichtigungen bei ausgeschaltetem Display im iPhone-Stil unter Android nutzen

Benachrichtigungen bei ausgeschaltetem Display im iPhone-Stil unter Android nutzen

Benachrichtigungen auch bei ausgeschaltetem Display zu erhalten, kann ganz schön praktisch sein. Man muss das Handy dann nicht jedes Mal in die Hand nehmen, um zu sehen, wer gerade was geschrieben hat. Unter Android ist dieses Feature von Haus aus nicht vorgesehen. Wir zeigen, mit welchen Apps Sie nachhelfen.

Sie sind frisch vom iPhone umgestiegen, Ihr Handy hat keine Benachrichtigungs-LED, oder Sie wünschen sich Benachrichtigungen auf dem Display aus einem anderen Grund? Dann sind Sie bei diesem Artikel genau richtig. Bis jetzt gibt es nur ein einziges Android-Smartphone, dass auf dem Display ohne Entsperren anzeigt, was gerade vor sich geht: Das Moto X von Motorola. Doch das Moto X gibt es hierzulande nicht, und somit muss eine alternative Lösung herhalten, in Form einer App. Dieser Artikel stellt die zwei besten Lösungen vor.

Knock²+ V2 // Notifications

Knock²+ gibt es einer Gratisversion und als Kauf-App für 1,49 Euro. Die gratis Lite-Version verfügt über sämtliche Features der Vollversion, erlaubt die Benachrichtigungen aber nur für die vorinstallierten System-Apps (inklusive Gmail). Zudem sind die Benachrichtigungen via Blitzlicht deaktiviert. Möchten Sie Knock²+ mit Facebook oder WhatsApp zusammen einsetzen oder benötigen Sie die leuchtstarken Blitzeffekte, dann kommen Sie um den Kauf der App nicht herum.

Nach dem ersten Start müssen Sie der App zunächst die Berechtigung erteilen, auf sämtliche Benachrichtigungen zuzugreifen. Das klappt per Fingertip praktisch aus der App heraus. Achten Sie darauf, bei den Eingabehilfen tatsächlich Knock²+ zu aktivieren und nicht etwa den TalkBack-Service von Samsung oder HTC. Sonst erhalten Sie jede Meldung vorgesprochen. Den entsprechenden Sicherheitshinweis sollten Sie ernst nehmen, Knock² ist aber keine böswillige App.  Nach abgeschlossenem Setup passiert erst einmal gar nichts, da Knock²+ mit einer Whitelist arbeitet. Das Tool zeigt also nur von den Apps Benachrichtigungen an, die Sie explizit freischalten. 





Knock²+ muss unter den Eingabehilfen zunächst aktiviert werden.





Je nach App zeigt Knock²+ mehr Text an oder weniger. Das hängt davon ab, wie viel Text die App für die Benachrichtigung freigibt.

Im Praxistest zeigt Knock²+ zwar sehr viele Features und Einstellungsmöglichkeiten, der Nutzen der App ist aber eher beschränkt. So zeigt das Tool bei neuen E-Mails nur die Anzahl der Mails an, nicht wer diese geschrieben hat. Lediglich bei nur einer E-Mail sehen Sie den Absender. Nachrichtentext oder den Betreff können Sie aber nicht lesen. Bei Chat-Meldungen erhalten Sie je nach App deutlich mehr Informationen, bei Hangouts oder WhatsApp auch den kompletten Text. In unseren Tests gelang es allerdings nicht den Lock-Screen zu deaktivieren, obwohl die App über einen entsprechenden Menüeintrag verfügt.





Beliebte Apps wie WhatsApp sind nur in der Kaufversion enthalten.

Etwas umständlich fanden wir auch die Handhabung mit kurz antippen und lange gedrückt halten. Wer beim kurz Antippen den Finger etwas zu lange auf dem Display lässt, öffnet damit die App.

Knock²+ herunterladen

Dynamic Notifications

Eine sehr ähnliche Funktionaliät aber mit feinen Unterschieden bietet die App Dynamic Notifications. Auch davon gibt es eine gratis Version mit leicht eingeschränktem Funktionsumfang und eine Bezahlvariante. Die Bezahlversion erreichen Sie aber nur via In-App-Payment, sodass das Rückgaberecht wegfällt. Zu den Premiumfunktionen von Dynamic Notifications gehören die Benachrichtigungen nach Zeitplan, wiederkehrende Benachrichtigungen und individuelle Wischgesten für den Sperrbildschirm.

Auch bei dieser App müssen Sie zunächst in den Einstellungen Dynamic Notifications als Eingabehilfe einrichten und den Warnhinweis bestätigen. Anschließend ist die App Einsatzbereit. Im Unterschied zu Knock²+ arbeitet Dynamic Notifications mit einer Blacklist. Es erscheinen also sämtliche Benachrichtigungen auf dem Display, wenn Sie nicht welche explizit ausschalten. Dazu wechseln Sie zu Ausgeschlossene Apps bearbeiten. Möchten Sie lieber eine Whitelist nutzen, dann markieren Sie die Checkbox "Alle Apps erlauben" und entfernen den Haken bei der Checkbox gleich wieder. Damit sind alle Einträge von der Liste gelöscht. Neu installierte Apps landen automatisch in der Liste.





Bei Gmail sehen Sie lediglich, wer der Absender der E-Mail ist, keine weiteren Infos.





In der Grundeinstellung dürfen sämtliche Apps Benachrichtigungen auf dem Display platzieren.

Dynamic Notifications arbeitet mit einfarbigen Symbolen anstelle der Standard-Icons und erscheint deutlich weniger aufdringlich als Knock²+. Das kann von Vorteil sein, andererseits übersehen Sie eventuell eine Benachrichtigung leichter. Das Design der App ist etwas weniger schön und sie bringt deutlich weniger Einstellungsmöglichkeiten mit, erfülllt aber ihren Zweck genauso gut, wie wir finden. Zudem unterstützt die App auch in der Gratisversion Anwendungen von Drittanbietern (nicht nur die System-Apps). Sind sie also auf der Suche nach der besten günstigen Lösung, dann ist Dynamic Notifications die bessere Wahl.

Dynamic Notifications herunterladen

Alternativ zu den hier vorgestellten Lösungen gibt es ein paar Apps, die diese Funktionalität als Lockscreen-Widget bieten (zum Beispiel Nils). Sie erhalten dann zwar keine Meldung auf dem Display, aber dafür gleich alle Infos auf dem Lockscreen, sobald Sie das Display einschalten. Der Umweg über den Lockscreen hat auch den Vorteil, dass er weniger Strom benötigt, als die direkten Meldungen auf dem Display. Diese können je nach Display und Häufigkeit der Meldungen recht stark am Akku ziehen.

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