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Beamen ohne NFC mit Bump

Einfaches Sharing von Fotos, Dateien, Apps, Kontakten sowie einer eigenen Visitenkarte durch das Aneinanderstoßen zweier Smartphones? Ob die Android Anwendung „Bump“ dieses Versprechen auch wirklich halten kann, lesen Sie in diesem Test.

Voraussetzung dafür, dass Sie mit Bump [1] überhaupt etwas teilen können, ist auf jeden Fall eine Internetverbindung und am besten auch GPS, das beim ersten Mal zur Standortermittlung verfügbar sein muss. Beim Anstoßen der Geräte finden diese durch die Ortsbestimmung Ihren Partner und verbinden sich via Internet. Diese Technik hat Vor- und Nachteile. So ist die zwingende Datenverbindung in Gebieten mit schlechter Netzabdeckung hinderlich und kann bei Netzlöchern auch zu einem vollständigen Ausfall von Bump führen. Allerdings müssen sich die Geräte nicht, wie bei Android Beam oder anderen durch NFC verursachten Verbindungen immer nebeneinander befinden. Nach dem initialen Stoß als Verbindungsstart können sich die Geräte beliebig weit voneinander entfernen ohne, dass dies den Austausch einschränkt.

Die Praxis

Das Werbeversprechen klingt toll! Doch wir wollten es auch testen. Nach dem Start der App wischen Sie à la Android 4.0 und im Holo-Stil durch die verschiedenen Reiter, die die unterschiedlichen zu teilenden Objekte darstellen. So erstellen Sie ganz links zum Beispiel eine Visitenkarte von sich und tauschen diese dann aus. Einmal angelegt lassen sich zum Beispiel so mit neuen Geschäftspartnern die auch Bump installiert haben, schnell und einfach Kontaktinformationen tauschen. Sogar die Profile bei Facebook, Twitter und LinkedIn lassen sich in dieses Userprofil eintragen und somit teilen.

Abbildung 1: Einmal eingerichtet lassen sich die Visitenkarten recht einfach teilen.
Abbildung 1: Einmal eingerichtet lassen sich die Visitenkarten recht einfach teilen.

Abbildung 2: In den Einstellungen legen Sie fest, ob Bump auf die eigenen Kontakte zugreifen darf.
Abbildung 2: In den Einstellungen legen Sie fest, ob Bump auf die eigenen Kontakte zugreifen darf.

Für Android-Apps gilt dies allerdings nicht in dem Umfang, wie die Aussage von Bump suggeriert, sondern es werden dem Gegenüber lediglich Links zu der entsprechenden Seite im Google Play Store gesendet. Ansonsten lassen sich Bilder nicht nur an ein anderes Smartphone versenden, sondern via Bump-Webseite auf einem Computer auch an einen Windows PC oder Mac. Dies hebt den Nutzungsfaktor in dieser Hinsicht um Einiges an.

Die grafische Oberfläche der Anwendung ist klar strukturiert und schnell bergriffen. Leider gab es in unseren Tests an verschiedenen Stellen Abstürze, so genannte Force Closes. In den Einstellungen lassen sich unter anderem Optionen zu den Benachrichtigungen, zum Zugriff von Bump auf die Google-Kontaktliste und zur Empfindlichkeit beim Bump-Kontakt vornehmen.

Abbildung 3: Im Unterschied zu Android Beam lassen sich via Bump beliebige Dateien übertragen.
Abbildung 3: Im Unterschied zu Android Beam lassen sich via Bump beliebige Dateien übertragen.

Abbildung 4: Neuerdings können Sie mit Bump auch Dateien vom Smartphone auf einen PC schicken.
Abbildung 4: Neuerdings können Sie mit Bump auch Dateien vom Smartphone auf einen PC schicken.

Die Infrastruktur

Wenn sich Ihr Austauschgerät in der Nähe befindet und Sie die zu teilenden Objekte markiert haben, stoßen Sie die beiden Geräte lediglich sanft an. Am besten funktioniert das, wenn beide Geräte flach auf dem Tisch liegen. Dann poppt ein Dialog auf, in welchem Sie gefragt werden, ob Sie mit dem anderen Gerät eine Verbindung aufbauen möchte. Bejahen Sie diese Abfrage. Das erscheinende Dialogfenster ist ab sofort die Übersichtzentrale zwischen sämtlichen "Tauschgeschäften" zwischen den beiden Geräten. Ab diesem Zeitpunkt funktioniert im Grunde alles ähnlich wie in Messaging-Diensten, etwa wie WhatsApp, Hike und Co. So können Sie ab sofort auch Dokumente dem Partner senden, wenn er nicht in der Nähe ist.

Das ganze nimmt – wie schon erwähnt – den Umweg über die Bump-Server und lässt sich vom Partner dann herunterladen. Die Uploadbegrenzung von 20 MByte macht das System für den Austausch größerer Dateien aber unbrauchbar.

Fazit

Bump ist kostenfrei im Google Play Store erhältlich und in einigen Anwendungsfällen eine echte Alternative für eingebaute Lösungen wie Android Beam (beziehungsweise bei Samsung S-Beam). Allerdings lässt sich der mögliche Rahmen der App nur voll ausschöpfen, wenn Sie in einem Gebiet wohnen, in dem Sie ständig Zugang zu schnellem und zuverlässigem Internet haben. Es dauert oft lange, bis die Dateien ausgetauscht wurden und mobil wird das Frei Volumen Ihres Vertrages entsprechend stark belastet. Für die Zukunft wünschen wir uns, dass Bump zusätzlich auch den Austausch via Wifi Direct unterstützt. Dieser Schritt würde viele neue Funktionen ermöglichen und den Prozess des Tauschens deutlich beschleunigen.

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