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Android-Smartphone T-Mobile Pulse im Test

© t-mobile.de

T-Mobile bietet für weniger als 200 Euro ein vertragsfreies Andoid-Smartphone an. Was es für dieses Budget bietet, zeigt der Test.

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Dieser Artikel stellt Ihnen das Android-Handy "Pulse" von T-Mobile vor.

Im Oktober letzten Jahres brachte T-Mobile das von der chinesischen Firma Huawei gefertigte Smartphone Pulse (Abbildung 1) auf den Markt. Der Einstandspreis ohne Vertrag belief sich damals auf 290 Euro, seitdem rutschten die Preise gewaltig und erreichten im August 2010 einen kurzfristigen Tiefststand von 150 Euro [1]. Da das Handy bei T-Mobile nicht mehr erhältlich ist, liegen die offiziellen Preise inzwischen allerdings wieder bei rund 250 Euro, über E-Bay erhalten Sie das Pulse jedoch für rund 130 Euro als Sofortkauf (Stand November 2010).

Abbildung 1: Das T-Mobile Pulse produziert der chinesische Hersteller Huawei. Es basiert im Auslieferungszustand auf Android 1.5 und bringt ein 3,5-Zoll-Display mit.
Abbildung 1: Das T-Mobile Pulse produziert der chinesische Hersteller Huawei. Es basiert im Auslieferungszustand auf Android 1.5 und bringt ein 3,5-Zoll-Display mit.

Innere Werte

Zum Lieferumfang gehören neben dem Handy ein zweiter, weißer Akkudeckel, eine 2 GByte große Micro-SD-Karte, ein USB-Ladekabel samt Netzadapter, ein Stereo-Headset, ein 3,5-mm-Klinkenadapter sowie eine Handytasche. Als Prozessor kommt ein 528-MHz-ARM-Chip von Qualcomm zum Einsatz. Das ist angesichts der 1-GHz-Prozessoren neuerer Geräte vergleichsweise schwach und macht sich auch in der Praxis entsprechend bemerkbar. So dauert das Umschalten der virtuellen Tastatur vom Hoch- aufs Querformat beim Kippen des Smartphones drei bis vier Sekunden, während die schnelleren Geräte praktisch sofort umschwenken. Auch der Aufruf rechenintensiver Programme, zum Beispiel von Google Maps oder dem Webbrowser, geht vergleichsweise langsam vonstatten. Davon ist während des Betriebs allerdings kaum etwas zu merken: Weder die Anzeige großer Webseiten noch die Navigation bereiteten dem Gerät Probleme. Recht gemächlich lässt es das Pulse beim Booten angehen, es benötigte es im Test etwa 80 Sekunden.

Problematischer ist in der Praxis der geringe interne Speicher von 256 MByte, den zum Großteil das Betriebssystem belegt. Je nach Größe reichen bereits 20 nachinstallierte Apps, um den verbleibenden Platz zu füllen und eine Warnmeldung wegen Speichermangels auszulösen.

Zwar unterstützt das Gerät externe Micro-SD-Karten von bis zu 16 GByte (eine 2-GByte-Karte liegt dem Gerät bei), jedoch gestattet es erst Android 2.2, die Apps darin zu installieren.

Sehenswert

Im wahrsten Sinne des Wortes als Lichtblick erweist sich das 3,5-Zoll-Display mit einer Auflösung von 320 x 480 Pixeln und einer Farbtiefe von 16 Millionen Farben. Es zeigt den Desktop gestochen scharf an und lässt sich auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch relativ gut ablesen. Selbst wesentlich teurere Konkurrenten wie das Google-Phone Nexus One halten da nicht mit. Abstriche müssen Sie jedoch beim kapazitiven Display in Kauf nehmen, das sich systembedingt ausschließlich mit dem Finger bedienen lässt. Auf eine Multitouch-Unterstützung verzichtet der Hersteller ebenfalls. Die erlaubt es bei anderen Geräten zum Beispiel, in eine Webseite oder ein Bild zu zoomen, indem man zwei Finger zusammenzieht.

Alternativ navigieren Sie in der Oberfläche über den eingebauten Trackball am unteren Ende des Displays, der prinzipiell wie eine Maus funktioniert und Eingaben per Druck auf den Ball entgegennimmt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der integrierte Trackball bietet eine Alternative zur Navigation auf dem Touchscreen.
Abbildung 2: Der integrierte Trackball bietet eine Alternative zur Navigation auf dem Touchscreen.

Mit den beiden äußeren Tasten nehmen Sie Anrufe entgegen oder beenden sie. Menü zeigt kontextsensitiv Zusatzoptionen gestarteter Programme an. Die Taste mit dem Haus-Symbol arbeitet ähnlich einer Rück-Taste: Mit ihr verlassen Sie zum Beispiel Programme oder kehren zum Default-Desktop zurück. Über den realen Knöpfen zeigt der Screen eine Leiste mit vier Buttons. Der erste von links öffnet die Kontakte, der zweite die Programmübersicht, der dritte die SMS-Funktion und der vierte zoomt aus dem Desktop heraus und zeigt die virtuellen Desktops im Überblick.

Mit dem Ausschalter an der linken Gehäuseseite schalten Sie das Gerät bei kurzem Druck in den Schlafmodus, bei längerem Drücken erscheint ein Auswahlmenü, in dem Sie das Gerät herunterfahren oder in den Flugzeugmodus schicken. Des weiteren erreichen Sie darüber die zuletzt ausgeführten Anwendungen.

Multimedia

Wer sich ein Smartphone wegen dessen Multimediafähigkeiten zulegen möchte, sollte vom Pulse besser die Finger lassen. Die 3,2-MPixel-Kamera löst zwar mit 2048 x 1536 Pixeln noch zufriedenstellend auf, wirklich gute Aufnahmen erlaubt sie jedoch nicht. Speziell bei nicht optimaler Beleuchtung treten erhebliche Artefakte im Bild auf. Der Video-Modus produziert H263-komprimierte Filme mit einer Größe von maximal 352 x 288 Pixeln. Die Framerate liegt bei zehn Bildern in der Sekunde. Entsprechend niedrig sollten Sie Ihre Erwartungen an die Qualität der Filme ansiedeln. Angesichts des Preises überrascht das Smartphone aber mit einer Frontkamera für Videotelefonie.

Mau sieht es auch bei der Unterstützung von Multimediadateien aus. Audiodateien gibt das Pulse lediglich im MP3-Format wieder, Videos nur als MP4 oder 3GP.

Da war doch noch?

Bei normaler Nutzung hält der voll geladene 1500-mAh-Akku etwa drei Tage durch – ein Wert, den nur wenige Android-Smartphones erreichen: Das HTC Desire muss zum Beispiel im Regelfall nach zwei Tagen ans Netz. Dank des kurzen Ladezyklus ist das Pulse nach etwa eineinhalb Stunden an der Steckdose wieder einsatzbereit. Das Laden am PC dauert aufgrund der Kapazitätseinschränkung etwa doppelt so lange.

Für die Navigation verfügt das Smartphone über einen aGPS-Sensor, der seine Standortdaten sowohl anhand der Satelliten als auch der Basisstationen ermittelt, an denen es angemeldet ist. Das Aktivieren der GPS-Funktion dauert selten länger als 30 Sekunden, jedoch ist der Empfänger relativ schwach: Schon ein Autodach verhindert unter ungünstigen Umständen das Ermitteln der Koordinaten; ein elektronischer Kompass fehlt.

An die 2,5-mm-Klinkenbuchse schließen Sie Kopfhörer oder ein Headset an – dank des mitgelieferten Adapters auch solche mit einem 3,5-mm-Stecker. Der Micro-USB-Anschluss, etwas unglücklich an der Oberseite des Geräts platziert, dient sowohl zum Laden als auch der Kommunikation mit dem PC (Abbildung 3).

Abbildung 3: An Schnittstellen für Peripheriegeräte bietet das Handy einen Micro-USB-Anschluss und eine 2,5-mm-Klinkenbuchse. Einen Adapter für 3,5-mm-Stecker liefert der Hersteller mit.
Abbildung 3: An Schnittstellen für Peripheriegeräte bietet das Handy einen Micro-USB-Anschluss und eine 2,5-mm-Klinkenbuchse. Einen Adapter für 3,5-mm-Stecker liefert der Hersteller mit.

Im Test überzeugte das Pulse mit außergewöhnlich guten Empfangseigenschaften. Selbst in geschirmten Bereichen, in denen die meisten anderen Handys kein Netz finden, zeigt das Smartphone immer noch eine ausreichende Signalstärke.

Software

T-Mobile liefert das Smartphone mit dem nicht mehr zeitgemäßen Android 1.5 aus, das Sie jedoch mit wenigen Schritten auf Version 2.1 aktualisieren (siehe Kasten Alt gegen neu). Die folgende Beschreibung bezieht sich auf die neue Version. T-Mobile nahm an der Software einige Anpassungen vor, die sich teils positiv und teils negativ auf die Bedienbarkeit und Optik des Geräts auswirken. So ziert jedes Eingabefeld ein magentafarbener Rahmen, der Boot-Screen stammt auch vom deutschen Mobilfunkriesen.

Alt gegen neu

Im Auslieferungszustand kommt das Pulse mit dem veralteten Android 1.5. Zwar bietet die deutsche T-Mobile bis heute kein Update auf neuere Versionen an, dafür aber die britische Tochter T-Mobile UK.

Da beim Upgrade alle benutzerspezifischen Daten verloren gehen, sollten Sie das Pulse möglichst direkt nach dem Kauf aktualisieren. Dabei gehen Sie wie folgt vor:

  • Laden Sie das Image [2] herunter und entpacken Sie es.
  • Schließen Sie das Handy via USB an den Rechner an und aktivieren Sie die Dateifreigabe.
  • Kopieren Sie den Ordner dload ins Wurzelverzeichnis der Micro-SD-Karte.
  • Stöpseln Sie das Handy vom PC ab und wechseln Sie im Smartphone in die Rubrik Einstellungen.
  • Wählen Sie darin SD-Karte & Speicher und scrollen Sie den Bildschirm nach unten bis zu Software-Aktualisierung.
  • Tippen Sie darauf und anschließend auf SD-Kartenaktualisierung.
  • Nach dem Bestätigen beginnt die Update-Prozedur, die mit einem automatischen Reboot des Smartphones abschließt.

Angesichts des relativ knappen Speichers erweisen sich fest im System verankerte Apps, beispielsweise Documents To Go, Mobile Jukebox, Musik oder die RoadSync-Module als echtes Ärgernis. Auf der anderen Seite wartet die T-Mobile-Softwareerweiterung mit Funktionen auf, die ihresgleichen suchen. So steht eine beinahe unbeschränkte Zahl virtueller Desktops zur Verfügung, im Test über 100, ohne das Potential voll auszuschöpfen. Der Trick dabei: Bleiben Sie mit dem Finger längere Zeit auf einer App, die sich am Rand des virtuellen Desktops befindet, erscheinen an den Kanten Buttons mit Plus-Symbolen. Ziehen Sie die App dorthin, erweitert das Telefon ähnlich wie bei einer Tabellenkalkulation automatisch die virtuellen Desktops um eine ganze Reihe oder Spalte. Löschen Sie Apps von den Desktops, entfernt die Software unbenutzte Desktops.

Ebenfalls eine Eigenart des T-Mobile-Phones ist der Favoriten-Manager, auch MyGroups genannt, der die darin angelegten Kontakte mit einem Fingerschnipp samt Konterfei in Karrusellmanier über das Display fahren lässt. Ein Druck auf Menü öffnet weitere Optionen, etwa die Tabellendarstellung der Kontakte und den Versand von Gruppen-E-Mails und -SMS.

Um den vollen Funktionsumfang des Smartphones zu nutzen, benötigen Sie wie bei jedem Androiden einen Google-Account zur Authentifizierung bei verschiedenen Services, etwa Google Mail, dem App-Store, dem Kalender oder den Kontakten. Letztere synchronisiert Android auf Wunsch automatisch in regelmäßigen Intervallen. Das Pulse bietet mit der Market-App vollen Zugriff auf den App-Store, in dem mehrere zehntausend Apps zur Installation bereitstehen. Jedoch bietet das Handy schon in der Grundausstattung eine Fülle nützlicher Applikationen, die Ihnen die Nutzung in vielfacher Hinsicht erleichtern.

Zum Surfen steht etwa ein auf Webkit basierender Browser bereit, der nicht nur Tabbed Browsing beherrscht, sondern auch umfangreiche Seiten beinahe mit der Geschwindigkeit eines PC-Browsers anzeigt.

Zur Navigation bietet das Pulse Googles Maps-App, die in der neuesten Version auch einen Fußgängermodus besitzt. Places zeigt Ihnen, sortiert nach Themen, alle relevanten Locations wie Hotels, Tankstellen, Polizeiwachen oder Bankautomaten. Um Termine im Auge zu behalten, liefert das Pulse ein Desktop-füllendes Widget als Kalenderblatt, das eingetragene Termine umrandet. Auf Wunsch aktivieren Sie zuvor einen Alarmton, der Sie an die anstehende Aufgabe erinnert. Sehr praktisch ist die Synchronisierung der App mit dem Google Kalender. Dort eingetragene Termine importiert das Gerät, und es exportiert die auf dem Phone erstellten.

Fazit

Das T-Mobile Pulse wartet mit einem in dieser Preisklasse konkurrenzlosen Funktionsumfang und einer sehr guten Verarbeitung auf. Zwar geben der knappe Hauptspeicher und die mangelhaften Multimediafähigkeiten Anlass zur Kritik, die jedoch andere Features sehr gut kompensieren. So überzeugte der sehr gute Telefonempfang ebenso wie das helle und scharfe Display.

Problematisch sind die stark schwankenden Preise, was aber an der regen Nachfrage nach Android-Smartphones liegen dürfte. Sollten die Preise wider Erwarten nicht mehr unter die 250-Euro-Marke rutschen, lohnt der Kauf des Geräts nicht, da es in diesem Preissegment inzwischen leistungsfähigere Vertreter gibt, für 130 Euro als Sofortkauf bei E-Bay ist das Pulse hingegen eine klare Kaufempfehlung!

T-Mobile Pulse im Überblick

Allgemeines
Hersteller Huawei
Vertrieb T-Mobile
Modell Pulse
Betriebssystem Android 1.5 (Auslieferungszustand)
Abmessungen und Gewicht
Größe 135 x 62.5 x 13.6 mm^3
Gewicht 135 g
Hardware
CPU 528 MHz
Speicher 256 MByte
Erweiterter Speicher 2 GByte Micro-SD-Karte mitgeliefert, bis 16 GByte unterstützt
Energieversorgung
Akku 3,7 Volt, 1500 mAh
Laden vie USB-Anschluss
Ladezeit etwa 1,5 Stunden
Standzeit etwa 3 Tage bei normaler Nutzung
Kommunikation
Frequenzbänder GSM Quad (850, 900, 1800,1900)
UMTS Ja
Datenübertragung Bluetooth, GPRS, EDGE, HSDPA, HSUPA, UMTS, WLAN
Display
Touchscreen Kapazitiv (kein Multitouch)
Diagonale 9 cm (3,5 Zoll)
Auflösung 320 x 480 Pixel, 16 Mio. Farben
Multimedia
Kamera 3,2 MPixel
Auflösung Foto 2048×1536 Pixel
Auflösung Video 352×288 Pixel
Kameralicht Nein
Videotelefonie Ja (Frontkamera)
Audio/Video-Abspielformate MP3, MP4, 3GP
Sonstiges
Navigation aGPS ohne eKompass
Diktiergerät Ja

Glossar

kapazitiv

Druckempfindlich. Im Unterschied zu dem berührungsempfindlichen (resistiven) Touchscreens der teureren Smartphones müssen Sie beim kapazitiven Display relativ viel Druck anwenden. Druckempfindliche Displays sind billiger in der Herstellung, sie finden sich deshalb bei zahlreichen günstigeren Geräten.

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