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Android-Optimierung mit Blade Buddy

Die Grundfunktionen eines Android-Gerätes erschließen sich den meisten Anwender schnell. Aber die meisten ahnen, dass sie noch mehr aus einem Geräte herausholen können. Mit der richtigen App kommen Sie noch schneller ans Ziel. Blade Buddy hilft Ihnen, Ihr Android-Gerät zu optimieren.

Die verschiedenen App-Sites quellen über mit Tools, die Ihnen helfen sollen, Ihr Android-Gerät an Ihre individuellen Vorlieben und Bedürfnisse anzupassen. Doch auf der Suche nach der passenden App fühlt man sich angesichts der App-Schwemme wie im sprichwörtlichen Wald, den man vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Blade Buddy [1] hebt sich wohltuend von der Masse ab.

Mit Blade Buddy aktivieren Sie eine Fülle von interessanten Funktionen auf Ihrem Android-Gerät, die Google/der Hersteller standardmäßig nicht bietet oder nicht erlaubt. Voraussetzung ist allerdings ein Root-Zugang.

Wenn Sie Ihr Smartphone gerne für Spiele nutzen, dürfte die Hardware-Beschleunigung für Sie interessant sein. Sollten Sie die Boot-Animation beim Starten des Handys stören, können Sie diese mit Blade Buddy deaktivieren. Auch das unter Umständen nervige Geräusch des Kameraauslösers lässt sich deaktivieren aber auch permanent einschalten. Sollte Ihnen die Auflösung des Gerät-Displays nicht zusagen, lässt sich auch dieses Problem mit dem Tool lösen.

Blade Buddy ist wie viele andere App in einer kostenlosen und einer gebührenpflichtigen Variante verfügbar. Die Pro-Variante kostet 1,49 Euro und bietet zusätzlich beispielweise verschiedene Reboot-Optionen. Damit die App Änderungen an den Systemeinstellungen vornehmen kann, muss Ihr Android-Gerät gerootet sein und Sie benötigen Root-Rechte. Da man nie so genau weiß, was eigentlich genau bei der Ausführung einer App passiert, die tief in die Systemkonfiguration eingreift, sollten Sie vor etwaigen Änderungen ein Backup erstellt haben.

Grundlegende Systemanpassungen

Blade Buddy stellt Ihnen über seine Benutzerschnittstelle die Anpassungsmöglichkeiten des Geräts und verschiedene Root-Utilities zur Verfügung. Unter Device settings finden Sie die grundlegenden und erweiterten Einstellungen. Hinter den Basic Settings verbergen sich verschiedene Geräteinformationen und grundlegende Anpassungsmöglichkeiten, die man teilweise auch in den Geräteeinstellungen findet. Vor dem Zugriff auf diese Einstellungen müssen Sie allerdings die App Spare Parts Plus [2] installiert haben. Diese Anwendung stammt ebenfalls von den Blade Buddy-Entwicklern.

Die Spare Parts Plus liefern Ihnen verschiedene Informationen über den Zustand Ihres Handys, die Android zwar von Haus aus liefert, aber von Google keine grafische Oberfläche spendiert bekommen haben. Der Batteriechronik können Sie beispielsweise entnehmen, welche Prozesse am meisten Strom verbrauchen. Dazu ist allerdings ein spezieller Kernel notwendig, wie ihn zum Beispiel CyanogenMod 7 mitbringt. Sie können den Infos auch entnehmen, wie viel Daten verbraucht wurden. Je nach Hersteller und Android-Version finden Sie diese Informationen auf Ihrem Smartphone auch ohne Blade Buddy vor, mit der App und CyanogenMod klappt es auf praktisch jedem Android-Phone.

In der Rubrik Allgemeines der Basic Settings passen Sie die Geschwindigkeit der Fensteranimationen und die des Animationswechsels an. Sollte Ihnen die Schriftgröße Ihrer Geräts nicht zusagen, verändern Sie mit dem gleichnamigen Menü die normale Schriftgröße nach oben (Large, Extra large und Extremly large) beziehungsweise nach unten (Small, Extra small und Extremly small). Beachten Sie allerdings, dass nicht alle Geräte diese Anpassung unterstützen. In diesem Fall greifen Sie als Workaround zu den LCD-Einstellungen in den erweiterten Blade Buddy-Einstellungen, um die Schriftgröße anzupassen.

Abbildung 3: Die Funktionstasten sind besonders für htop oder mc praktisch.
Abbildung 3: Die Funktionstasten sind besonders für htop oder mc praktisch.

Abbildung 3: Die Funktionstasten sind besonders für htop oder mc praktisch.
Abbildung 3: Die Funktionstasten sind besonders für htop oder mc praktisch.

Erweiterte Anpassungsmöglichkeiten

Hinter der Schaltfläche Advanced settings verstecken sich über ein Dutzend erweiterte Einstellungen, mit denen Sie sehr tief in das Android-System eingreifen. Sie sollten vor etwaigen Änderungen immer genau prüfen, dass diese beabsichtigt sind, denn eine fehlerhafte Konfiguration kann im ungünstigen Fall dafür sorgen, dass die Android-Installation unbrauchbar wird. Wenn Sie Ihr Android-Geräte häufig für die Ausführung von Spielen verwenden, kann die erste Konfiguration debug.sf.hw helfen, die Ausführung zu beschleunigen. Mit einem Klick auf die Option aktivieren Sie die Hardware-Beschleunigung. Die Wirkung der Beschleunigung ist von Gerät zu Gerät sehr unterschiedlich, kann aber eine spürbare positive Auswirkung auf das Antwortverhalten der GUI haben. Prüfen Sie durch Ein- und Ausschalten, ob sich auch Ihr Android-Geräte mit dieser Einstellung beschleunigen lässt. Beim Booten des Android-Geräts zeigt es Ihnen standardmäßig eine Boot-Animation an. Dies können Sie mit der Option debug.sf.nobootanimation deaktivieren. Wenn Sie die Animation deaktivieren, bleibt der Startbildschirm stattdessen schwarz. Der Vorteil des Deaktivieren: Der Boot-Vorgang wird ein wenig beschleunigt. Sollten Sie das Geräusch des Auslösers der Kamera stören, so können Sie auch das mit Blade Buddy ausschalten. Die zugehörige Einstellung trägt die Bezeichnung ro.camera.sound.forced. Bei verschiedenen Geräten ist diese Einstellung in build.prop fest einprogrammiert und kann daher nicht mit Blade Buddy deaktiviert werden. Aber die Entwickler haben für kommende Versionen auch das Überschreiben dieser Konfiguration angekündigt.

Zu den Highlights von Blade Buddy gehören die Möglichkeiten, die Display-Einstellungen anzupassen. Hierfür stellt Ihnen das Tool die beiden Optionen ro.sf.lcd_density und qemu.sf.lcd_density zur Verfügung. Änderungen bewirken eine Änderung der LCD-Dichte und damit der Auflösung. Kleinere Zahlenwerte bedeuten eine höhere Auflösung.

Google hat in Froyo das Stagefright-Multimedia-Framework eingeführt, das den Vorläufer OpenCORE ab Gingerbread ablöst. Stagefright erlaubt beispielsweise das lokale Abspielen von Dateien und HTTP-Streaming. Da es in der Vergangenheit aber immer wieder zu Problemen und Inkompatibilitäten kam, haben die meisten Hersteller das Framework allerdings deaktiviert. Wenn Sie die folgenden drei Einstellungen aktivieren, kann das insbesondere die Performance von Spielen verbessern: media.stagefright.enable-player, media.stagefright.enable-meta und media.stagefright.enable-scan. Das Aktivieren der letzten Stagefright-Option media.stagefright.enable-http kann allerdings zu Problemen bei der Darstellung von YouTube-Inhalten führen. Im Zweifelsfall hilft es zu testen, welche Einstellungen die besten Ergebnisse erzielen.

Schließlich können Sie die Größe des Dalvik-Cache anpassen. Das ist eine Art Verzeichnisbaum aller Apps und Daten, der beim ersten Booten bzw. nach der Installation neuer Apps erzeugt wird. In diesen Zwischenspeicher lagert Android aber auch Speicheradressen und ganze Speicherteile aus, falls eine App besonders viel Speicher benötigt. Mit dalvik.vm.heapsize passen Sie die Cache-Größe an. Eine allgemeingültige Empfehlung, welches der optimale Wert ist, gibt es leider nicht. Hier hilft meist nur das Testen verschiedener Werte.

Abbildung 3: Die Funktionstasten sind besonders für htop oder mc praktisch.
Abbildung 3: Die Funktionstasten sind besonders für htop oder mc praktisch.

Abbildung 3: Die Funktionstasten sind besonders für htop oder mc praktisch.
Abbildung 3: Die Funktionstasten sind besonders für htop oder mc praktisch.

Root-Werkzeuge

Unter den Root Utilities finden Sie vier Schaltflächen, mit denen Sie verschiedene Root-spezifische Einstellungen vornehmen können. Mit einem Klick auf die Schaltfläche Mount /system RW mounten Sie den system-Ordner mit Read-Write-Rechten. Wollen Sie system lediglich mit Read-only-Rechten mounten, betätigen Sie die Schaltfläche Mount /system RO. Blade Buddy Pro unterstützt über die Reboot-Schaltfläche verschiedene Reboot-Optionen, mit denen Sie beispielsweise einen Neustart ausführen, die Wiederherstellung starten oder den Bootloader ausführen. Noch in der Entwicklung befindet sich die Beschleunigung des SD-Kartenzugriffs. Sie soll für eine spürbare Performance-Verbesserung beim Zugriff auf die SD-Karte führen. In zukünftigen Versionen wird die Beschleunigung mit einem Klick auf die Schaltfläche SD Card speed-up aktiviert.

Fazit

Blade Buddy ist ein unkompliziertes Werkzeug, mit dem Sie noch mehr aus Ihrem Android-Gerät herausholen, wenn Sie es gerootet haben. Bereits die kostenlose Standardversion bietet eine Vielzahl von interessantesten Optimierungsmöglichkeiten, nach 30 Tagen müssen sie sich allerdings entscheiden, ob Sie die 1,50 Euro in die PRO-Version investieren.

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