26. Januar 2023
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Alternative Launcher für den Homescreen

Im Market gibt es zahlreiche verschiedene Launcher, mit denen Sie die Oberfläche von Android radikal umgestalten können. Doch welche dieser aufwändigen Apps bewährt sich auch im Alltag?

Einer der großen Vorteile der Offenheit des Android-Systems ist, dass man Standardanwendungen wie zum Beispiel den E-Mail-Client oder das Adressbuch austauschen kann, wenn man eine bessere Alternative zur Verfügung hat. Google schreibt den Herstellern oder gar dem Anwender nicht vor wie ein Android-Gerät auszusehen hat.

Die am häufigsten auf einem Android-Gerät benutzt App ist der sogenannte Launcher. Kaum ein Anwender nimmt den Launcher als eigenständige Anwendung wahr, doch ohne ihn könnte man nur über Umwege Anwendungen starten oder zwischen ihnen wechseln.

Viele Hersteller entwickeln ihre eigene Launcher, um sich von den Geräten der Konkurrenz zu unterscheiden. Man bohrt die Oberfläche mit anderen Icons auf oder baut besondere Animationen oder Funktionen ein. Nur wenige Geräte werden tatsächlich mit dem Standard-Launcher von Android ausgeliefert.

Launcher als Standard definieren?

Nach der Installation eines Launchers präsentiert Android beim Druck auf die Home-Taste ein Auswahlfenster. Dort bestimmen Sie dann welcher Launcher als Standard benutzt werden soll. Die Einstellung lässt sich über Starteinstellungen | Anwendungen | Anwendungen verwalten wieder ändern. Hier müssen Sie den aktuellen Launcher suchen und dann ganz unten auf den Button Standardeinstellungen zurücksetzen tippen.

Abbildung 1: Nach der Installation können Sie bestimmen welcher Launcher beim Druck auf den Home-Button geladen werden soll.
Abbildung 1: Nach der Installation können Sie bestimmen welcher Launcher beim Druck auf den Home-Button geladen werden soll.

Abbildung 2: Haben Sie einen Launcher als Standard gesetzt, dann können Sie die Verknüpfung wieder in den Einstellungen entfernen.
Abbildung 2: Haben Sie einen Launcher als Standard gesetzt, dann können Sie die Verknüpfung wieder in den Einstellungen entfernen.

GO Launcher EX


Einer der aktuell beliebtesten Launcher ist der GO Launcher Ex [1]. Er ist kostenlos im Market erhältlich und besticht durch seine flotte Performance sowie gute Erweiterbarkeit und Anpassbarkeit.

Der Launcher verfügt schon in der Grundversion über eine Fülle an Funktionen. Etwa ein scrollbares Dock oder einstellbare Effekte beim Übergang des Homescreens. Zusätzlich lässt sich der Funktionsumfang mit Erweiterungen und Widgets aus dem sogenannten GO Store erweitern.

Aus dem Store lassen sich außerdem Themes für den Launcher und sogar für die Widgets nachinstallieren. Optional finden Sie auch Themes für den Lock-Screen des Handys. Die meisten der Erweiterungen und Themes sind kostenlos, es gibt jedoch auch ein paar kostenpflichtige Zusätze.

Abbildung 3: Der GO Launcher lässt Sie beliebig viele Homescreens anlegen.
Abbildung 3: Der GO Launcher lässt Sie beliebig viele Homescreens anlegen.

Abbildung 4: Die GO Widgets passen sich immer perfekt in den Launcher ein.
Abbildung 4: Die GO Widgets passen sich immer perfekt in den Launcher ein.

Mit diesen Erweiterungen fügen sie Standardfunktionen wie Kontakt- und Kalenderwidgets aber auch Ersatzprogramme für die Kontakt-, die SMS- sowie die Wetteranwendung zum Homescreen hinzu. Dabei reihen sich die verschiedenen Programme nahtlos ineinander ein, da ein Großteil der Go-Apps das selbe Theme verwendet.

Praktisch ist auch die Möglichkeit, Apps im direkt aus dem Launcher wie bei einem iPhone durch längeres gedrückt halten eines Icons zu deinstallieren und Apps im Launcher zu verstecken. Drücken Sie dazu ein Icon im Launcher etwas länger, die Icons fangen dann an zu wackeln und über das kleine Symbol wird die App vom Handy gelöscht.

Abbildung 5: Über den GO Store installieren Sie zusätzliche Themes und Widgets.
Abbildung 5: Über den GO Store installieren Sie zusätzliche Themes und Widgets.

Abbildung 6: Im App-Drawer des GO Launchers können Sie Apps umsortieren und auch Einträge verstecken.
Abbildung 6: Im App-Drawer des GO Launchers können Sie Apps umsortieren und auch Einträge verstecken.

ADWLauncher EX


Den Launcher von ADW gibt es in zwei Versionen im Market. Die kostenlose Variante ADW.Launcher [2] bietet jedoch nur die wichtigsten Funktionen an. Auf dieser aufbauend gibt es den 2,30 Euro teuren ADWLauncher EX [3], der eine bessere Performance und mehr Möglichkeiten bietet. Im Market gibt es zudem auch meist kostenpflichtige Themes, mit denen sich der Launcher etwas farbenfroher gestalten lässt.

Der ADW.Launcher besitzt eine sehr hohe Popularität, da er von den Entwicklern der Aftermarket-Firmware CyanogenMod [4] als Standard genutzt wird. Maßgebend für diese Entscheidung ist die gute Leistung des Launchers auf schwächeren Geräten.

Abbildung 7: Über die Einstellungen kann man mehr als nur 4x4 Icons auf einen Homescreen packen, allerdings macht das nicht jedes Widget mit.
Abbildung 7: Über die Einstellungen kann man mehr als nur 4×4 Icons auf einen Homescreen packen, allerdings macht das nicht jedes Widget mit.

Abbildung 8: Den App-Drawer des Launchers können Sie individuell anpassen. Verschiedene Kataloge erleichtern Ihnen zudem das Finden ihrer Apps.
Abbildung 8: Den App-Drawer des Launchers können Sie individuell anpassen. Verschiedene Kataloge erleichtern Ihnen zudem das Finden ihrer Apps.

Abbildung 9: Die Einstellungen sind recht versteckt. Sie rufen Sie im Homescreen über die Menü-Taste und den Menüpunkt "Mehr" auf.
Abbildung 9: Die Einstellungen sind recht versteckt. Sie rufen Sie im Homescreen über die Menü-Taste und den Menüpunkt "Mehr" auf.

Selbst mit einem animierten Hintergrundbild und aktivierter Transparenz im App-Drawer verspürt man nur wenig Verzögerung in der Bedienung. Dies macht den Launcher speziell bei älteren Androiden interessant.

App-Junkies bietet der Launcher ein paar Funktionen, die etwas mehr Ordnung auf das Handy bringen. In den Einstellungen des Homescreens gibt es etwa eine Option, so dass Sie mehr als nur 4×4 Icons auf das Display packen können, allerdings quittieren einige Widgets diese Option mit Fehlern in der Darstellung (Abbildung 7).

Espier Launcher


Wer vom iPhone auf ein Android-Handy umsteigen möchte, der vermisst eventuell die übersichtlichen Homescreens von iOS. Mit dem Espier Launcher [5] lindern Sie ihr Heimweh, denn der Launcher hat sich recht schamlos bei Apple bedient.

Von der iPhone-typischen Launcher-Zeile, über die Möglichkeit Apps in Ordner zu packen, bis hin zu den zappelnden Icons beim Löschen einer App, kopiert der Espier Launcher iOS fast bis ins Detail.

Der Benutzbarkeit tut das jedoch keinen Abbruch, eher im Gegenteil. Da der Launcher Homescreen und App-Drawer vereint und auf Widgets verzichtet, lässt sich Espier leichter bedienen als der Standard-Launcher.

Aus diesem Grund könnte der Launcher eine Option für Oma&Opa sein, die mit der Vielzahl an Widgets und Homescreens überfordert sind. Durch die Reduktion auf das Nötigste eignet er sich sehr gut für Anwender, die nicht durch Widgets und Co. abgelenkt werden wollen.

Abbildung 10: Sieht aus wie iOS, ist aber Android.
Abbildung 10: Sieht aus wie iOS, ist aber Android.

Abbildung 11: Mit Ordnern organisieren sie ihre Apps.
Abbildung 11: Mit Ordnern organisieren sie ihre Apps.

Abbildung 12: Drückt man länger auf ein Icon, dann kann man die Icons umsortieren oder Apps deinstallieren.
Abbildung 12: Drückt man länger auf ein Icon, dann kann man die Icons umsortieren oder Apps deinstallieren.

BIG Launcher


Der BIG Launcher [6] geht mit der Reduktion der Oberfläche noch einige Schritte weiter als Espier. Die App richtet sich speziell an ältere Personen und Menschen mit Sehstörungen. Für die grundlegenden Funktionen des Handys wie Telefonie, SMS, Kamera, Galerie und installierte Apps, zeigt der BIG Launcher extra große Tasten und Schriften mit hohem Kontrast an.

Zusätzlich gibt es extra für den Notfall eine SOS-Taste, über die automatisiert eine SMS mit den aktuellen GPS-Koordinaten an eine zuvor bestimmte Nummer abschickt wird. Ebenso lässt sich eine Nummer festlegen, die zusätzlich angerufen werden soll.

Abbildung 13: Sämtliche Icons und Dialoge sind bewusst groß und kontrastreich gestaltet.
Abbildung 13: Sämtliche Icons und Dialoge sind bewusst groß und kontrastreich gestaltet.

Abbildung 14: Auch die Apps werden in einer großzügig gestalteten Liste dargestellt.
Abbildung 14: Auch die Apps werden in einer großzügig gestalteten Liste dargestellt.

Abbildung 15: Im Notfall schickt die SOS-Funktion eine SMS mit der Position des Handys ab.
Abbildung 15: Im Notfall schickt die SOS-Funktion eine SMS mit der Position des Handys ab.

Regina 3D Launcher


Von der Optik her macht dem Regina 3D Launcher [7] so gut wie kein anderer Launcher etwas vor. Die aufwändige Gestaltung des kostenlosen Launchers beeindruckt stark. Mit vielen 3D-Effekten und passend gestalteten Widgets ist Regina eine gute Alternative zur ähnlich effekt-lastigen SPB Shell 3D.

Um alle Finessen des Launchers nutzen zu können, müssen Sie aus dem Market eine Reihe weiter Apps vom selben Hersteller installieren. Erst dann lassen sich mit den mitgelieferten Widgets die Aufgaben-Verwaltung aufrufen, die Termine anzeigen oder das Wetter-Widget nutzen.

Die vielen Effekte bedürfen allerdings eines halbwegs leistungsfähigen Android-Handys. Auf den für den Test genutzten LG Optimus Sol und Base Lutea 2 lief der Launcher jedoch ohne große Ruckler oder Aussetzer.

Abbildung 16: Der Homescreen selber ist schlicht gestaltet. Die Regina-Widgets fügen sich sehr gut in das Erscheinungsbild des Launchers ein.
Abbildung 16: Der Homescreen selber ist schlicht gestaltet. Die Regina-Widgets fügen sich sehr gut in das Erscheinungsbild des Launchers ein.

Abbildung 17: Wischen Sie im Homescreen über das Bild, dann bekommen Sie eine dreidimensionale Übersicht aller Desktops angezeigt.
Abbildung 17: Wischen Sie im Homescreen über das Bild, dann bekommen Sie eine dreidimensionale Übersicht aller Desktops angezeigt.

Abbildung 18: Auch der App-Drawer ist in 3D aufbereitet. Die offenen Homescreens werden noch leicht im Hintergrund angedeutet.
Abbildung 18: Auch der App-Drawer ist in 3D aufbereitet. Die offenen Homescreens werden noch leicht im Hintergrund angedeutet.

SPB Shell 3D


Ähnlich wie bei Regina bietet auch die SPB Shell 3D [8] die Möglichkeit viele Homescreens mit Ordnern, Apps und Widgets zu bestücken. Über eine dreidimensionalen Ansicht mit bunten Animationen lassen sich bis zu 16 Homescreens erzeugen. Damit hebt sich die SPB Shell 3D [8] im Gesamteindruck deutlich von Launcher-Konkurrenz ab.

Der Launcher begeistert hauptsächlich mit seiner außergewöhnlichen Optik. Die 3D-Animationen sehen spektakulär aus, und auch das Scrollen im Launcher oder zwischen den Homescreens läuft flüssig. Allerdings braucht es für diese optischen Spielereien ein schnelles Handy.

Auf dem für den Test genutzten ZTE Skate (in Deutschland wird das Gerät unter dem Namen BASE Lutea 2 vertrieben) kommt es dank der 800 MHz schnellen CPU zu keinen spürbaren Rucklern, doch das Gerät fühlt sich dennoch insgesamt träger an.

In Sachen Einstellungsmöglichkeiten und der Anzahl der brauchbaren Widgets reicht die SPB Shell 3D seine Launcher-Konkurrenz jedoch nicht das Wasser. Oft ist der Show-Effekt des Launchers höher als dessen Funktionalität. Eine 3D-Darstellung bei der man eine 3D-Brille mit Farbfilter benötigt mag zwar für ein paar Wow!-Momente sorgen, doch die Bedienbarkeit bleibt oft auf der Strecke. Zudem trübt auch der hohe Preis von 10,45 Euro den Spaß an der App.

Abbildung 19: Der Homescreen selber ist bei der SPB Shell 3D noch schlicht gestaltet, doch sobald man zu einem anderen Screen wechselt wird es bunt.
Abbildung 19: Der Homescreen selber ist bei der SPB Shell 3D noch schlicht gestaltet, doch sobald man zu einem anderen Screen wechselt wird es bunt.

Abbildung 20: Nur wenige der mitgelieferten SPB-Widgets sind wirklich nützlich. Die SPB Shell 3D legt sehr viel Wert auf die Show, etwas mehr Usability wäre aber angebracht.
Abbildung 20: Nur wenige der mitgelieferten SPB-Widgets sind wirklich nützlich. Die SPB Shell 3D legt sehr viel Wert auf die Show, etwas mehr Usability wäre aber angebracht.

Abbildung 21: Die verschwommenen Farben sind kein Druckfehler. In den Einstellungen des Launchers aktivieren Sie echte 3D-Effekte, für die Sie allerdings eine 3D-Brille brauchen.
Abbildung 21: Die verschwommenen Farben sind kein Druckfehler. In den Einstellungen des Launchers aktivieren Sie echte 3D-Effekte, für die Sie allerdings eine 3D-Brille brauchen.

Fazit

Egal, ob einfach und funktional oder aufgemotzt und verspielt: einen alternativen Launcher auszuprobieren gehört bei Android einfach dazu, schließlich tragen Sie ja auch nicht jeden Tag den gleichen Pulli. Angst, das System dabei kaputt zu machen müssen Sie keine haben. Spätestens nach dem Entfernen eines zusätzlichen Launchers finden Sie wieder den gewohnten Home-Screen Ihres Herstellers vor.

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