Alcatel One Touch Fire contra Huawei Ascend Y300

Nachzügler

29.11.2013
Firefox OS

(c) Mozilla Foundation

Android-Smartphones für 99 Euro sind heute keine Ausnahme mehr. Das Alcatel One Touch Fire mit Firefox OS möchte diesen Preis noch unterbieten. Doch was taugt das Gerät im Alltag? Wir vergleichen das Firefox-Handy mit einem der günstigsten Android-Geräte!

Symbian-Handys waren die ersten weitverbreiteten Smartphones. Dann veränderten Apples iPhones die Telekommunikation. Zuletzt machte Googles Android Smartphones erschwinglich. Und mit Mozillas Firefox OS sollen Smartphones nun die ganze Welt erobern! Auch wenn in Deutschland fast nur noch Smartphones über den Ladentisch gehen: Für die meisten Bewohner von Schwellen- und Entwicklungsländern sind selbst die günstigsten Android-Geräte meist noch zu teuer.

Mozilla möchte daher mit Firefox OS und verschiedenen Hardwarepartnern zuerst die Menschen ansprechen, die bisher keinen Zugang zu Smartphones hatten. ZTE etwa vertreibt sein ZTE Open mit Firefox OS erfolgreich in Südamerika, auch Alcatel ist mit dem One Touch Fire dort schon länger vertreten. Nun kann man das Firefox-Handy auch ganz offiziell in Deutschland erstehen, exklusiv bei Congstar gibt es das Gerät ab 89 Euro. Wir vergleichen das Alcatel One Touch Fire mit einem der günstigsten Android-Geräte, dem Huawei Ascend Y300.

Mozillas Firefox OS

"Firefox? Das ist doch ein Webbrowser, oder?" mögen Sie fragen, und natürlich haben Sie Recht. Doch die hinter dem Open-Source-Browser stehende Mozilla Foundation arbeitet seit geraumer Zeit mit Firefox OS auch an einem eigenen Betriebssystem für mobile Geräte. Anders als die geschlossenen Systeme Windows Phone und iOS sowie das trotz seiner Linux-Basis gar nicht so freie Android, ist Firefox OS durch und durch Open Source.

Abbildung 1: Auch bei Firefox OS schützt ein Lockscreen vor ungewollter Bedienung des Handys.
Abbildung 2: Die Dialer-App des Firefox-Handys kann alles, was ein Handy können muss.
Abbildung 3: Mails, Kontakte und Termine lassen sich aus den Google-Diensten importieren.

Das macht das Handysystem besonders für Fans freier Software und für Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom und Telefónica interessant. Denn damit lassen sich Geräte bauen, die frei von jeglicher Gängelung eines großen Konzerns wie Apple, Microsoft oder Google in eigener Regie vertrieben werden können. Eigene App-Stores sind auch ohne Weiteres möglich, und so bleibt ein größeres Stück vom Kuchen beim Netzbetreiber hängen.

OS oder Browser? Beides!

Doch was hat nun ein Browser mit einem Betriebssystem für Handys zu tun? Kern von Firefox OS ist – wie bei Android – ein abgespeckter Linux-Kernel. Auf diesen setzt Mozilla seine sogenannte Web-API auf, die mit Hilfe der HTML-Rendering-Engine Gecko – genauso wie im Firefox-Browser – die Darstellungen von grafischen Elementen auf dem Bildschirm übernimmt. Apps werden daher wie Webseiten mit HTML5, CSS und JavaScript geschrieben. Die Web-API sorgt dafür, dass sich Apps und Hardware verstehen.

Abbildung 4: Der Homescreen von Firefox-Handys ist bis auf die Suchleiste schlicht und leer.
Abbildung 5: Die Homescreen-Suche zeigt Ihnen passende Webseiten gleich wie Handy-Apps an.

Bei Firefox OS sind daher alle auf dem Display sichtbaren Inhalte im Endeffekt nur Webseiten. Doch keine Angst, viele Apps funktionieren auch offline und/oder übertragen nur ihre Daten zwischen Handy und Netz. Viele Firefox-OS-Apps wie Facebook und Twitter sind jedoch nichts anderes als die mit einem Starter versehenen und für mobile Geräte gestalteten Webseiten der Unternehmen. Das macht die Entwicklung von Firefox-OS-Apps sehr schnell und günstig, da das Wichtigste – eine mobile Webseite – meist ohnehin schon existiert.

Abbildung 6: Vom Homescreen ausgehend, gelangen Sie per Wisch nach links in die App-Schublade.
Abbildung 7: Für Karten und Navigation greift Firefox auf die HERE-Maps von Nokia zurück.

Für die User von Firefox-OS-Handys heißt das, dass sie eigentlich auf nichts verzichten müssen. Es gibt ein Navi auf Basis von Nokias HERE-Maps. Facebook, Twitter, YouTube und Co. finden sich als App direkt in der App-Schublade, und über den Marketplace lassen sich zahlreiche weitere Apps und Spiele nachinstallieren – allzu oft geht der Funktionsumfang dieser Apps jedoch nicht über den der mobilen Webseite hinaus.


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