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Wondershare MobileTrans überträgt Daten von Handy zu Handy

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Bei einem Gerätewechsel unter Android überträgt Google den Kalender und die Kontakte problemlos. Wollen Sie hingegen SMS, Anruflisten, Fotos, Musik und mehr übertragen, dann wird es schon etwas schwieriger. MobileTrans hilft Ihnen, Daten zwischen Android, Symbian und iOS-Geräten zu übertragen.

Es ist keine fünf Jahre her, dass Smartphones die Handys abgelöst haben, Android Apple überholt hat, Symbian zu einem Auslaufmodell geworden ist und mit Tablets eine völlig neue Geräteklasse entstand. Hielt ein Handy früher ein paar Jahre, wechseln viele Nutzer aktuell schon nach Monaten das Modell – doch wie kommen die Daten vom alten auf das neue Gerät?

Wondershare MobileTrans verspricht die Übertragung Ihrer Kontakte, SMS, Musik, Videos, Fotos, der Anruflisten und Apps mit nur einem Klick. Die beiden letztgenannten lassen sich aus naheliegenden Gründen nur innerhalb des Android-Systems übertragen: iOS-Apps sind unter Android nicht lauffähig. Die Datenübertragung erfolgt nicht direkt zwischen den Geräten, sondern über einen Windows-PC (Windows 8/7/Vista/XP).

Wondershare erlaubt Ihnen den Download einer kostenlosen Testversion, mit der Sie die Konnektivität Ihrer Geräte ausprobieren können. Leider ist damit nur die Übertragung von fünf Kontaktadressen möglich. Die Vollversion mit komplettem Funktionsumfang kostet 39,99 Euro.


Wir haben die Anwendung mit vier Samsung-Phones der neuesten Generation, dem Asus Padfone New Infinity und einem iPad getestet. Laut Datenbank sollen insgesamt 2000 Geräte lauffähig sein. Die Liste können Sie auf der Webseite des Anbieters einsehen.

Nach der Installation der heruntergeladenen EXE-Datei und dem Start des Programms sehen Sie ein zweigeteiltes Fenster. Da keine Zwischenspeicherung auf Ihrem Desktop erfolgt, läuft die Datenübertragung live, indem Sie beide Geräte gleichzeitig über jeweils ein USB-Kabel anschließen. Sie benötigen deshalb zwei freie USB-Buchsen. Wondershare prüft anschließend, ob die entsprechenden Treiber installiert sind, und versucht anderenfalls zu helfen.


Besonderheiten

In den Einstellungen des Android-Phones müssen Sie das USB-Debugging aktivieren. Gehen Sie in den Geräteeinstellungen in die Rubrik Entwickler-Optionen. Bei allen aktuellen Android-Geräten muss diese Rubrik erst sichtbar gemacht werden, indem Sie unter Infos zum Gerät einige Male auf den Eintrag Buildnummer klicken. Anschließend werden die Entwickler-Optionen eingeblendet. Auf diesen Umstand werden Sie aber auch von Wondershare hingewiesen.


Um auch die Apps mit Wondershare übertragen zu können, müssen Sie noch einmal in die Geräteeinstellungen Ihres neuen Handys. Standardmäßig blockiert Android die Installation von Apps unbekannter Herkunft. Anwendungen, die nicht aus dem Play Store stammen, sollen aus Sicherheitsgründen keinen Zugang haben. Da Sie die Herkunft ja kennen (sollten), setzen Sie – zumindest während der Übertragung – den Haken bei der Checkbox in den Android-Einstellungen unter Sicherheit. Auch dieser Vorgang ist systembedingt notwendig und kann Ihnen von der Software nicht abgenommen werden.

Obwohl unsere mobilen Testgeräte in allen anderen Bereichen dem verwandten PC bekannt waren und verbunden werden konnten, hatte MobileTrans wiederholt Probleme, diese sofort zu erkennen. Nach dem ersten Start erkannte die Software zunächst den Cardreader und den Bluetooth USB Host Controller. Der Wiederholen-Button bietet sich auf den ersten Blick als Lösung an, führte aber zum gleichen Ergebnis.

Der Trick besteht darin, mittels rechtem(!) Mausklick auf die oberhalb der Grafiken befindlichen Bezeichnungen einen neuen Port auszuwählen. Danach erst wechselt die Anzeige nach jedem Rechtsklick durch die unbenötigten USB-Anschlüsse und nervt jedes Mal mit einer Genehmigung durch die Benutzerkontensteuerung.

Wir haben den englischsprachigen Support auf diesen Bug aufmerksam gemacht und halten es für sinnvoll, wenn in der Bedienoberfläche erwähnt wird, dass man mit der rechten Maustaste auf die entsprechenden Telefonnamen klicken muss, um den nächsten USB-Port zu prüfen. Noch besser wäre es, wenn die Software automatisch erkennen würde, an welchen Eingängen Telefone angeschlossen sind. Auf einem zweiten Windows-PC lief die Software allerdings problemlos.


Bevor Sie den zu kopierenden Inhalt im mittleren Fenster auswählen, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die Richtung der Datenübertragung stimmt! Links steht das Quelltelefon und rechts das Zieltelefon. Es wird also immer von links nach rechts kopiert. Befinden sich schon Daten auf dem Empfänger-Phone, können diese auf Wunsch vor dem Kopieren gelöscht werden.


Endlich kopieren

Egal ob aus sentimentalen Gründen oder zur sachlichen Dokumentation: Wenn Sie Wert darauf legen, Ihre bisherigen SMS-Dialoge zu behalten, erledigt Wondershare das mit einem Klick. Die Nachrichten finden Sie dann in der richtigen zeitlichen Reihenfolge korrekt zugeordnet auf Ihrem neuen Android-Smartphone, als wären sie schon immer dort gewesen. Dieses Feature ist wirklich sehr praktisch!

Wenn es Ihnen egal ist, auf welchem Server Ihre Kontakte gespeichert werden, können Sie diesen Abschnitt überspringen. Doch spätestens seitdem die NSA nicht mehr für einen neuen Weg der Datenübertragung gehalten wird, sondern als Synonym für den gläsernen Bürger steht, könnte die direkte Übertragung der Kontaktliste ohne Cloud durchaus von Wert sein. Viele Arbeitgeber unterbinden zudem schon seit langer Zeit die Synchronisation über externe Anbieter auf Firmentelefonen. Wir haben uns deshalb erhofft, dass die Übertragung der Kontakte von diversen Anbieter-Accounts direkt in den Gerätespeicher des Zieltelefons möglich ist. Dem zunehmenden Bedarf an mehr Privatsphäre hätte der Anbieter sich zunutze machen können und damit sicherlich auch viele Nutzer angesprochen. MobileTrans bleibt auch hier bei dem Alles-oder-nichts-Prinzip und lässt keine Wahl der Kontaktquelle zu. Es werden also alle gefundenen Kontakte vom alten Handy auf das neue übertragen, egal wie diese gespeichert waren: SIM, lokales Adressbuch oder Cloud.

Nach der Übertragung vom Asus Padfone Infinity befanden sich seltsamerweise alle Google-Kontakte im Samsung-Account des S4 Zoom. Obwohl wir auf dem Zielgerät den Sync zum Google-Account und zu den Samsung-Servern deaktiviert hatten und das WLAN abgeschaltet war. Erst nachdem wir das Samsung-Konto komplett entfernten, erfolgte die Speicherung im Gerät, wie von uns gewünscht. Wir lassen es offen, ob Samsung oder Wondershare hier die Finger im Spiel hatte, aber es ist in jedem Fall gut zu wissen, dass Sie alle Konten auf dem Zielgerät löschen sollten, wenn Sie Ihre Kontakte nur lokal speichern möchten!

Wondershare greift zudem irgendwie auf einen eigenen Cache-Speicher zurück. So löschten wir vor dem zweiten Versuch 60 von 63 Kontakten, die Software übertrug aber weiterhin alle 63, nicht nur drei, wie von uns beabsichtigt.

Apps behalten

Bereits installierte Apps finden Sie jederzeit im Play Store, wenn Sie oben links in der Ecke den Eintrag Meine Apps wählen. Im Laufe der Zeit kann die Liste aber mitunter sehr lang werden und Sie müssen entsprechend viel scrollen, um Ihre aktuell noch genutzten Anwendungen wiederzufinden. Erfahrungsgemäß übersieht man dann doch einige und man muss später die Prozedur wiederholen. Leider gibt es in Wondershare MobileTrans keinen Filter, der es erlaubt, nur einzelne Apps zu behalten; respektive auszuschließen, sodass auch hier gilt: Alles oder nichts!

Es gibt aber eine wichtige Ausnahme: Das Übertragen von gekauften Apps ist systembedingt nicht möglich, um die Verbreitung von Raubkopien zu unterbinden. Nachdem die Software die Apps übertragen hat, werden die nicht kopierten rot markiert. Falls Sie viele Kauf-Apps nutzen, empfehlen wir, die Namen auf einem Zettel zu notieren und die Apps manuell auf herkömmlichen Weg aus dem Play Store zu installieren.


Der Umgang mit den Medien

Fotos und Videos werden nicht in einen neuen Ordner kopiert, sondern in den Camera-Ordner, und sie erscheinen auch in der Galerie so, als wären sie mit dem neuen Smartphone aufgenommen worden. Das mag man bedauern, weil nicht mehr erkennbar ist, welche Aufnahmen mit welcher Kamera erfolgt sind. Beim ersten Datentransfer empfehlen wir, die Videoübertragung nicht zu aktivieren, da diese – je nach USB-Verbindung und Videogröße – sehr lange dauern kann.

Musikdateien transferiert die App ebenso problemlos. Unser Musik-Quellordner befand sich beim Testgerät auf einer externen Speicherkarte. Die Songs schob Wondershare aber in den Standardordner Music des internen Speichers auf dem Zielgerät. Wenn Sie also viele Songs auf der SD-Karte gespeichert haben, sollten Sie diesen Schritt auslassen, um nicht den internen Speicher des Handys zu füllen.

Mit iPhone nur begrenzt

Bekanntlich geht Apple in vielen Belangen seinen eigenen Weg: Abschottung ist das Motto und so sind die Geräte nicht sehr kommunikativ. Musikdateien sind im Netz der hauseigenen iTunes-Software gefangen, werden nicht im Dateimanager angezeigt, und auch Wondershare kann da keine Wunder vollbringen. Immerhin lassen sich aber die Kontakte und Fotos übertragen. Dass Apps aus dem iOS-App-Store außen vor bleiben, erwähnen wir hier nur der Vollständigkeit halber noch einmal. Für alle Funktionen gilt: iTunes muss auf dem PC installiert sein, auf dem Sie Wondershare verwenden. Zudem ist eine Verbindung zwischen iTunes und dem iPad oder iPhone erforderlich.

Abbildung 7: Apple erlaubt den externen Zugriff auf Kontakte und Fotos. Apps und Medien dürfen nur innerhalb von iTunes übertragen werden.
Abbildung 7: Apple erlaubt den externen Zugriff auf Kontakte und Fotos. Apps und Medien dürfen nur innerhalb von iTunes übertragen werden.

Fazit

Wondershare MobileTrans ist – im Regelfall – eine einfach zu bedienende Software, um Daten zwischen unterschiedlichen Systemen und Geräten zu kopieren. Die Verbindung und der Wechsel angeschlossener Phones kann mitunter aber etwas hakelig sein und die Erkennung bedarf noch etwas Feinschliff, wenn die Software dem Anspruch einer zuverlässigen Benutzung gerecht werden will. Zugunsten einer einfachen Bedienung setzt Wondershare stets auf das Prinzip "alles oder nichts". Darauf Einfluss nehmen zu können, wäre zumindest manchmal sinnvoll. Auf der Webseite gibt es eine kostenlose Testsoftware, mit der Sie aber lediglich fünf Kontakte übertragen können. Die Vollversion kostet 39,99 Euro. Für Nutzer, die das Programm häufiger einsetzen können, ist der Kauf durchaus empfehlenswert.

39,99 Euro|deutsch|Version 3.5.1|62,4 MByte

★★★★


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