Start Apps Woher kommt das Windrädchen-Symbol? Die neue Fotos-App von Google+ erklärt

Woher kommt das Windrädchen-Symbol? Die neue Fotos-App von Google+ erklärt

(c) Google

Über Nacht überraschte Google Mitte Oktober viele Nutzer mit einem neuen App-Icon: Das bunte Windrädchen steht für Google Fotos und ist eine alte App in neuem Gewand. Wir stellen Google Fotos vor. 

Schauen Sie nie oder sehr selten in die Liste der verfügbaren Apps rein oder nutzen Google+ nicht, dann haben Sie das Symbol mit dem farbigen Windrad vielleicht noch gar nicht bemerkt. Es steht für die App Google Fotos und erinnert optisch stark an Picasa, den Bilderdienst von Google. Das ist kein Zufall, schließlich nutzt Google für das Speichern Ihrer Fotos in der Cloud den Dienst Picasa im Hintergrund.

Die Fotos-App gehört zu Google+ und dient in erster Linie dazu, Ihre bei Google+ hochgeladenen oder durch die automatische Sicherung gespeicherten Fotos zu verwalten. Die Vorteile der App kommen vor allem dann zum Tragen, wenn Sie Google+ auch am PC nutzen und dort Fotos hochladen oder auf mehreren Android-Geräten. Die neue Foto-App enthält aber auch ein paar Bearbeitungsmöglichkeiten, sodass Sie sich eventuell die Installation von Snapseed oder einer anderen zusätzlichen Foto-App sparen können, nur um ein Bild zuzuschneiden oder es mit einem coolen Effekt zu versehen.

Wie kommt die App auf mein Handy? 

Fotos ist Teil von Google+. Wenn Sie Google+ installiert haben, dann haben Sie in der Zwischenzeit automatisch auch die App Fotos bzw. das zugehörige Icon erhalten. Sie können die Fotos-App also nicht löschen, außer Sie möchten auch gleich Google+ deinstallieren. Falls Sie Google+ nicht benutzen, die App aber auf Ihrem Handy vorinstalliert war, können Sie Google+ auf die Werkseinstellungen zurücksetzen, falls Sie das neue Icon stört.

Was ist wo?

Sie können die Fotos-App ganz normal über das App-Icon mit dem bunten Windrädchen starten. Sie finden das neue Symbol auch in der Seitenleiste der Google+-App. Das sorgt zunächst für etwas Verwirrung, weil Sie in der Fotos-App ebenfalls das Menü über die Seitenleiste am linken Rand aufrufen können und dann ein passendes Menü zur Foto-App erhalten. Sie werden sich aber recht schnell daran gewöhnen.





Die Foto-App sieht nicht nur optisch ähnlich aus wie Google+ sondern ist auch Google+.

Nach dem Start der App sehen Sie die Reiter Kamera und Highlights. Je nachdem, in welchem Land Sie sich aufhalten, erscheint ein Hinweis auf die automatische Gesichtserkennung ,,Find my Face„, die Sie entweder freischalten oder über einen Fingertip auf Später deaktiviert lassen (empfohlen). Falls Sie Google+ noch nicht dazu nutzen, um Ihre Fotos automatisch in der Cloud zu speichern, erhalten Sie ebenfalls ein zusätzliches Hinweisfenster.

Der Reiter Highlights zeigt Ihnen die — laut Google-Algorithmen — schönsten Fotos an, auf dem Reiter Kamera finden Sie die auf diesem Gerät gespeicherten Fotos. Kamera verhält sich also in etwa wie die Galerie-App. Das erste Minibild steht für weitere Ordner auf dem Dateisystem. Darüber erreichen Sie zum Beispiel Screenshots oder mit anderen Kamera-Apps gemachte Aufnahmen. Bei einigen Bildern zeigt die App zudem ein kleines Wölkchen mit einem Häkchen an. Dabei handelt es sich um Fotos, die Google bereits in der Cloud gespeichert hat. 





Google sortiert automatisch die besten Fotos aus und zeigt diese gesondert als Highlights an.

Die Plus-Features

Öffnen Sie ein Foto in der Großansicht, dann finden Sie am unteren Bildschirmrand drei Symbole. Den Mülleimer und das Teilen-Symbol kennen Sie vermutlich bereits. Über den Pinsel erreichen Sie die Bearbeitungsfunktionen der Fotos-App. Dabei ist es egal, ob das Foto lokal auf dem Handy gespeichert ist oder nur in der Cloud. Google holt das Bild aufs Handy und speichert es nach der Bearbeitung wieder in der Cloud. Auf einigen Fotos erscheint zudem unten rechts noch eine Art Zauberstab. Dabei handelt es sich um Fotos, die Google automatisch verbessert hat. Halten Sie den Finger für kurze Zeit auf dem Zauberstab gedrückt, sehen Sie die Unterschiede zum Original.





Der Zauberstab unten rechts beim Altar zeigt an, dass Google dieses Foto automatisch verbessert hat.

Doch zurück zu den Bearbeitungsfunktionen: Sie finden hier einfache Werkzeuge für das Drehen oder Zuschneiden und auch hier wieder den Zauberstab für die automatische Verbesserung. Über mehrmaliges Antippen von Drehen richten Sie Ihre Fotos passen aus, ein Fingertip auf Zuschneiden öffnet die Crop-Maske mit drei Möglichkeiten zur Auswahl. Über den Filter-Eintrag gelangen Sie zu diversen künstlerischen Bearbeitungsmöglichkeiten, die Google von Snapseed übernommen hat. Neben den Effekten finden Sie hier auch über ein Dutzend Rahmen zur Auswahl.





Neben Drehen und Zuschneiden bietet die Fotos-App auch zahlreiche Filter.

Alben und Auto-Effekte

Nutzen Sie Google+ aktiv, dann werden Sie sich über die Möglichkeiten der Alben-Verwaltung direkt aus der Foto-App heraus freuen. Damit ist es ein Leichtes, eine Auswahl an Fotos zu einem neuen Album hinzuzufügen, um dieses Album dann anschließend via Google+ mit bestimmten Personen oder Kreisen zu trennen. Öffnen Sie dazu zunächst den Reiter Highlights und markieren Sie anschließend die gewünschten Fotos. Zwischen den bekannten Symbolen für Mülleimer und Teilen finden Sie nun ein neues Symbol mit einem Foto. Darüber fügen Sie die ausgewählten Fotos einem neuen Album hinzu. Das funktioniert nur mit Fotos in der Cloud und das Album bleibt zunächst privat. Wechseln Sie nun über die Sidebar zum Eintrag Alben, finden Sie hier die neuen Fotos und können das Album mit Ihren Kreisen teilen. Dabei wird Ihnen bestimmt auch der neue Teilen-Dialog auffallen, der das Teilen über Google+ ganz prominent oben platziert, aber auch die von Android gewohnten restlichen Möglichkeiten zur Auswahl bietet.





Der neue Teilen-Dialog der App ,,Fotos„ verfolgt optisch einen neuen Ansatz.

Ebenfalls nur für die online gespeicherten Fotos ist die Option Auto-Effekte verfügbar, die Sie ebenfalls über die Seitenleiste aufrufen. Google zaubert hier aus passenden Fotos lustige Animationen oder stellt schön gemachte Collagen zusammen. Auch deutlich verbesserte Aufnahmen finden sich hier. Es lohnt sich, von Zeit zu Zeit einen Blick in den Ordner zu werfen, da die Google-Rechner manchmal etwas Zeit brauchen, um sämtliche Fotos zu verarbeiten.

Auto-Effekte für Videos 

Wenn Sie ein Handy oder Tablet mit Android 4.3 oder neuer benutzen, dann können Sie aus der Foto-App heraus auch Videos mit Auto-Effekten erstellen. Sie finden in der Menüleiste unter Auto-Effekte dann ein zusätzliches Symbol mit der typischen Videoschnitt-Klappe.

Google hat recht viel Energie in die Fotos-App investiert. Wir sind uns deshalb ziemlich sicher, dass die Fotos-App die Standard-Galerie von Android recht schnell ablösen wird.

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