20. Oktober 2021
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Willkommen bei Android User

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in einer von uns auf android-user.de [1] gestarteten Umfrage zur Datensicherheit gaben im vergangenen Jahr 36 Prozent von 373 Leserinnen und Lesern an, dass sie ihre Daten bei Google sicherer aufgehoben sehen als beim BSI, bei der lokalen Behörde oder beim Bundesinnenministerium. Woher kommt dieses Vertrauen? Wie schafft es Google, uns glauben zu machen, dass unsere Daten in Mountain View in Sicherheit sind?

Google sammelt

Google lebt in erster Linie vom Anzeigengeschäft. Die Firma gibt dazu jedem Android-Nutzer eine Anzeigen-ID, die dann wiederum Google und Partner dazu nutzen können, auf unsere Interessen zugeschnittene Anzeigen zu liefern. Eigentlich ein erschreckender Fakt, denn so weiß Google nicht nur, welches Android-Handy Sie benutzen und welche Apps Sie herunterladen, sondern auch, welche Seiten Sie im Internet so besuchen, welches Hotel Sie gerade gebucht haben und welche Kleidergröße Ihre Frau hat, falls Sie ihr zu Weihnachten online ein Kleidungsstück bestellt haben. Google weiß aber noch viel mehr: Je nach Einstellungen Ihres Handys lernt Google, wo Sie wohnen, wo Ihre Arbeitsstelle ist, wann Sie üblicherweise aufstehen und in welchem Restaurant Sie gerne zu Mittag essen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Google mehr über Sie weiß als so mancher Freund oder gar Ihr Lebenspartner. Dieses Wissen sammelt Google nicht nur über Sie, sondern über Hunderte von Millionen Internetnutzern weltweit. Google weiß einfach alles – was im Internet steht.

Google ist mit dieser Sammellust nicht alleine: Es gibt noch mehr Firmen und Institutionen, die an Ihren persönlichen Daten interessiert sind. Dazu gehören unter anderem ausländische Geheimdienste und der eigene Staatsapparat. Wie kann man sich dagegen wehren? Muss man sich überhaupt dagegen wehren? Auf diese Fragen geben wir in der aktuellen Fokusstrecke von Android User ein paar Antworten.

Blindes Vertrauen?

Das Rätsel "Warum vertrauen so viele Nutzer Google?" können auch wir nicht lösen. Kritische Stimmen sehen eine Parallele zum lieben Gott: Blindes Vertrauen sorgt für positive Stimmung und wirkt quasi selbstheilend: Wenn ich nur fest genug daran glaube, dass nichts passiert, dann passiert auch nichts. Ich bewerte Google da mehr nach seinen Taten, die das Vertrauen der Nutzer stärken: Die Firma investiert in sinnvolle Zukunftstechnologien und verhält sich praktisch immer glaubwürdig. Dazu gehört auch die jüngst bei der US-Regierung eingereichte Petition, für mehr Transparenz zu sorgen [2].

Ich bin ein Google-Fan und der Meinung, dass meine Daten bei Google gut aufgehoben sind und sehe keinerlei Anlass, mein Android-Smartphone ohne Google-Account zu benutzen oder meine Daten zu einem anderen Anbieter zu migrieren. Ein Grund für mein Vertrauen ist, dass ich meine bei Google gespeicherten rund 12 GByte Daten jederzeit über Google Takeout mit einem Mausklick exportieren kann [3]. Das geht aktuell in diesem Umfang und mit diesem Komfort bei keinem anderen Anbieter. Sie finden das naiv? Dann schreiben Sie mir an marcel.hilzinger@android-user.de, und lesen Sie die Fokusstrecke aufmerksam durch.

Nun wünsche ich Ihnen viel Vergnügen mit der 28. Ausgabe von Android User.


Infos

  1. Umfrage zur Datensicherheit: https://www.android-user.de/content/collectedinfo/14831
  2. Petition von Google für mehr Transparenz: https://petitions.whitehouse.gov/petition/reform-ecpa-tell-government-get-warrant/nq258dxk
  3. Daten via Google Takeout exportieren: https://www.android-user.de/News/Tipp-Daten-bei-Google-mit-Google-Takeout-sichern

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