17. Oktober 2021
StartAppsVorsicht: Computer BILD Abzockschutz will dich vor dir selbst schützen

Vorsicht: Computer BILD Abzockschutz will dich vor dir selbst schützen

Sobald du deinen Computer, oder dein Smartphone anschaltest und dich nicht ausreichend vor Abzockfallen schützt, bist du Freiwild. Von allen Seiten lauern Gefahren, zumindest wenn man der Zeitschrift Computerbild glaubt. Um dich zu schützen, gibt es von Computerbild den Abzockschutz. Hinter diesem steht eine Online-Datenbank von Sophos mit über 9.000 Abofallen, vier Millionen virenverseuchter Seiten, 265.000 Phishing-Fallen und 1,7 Millionen Spam-Shops. Wow, das hört sich nach viel heißer Luft an…

Du öffnest die App und wirst gebeten, den Abzockschutz zu aktivieren. Um die Abzockschutz zu aktivieren und für ein Jahr gratis freizuschalten benötigst du einen Freischalt-Code, der auf der Print-Ausgabe der Computerbild 3/2015 (oder neuerer Ausgaben) auf der beiligenden CD zu finden ist. Dieser Code muss in den Einstellungen der App eingetragen werden.

Zuerst musst du den den Abzockschutz mittels Freischalt-Code aktivieren.
Zuerst musst du den den Abzockschutz mittels Freischalt-Code aktivieren.

Über die drei Punkte gelangst du zu den Einstellungen, um den Code einzutragen.
Über die drei Punkte gelangst du zu den Einstellungen, um den Code einzutragen.

Nach Eingabe des Codes bekommst du angezeigt, wie lange dieser Code noch gültig ist. Nachdem du auf der Startseite den Aktivieren-Button gedrückt hast erscheint die Meldung “Bitte tragen sie localhost und Port in ihren Proxy-Einstellungen ein”. Du gehst nun in deine System-Einstellungen und dort auf WLAN. Dort klickst du lange auf dein WLAN und danach auf Netzwerk ändern. Hier aktivierst du die erweiterte Funktion und trägst bei Proxy-Hostname localhost und bei Port 22851 ein. Mit einem Klick auf den Speichern-Button bestätigst du deine Eingabe.

Nach Eingabe des Codes bekommst du dessen Gültigkeit angezeigt.
Nach Eingabe des Codes bekommst du dessen Gültigkeit angezeigt.

Im WLAN änderst du deine Netzwerkeinstellungen.
Im WLAN änderst du deine Netzwerkeinstellungen.

Falls du mehrere WLAN-Zugänge nutzt, wiederholst du deine Eingaben für jedes Netzwerk. Dies musst du natürlich auch für deine mobilen Daten machen. Dazu klickst du in den System-Einstellungen unter Drahtlos & Netzwerke auf den Punkt Mehr und dort auf Mobilfunknetze. Hier wiederum wählst du Zugangspunkte (APNs) aus. Dort klickst du auf deinen Mobilfunkanbieter und stellst dort den Proxy und den Port wie oben beschrieben ein.

Du änderst den Proxy-Hostname und den Port.
Du änderst den Proxy-Hostname und den Port.

Sofern alle Änderungen vollzogen sind, öffnest du wieder die App und aktivierst den Abzockschutz. Der Abzockschutz stoppt jetzt gefährliche Internetseiten. Er klinkt sich in deinen Internet-Browser ein und warnt dich mit einer Sperrseite vor dem Besuch krimineller und verdächtiger Seiten. In der Benachrichtigungsleiste deines Smartphones siehst du anhand des App-Symbols, dass der Abzockschutz aktiv ist.

Der Abzockschutz ist nun aktiv.
Der Abzockschutz ist nun aktiv.

Computer BILD Abzockschutz ist kostenlos im Play Store erhältlich. Die Nutzung funktioniert allerdings — wenn überhaupt — nur mit einem Code aus der Computerbild Printausgabe für 4,50 €. Nach Eingabe des Codes ist die App ein Jahr freigeschaltet. Computer BILD Abzockschutz zeigt keine Werbung an.

Android User meint…

Wenn du ab und zu dein Gehirn einschaltest (und Chrome als Browser benutzt), dann kannst du dir den Abzockschutz ersparen. Die App scheint zwar keine Berechtigungen zu benötigen, in Wirklichkeit liest sie aber den kompletten Internetverkehr mit. Diese Tatsache und wie die App überhaupt arbeitet, erwähnt die Computerbild mit keinem Wort, weder bei Google Play noch in der verlinkten FAQ. Auf Apps dieser Art solltest du dich wirklich nie verlassen, sondern immer dein Gehirn einschalten.

Im Test kam seitens der App keine Meldung bei uns bekannten Abzockseiten. Nach erneutem App-Aufruf stellten wir fest, dass der Abzockschutz nicht oder nicht mehr aktiv war. Eine erneute Code-Eingabe funktionierte auch nicht mehr. Der Code ließ sich nicht mehr prüfen. Desweiteren hat sich auch der Port umgestellt, ein Phänomen mit dem wir laut den Kommentaren bei Google Play nicht alleine sind. Kein Wunder, denn seit Android 4.2.2 erlaubt Google das setzen des Proxy-Servers auf localhost via App nicht mehr und der Nutzer muss somit für jeden Verbindungsaufbau wieder einen anderen Port setzen. Also nichts von wegen einmal richtig einrichten und dann klappt das von alleine. Wie das die „Experten bei der Computerbild“ übersehen konnten ist uns ein Rätsel.  Sogar zu empfehlen, auch den Port für den mobilen Netzwerkverkehr durch Änderung bzw. Setzen eines neuen APNs zu empfehlen, grenzt — gerade für Leser auf Computerbild-Niveau — an Fahrlässigkeit, da man sich damit kurzerhand mal die Internetverbindung kaputt machen kann. Von Opera Turbo, der Datenkomprimierung in Chrome und bei anderen Browsern ganz zu schweigen. Der einzige, der also hier abgezockt hat, ist die Computerbild mit den 4,50 € für eine Software, die du unter Android nicht brauchst.

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