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Vier Drucker-Apps für Android

Apps, die das Drucken von einem Handy ermöglichen gibt es in Google Play mittlerweile recht viele. Doch halten die Apps auch, was sie versprechen? In diesem Artikel stellen wir vier Apps vor und heben ihre besonderen Funktionen hervor.

Das Drucken von einem Android-Gerät heraus funktioniert inzwischen recht komfortabel. Je nachdem, ob Sie über einen Drucker verfügen, der sich direkt via WLAN oder Bluetooth ansprechen lässt oder über einen klassischen Netzwerkdrucker, gestaltet sich das Setup hingegen unterschiedlich. Wir stellen vier Apps vor.

PrinterShare


Bei der App PrinterShare handelt es sich um eine Bezahl-App, mit der das kabellose drucken ermöglicht wird. Die Gratis-Version erlaubt nur das Drucken via Google-Cloud. Beim Ersten Start muss zunächst angegeben werden, wie man den Drucker ansteuern möchte. Es kann zwischen Bluetooth und WLAN gewechselt werden. Nachdem man nun das Druckermodell ausgesucht hat, kann es auch schon losgehen. Es gibt die Möglichkeit, Bilder, Kontakte (bzw. Visitenkarten), Kalendereinträge, Webseiten, Nachrichten, Anrufprotokolle, E-Mails, Dokumente und Dateien von der Speicherkarte auszudrucken.

Abbildung 1: Das Hauptmenü von Printershare mit den neun Möglichkeiten.
Abbildung 1: Das Hauptmenü von Printershare mit den neun Möglichkeiten.

Abbildung 2: Möchten Sie einen Kalender drucken, erscheint ein Auswahldialog für die Zeitspanne.
Abbildung 2: Möchten Sie einen Kalender drucken, erscheint ein Auswahldialog für die Zeitspanne.

In der App selber ist auch ein Internetbrowser integriert, mit dem man die Webseiten besuchen kann, die man drucken möchte. Wählt man anschließend Drucken, kann man noch ein paar allgemeine Einstellungen zur Qualität aufrufen. Nach einer Bestätigung wird der Druckauftrag an den Drucker gesendet. Bei den anderen Druck-Modi läuft der Vorgang gleich ab.

Viele Einstellmöglichkeiten

Bilder und Dokumente lassen sich in verschiedenen Größen zwischen 9x13cm und 20x25cm drucken. Außerdem lässt sich die Größe an das Blatt und den Drucker anpassen, sodass man bei einem DIN A3-Drucker also auch in voller Größe drucken kann. Neben der Bildgröße können auch die Seitenränder, die Seitenausrichtung, das Papierformat, die Papierquelle und der Druckmodus verändert werden. Optisch ist die die App sehr schlicht gehalten, und alle Funktionen sind übersichtlich dargestellt. Über die neun großen Schaltflächen kann man die schon aufgezählten Druckfunktionen aufrufen, während man über die Menütaste die Art der Verbindung zum Drucker auswählt.

Die Anwendung lief in der gesamten Testphase sehr stabil, und stürzte nicht ein einziges mal ab. Positiv fällt bei PrinterShare auf, dass man auch ungewöhnlichere Dinge wie zum Beispiel Kontakte oder Kalendereinträge drucken kann, eine Funktion, die bei anderen Apps nicht vorhanden ist. Die Qualität der Ausdrucke ist sehr gut, sodass man auch Fotos beruhigt größer über diese App drucken kann, vorrausgesetzt, das Foto verfügt über eine geeignete Auflösung. Als negativer Punkt ist allerdings hervorzuheben, dass man für die volle Funktionalität einen Lizenzschlüssel benötigt, der rund 10 Euro kostet.

Für Epson-Drucker


Als nächstes haben wir die App iPrint von Epson getestet. Da sie speziell für Epson-Drucker wie den vom Autoren benutzen Epson Stylus Photo PX730wd ausgelegt ist, waren unsere Erwartungen hier etwas höher gesteckt, als bei den Allround-Drucker-Apps. Die App ist optisch und vom Funktionsumfang her identisch mit der gleichnamigen iOS-App.

Abbildung 3: Das schöne geordnete Menü von Epsons iPrint.
Abbildung 3: Das schöne geordnete Menü von Epsons iPrint.

Abbildung 4: Auch eine Abfrage für die Toner-Füllmenge hat Epson integriert.
Abbildung 4: Auch eine Abfrage für die Toner-Füllmenge hat Epson integriert.

Es gibt die Möglichkeit, Fotos von der SD-Karte, gespeicherte Dokumente, Dateien aus Online-Archiven wie Evernote, Dropbox, Google Docs oder Box zu drucken. Außerdem kann man wie bei PrinterShare Webseiten direkt aus dem eigenen Browser ausdrucken. Ein großer Pluspunkt dieser App ist, dass man auch Kabellos mit ihr scannen kann. Letzteres geht allerdings nur, wenn man sich mit dem Multifunktionsdrucker im gleichen Funknetzwerk befindet.

Eine weitere Besonderheit der App aus dem Hause Epson besteht darin, dass man unter den Einstellungen die verbleibende Tintenmenge sehen kann, und außerdem noch eine Druckkopfreinigung sowie einen Düsentest durchführen kann. Das Drucken lässt sich sowohl aus dem Heimnetzwerk, als auch aus dem mobilen Internet steuern. Letzteres ist hier ein Vorteil gegenüber der App PrinterShare, da man bei iPrint sofort drucken kann, während man bei Printershare noch ein Konto eröffnen muss. Das schönste an dieser App ist, dass sie – im Gegensatz zu den anderen getesteten Drucker-Apps – komplett kostenlos ist.

Der Printbot


Die App Printbot kommt mit einem sehr schlichten Design daher. Startet man sie, öffnen sich eine Art Dateiemanager, aus dem man nun die gewünschte Datei von der SD-Karte auswählt. Hat man sich für eine Datei entschieden, öffnet sich ein Fenster, in dem man den Drucker, die Auflösung und die Papiergröße wählt. Die Dateigröße wird in dpi (dots per inch) angegeben, was etwas ungünstig ist, da nicht jeder etwas mit dieser Einheit anfangen kann. Bei Bildern kann man die Größe jedoch auch über einen Schieberegler separat auf einen Millimeter genau einstellen. In den Tests erkannte Printbot nicht jeden Airprint-fähigen Drucker, sondern nur ein paar der getesteten Modelle, obwohl bei Google Play angegeben wird, dass rund 2700 Modelle mit der App funktionieren sollen.

Abbildung 5: Papiergröße, Auflösung und Breite lassen sich bei PrintBot individuell anpassen.
Abbildung 5: Papiergröße, Auflösung und Breite lassen sich bei PrintBot individuell anpassen.

Abbildung 6: Hier kann man einen Teil der schlichten Menüstruktur von PrintBot sehen.
Abbildung 6: Hier kann man einen Teil der schlichten Menüstruktur von PrintBot sehen.

Die kostenlose Variante beinhaltet 3 Ausdrucke bis 1 MByte pro Monat, was zum Testen ausreichend ist. Gefällt Ihnen die App, können Sie die Vollversion für 2,99 Euro kaufen. Damit lassen sich unbegrenzt Bilder und Dokumente bis zu einer Größe von 20 MByte pro Dokument ausdrucken.

Die Qualität der Schriften ist wie bei den anderen getesteten Apps gut. Wer viele Seiten Text drucken möchte, wird nicht um die Bezahlversion herumkommen, da die 1 MByte doch recht schnell erreicht waren. Wie bei den anderen getesteten Apps kann man auch hier einen Druckauftrag anstoßen, indem man im entsprechenden Dokument oder Bild das Senden-Menü auswählt und dann im Menü die Druck-Applikation. Dies ist auch der beste Weg, um dem sehr spartanisch gehaltenen Menü von PrintBot auszuweichen.

Cortado Workplace


Die nächste App fällt etwas aus dem Raster. Mit Cortado Workplace kann man nicht nur drucken, sondern seine Dateien in der Cloud mit anderen Rechnern teilen. Hier beschränken wir uns auf den Test der Druck-Funktionalität. Bevor man den Service nutzen kann, muss man sich mit seiner E-Mail-Adresse anmelden.

Die Ordnerstruktur bei Cortado bringt vor allem bei Office-Dokumenten Vorteile mit. Die verschiedenen Ordner und Dokumente sind in einer Liste sehr übersichtlich mit großen Icons dargestellt. Vor dem Druck wird der Drucker automatisch von der App gesucht, wenn der gewünschte Drucker allerdings nicht zu sehen ist, kann man ihn auch manuell per IP-Adresse ansteuern. Der für die Tests benutzte Epson-Drucker wurde sehr schnell, und ohne Probleme gefunden.

Abbildung 7: Der sehr übersichtlich gestaltete Drucker-Auswahldialog von Cortado Workplace.
Abbildung 7: Der sehr übersichtlich gestaltete Drucker-Auswahldialog von Cortado Workplace.

Das Testdokument, das wir für sämtliche Apps benutzten, druckte auch Cortado Workplace ordnungsgemäß und in guter Qualität. Die Formatunterstützung lässt allerdings an gewissen Stellen zu wünschen übrig. So lassen sich zwar PDFs, Bilder und zahlreiche weitere Dokumententypen ausgeben, aber nicht in der Größe ändern. Man kann also ein Bild nur auf eine komplette Seite drucken und nicht verkleinern, vergrößern oder die Auflösung ändern. Bei typischen Office-Dokumenten stellt das normalerweise kein Problem dar, da man diese in der Regel seitenfüllend ausdruckt. Diese Aufgabe hat Cortado Workplace in den Tests gut gelöst.

Fazit

Für alle, die einen Epson-Drucker besitzen ist die Epson-eigene App Epson iPrint die beste Wahl. Sie bietet sehr gute Funktionalität und ist auch optisch recht ansprechend. Als Alternative eignet sich PrinterShare. Die App ist benutzerfreundlich und bietet einen recht umfangreichen Funktionsumfang, kostet allerdings 10 Euro. Günstiger drucken Sie mit PrintBot, die App fällt allerdings recht rudimentär aus. Wer keine Bilder oder Webseiten drucken möchte, sondern haufenweise Office-Dokumente, greift am besten zur Gratislösung von Cortado.

Generell sollte man als erste Anlaufstelle bei Google Play nach einer App des eigenen Herstellers Ausschau halten. So gibt es auch Lösungen von HP, Canon, Kodak und anderer Hersteller. Diese sind oft perfekt auf die Drucker abgestimmt und können so unter Umständen bessere Ergebnisse erzielen, als Allround-Apps. Last but not least bietet sich immer der Umweg über Google Cloud Print, den Chrome-Browser und den heimischen PC an [5]. Auch dafür gibt es mehrere Apps im Google Play Store. Wir empfehlen Cloud Print von Paolo Fernandez [6].

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