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Tipp: Play Store Alternative Aurora Store, der Play Store Client

Aurora Store Icon | Android-User.de

Wer ein Android Smartphone nutzt, wird sich zumeist seine Apps aus dem Play Store herunterladen. Doch es gibt auch diverse alternative App Stores. So haben wir in vorangegangenen Tipp-Artikeln schon einmal über F-Droid, Aptoide und UptoDown berichtet. In unserem heutigen Tipp stellen wir euch den Play Store Client Aurora Store vor, welcher über F-Droid oder direkt über die Webseite heruntergeladen werden kann.

Google Play Store Client – Aurora Store

Der Aurora Store ist ein inoffizieller FOSS (Free and Open Source Software)-Client für den Google Play Store. Der Aurora Client ist eine Abwandlung des Yalp Store und über F-Droid, UptoDown, Malavida oder direkt über die Webseite auroraoos.org verfügbar. Aurora bietet dabei die gleichen Funktionen wie der Yalp Store, verfügt dabei jedoch über eine benutzerfreundlichere Oberfläche. Mit dem Aurora Store kannst du jede APK des Play Store ohne eigenes Google Konto oder ohne vorhandene Google Play Services auf dein Smartphone herunterladen. Der Quellcode des Aurora Store ist unter Gitlab verfügbar.

Im Aurora Store findest du einen ähnlichen Aufbau wie im Play Store mit App-Beschreibungen, Screenshots zur jeweiligen App, Updates und Kommentaren diverser anderer Nutzer. Über den Aurora Store holst du dir die APK der Apps direkt auf dein Smartphone. Dazu muss jedoch die Installation unbekannter Quellen aktiviert sein. Ebenfalls kannst du nach vorherigen Versionen von Apps suchen, vorhandene Apps updaten, oder die Aktualisierung blockieren und festlegen, ob APKs nach der Installation einer App automatisch gelöscht werden, oder du sie auf deinem Gerät behalten möchtest.

Nach dem Download der Aurora Store APK, entweder über die bereits beschriebenen alternativen Stores, oder direkt über die Auroraoss-Webseite, bekommst du eine Übersicht der benötigten Berechtigungen angezeigt:

  • Zugriff auf alle Netzwerke
  • Beim Start ausführen
  • Installation von Paketen anfordern und abrufen,
  • WLAN Verbindungen abrufen
  • USB-Speicherinhalte lesen
Aurora 1 | Android-User.de

Anschließend erfolgt der Hinweis, dass durch die Nutzung von Aurora Store mit einem eigenen Google Account dieser gesperrt oder deaktiviert werden kann. Die Nutzung geht auf eigene Gefahr. Du hast die Möglichkeit ein anonymes Konto, welches von Aurora zur Verfügung gestellt wird, zu nutzen. Am unteren Bildschirmrand befinden sich die Buttons „ANONYM“ UND „GOOGLE KONTO“.

Aurora 2 | Android-User.de

Per Klick auf Anonym wirst du mit einem Fake-Google-Account bei Aurora eingeloggt und kannst anschließend den Store durchsuchen. Allerdings kannst du über den anonymen Account nur kostenlose Apps laden. Für Kaufapps musst du dann wieder einen realen Google Account nutzen.

Am unteren Bildschirmrand befinden sich die Tabs Start mit einer Übersicht der Apps und Spiele, Aktualisierungen mit Updates für bereits installierte Apps (bei denen du selbst auswählen kannst, welche Apps aktualisiert werden sollen) und den Tab Kategorien mit diversen Kategorien, nach denen du die Apps sortiert angezeigt bekommst.

Im Menü des Aurora Store, welches du über die drei Striche oben links aufrufst, findest du das Anonyme GMail Konto, mit dem du über den Store eingeloggt bist (auroraoss@gmail.com).

Im Menü befinden sich die Optionen meine Apps und Spiele, Favoriten, Ignorierliste, Downloads, Konten, Vortäuschen, Einstellungen und Informationen.

Mit der Option Vortäuschen kannst du zum Beispiel ein anderes Gerät vortäuschen, eine andere Sprache vortäuschen oder auch einen anderen Standort vortäuschen.

Aurora 8 | Android-User.de

In den App-Einstellungen kann zum Beispiel die Benutzeroberfläche angpasst (Dark Mode) oder auch Benachrichtigungen aktiviert werden. Über die Option Informationen gibt es Infos zum Aurora Store (Open Source Alternative zum Play Store, Anzahl der Tracker einer App werden angezeigt). Ebenfalls ist es möglich hier für den Aurora Store zu spenden (per Bitcoin, Bitcoin Cash, Ethereum, BHIM-UPI, PayPal usw.)

Hast du nun eine App gefunden, wird diese mit Bewertungen und Screenshots angezeigt. Auch gibt es eine Anzeige des Aurora Schutz sowie die Anzahl der Tracker und die Kontaktdaten des Entwicklers. Unterhalb der Kontaktdaten des Entwicklers sind zwei Buttons „Entwickler“ und „Berechtigung“. Ein Klick auf Entwickler zeigt weitere Apps und ein Klick auf Berechtigung zeigt alle von der App benötigten Berechtigungen.

Weiterhin wird angezeigt, ob eine App GSF-abhängig ist. GSF bedeutet Google Service Framework. Und hier beginnt für Huawei-Smartphones das Problem: Da diese nicht mehr auf die Google Play Dienste zugreifen können, funktionieren so gekennzeichnete Apps dort nach dem Download nicht. Hier muss man sich zum Beispiel mit einer Custom-Rom wie zum Beispiel LineageOS for microG behelfen.

Die fehlenden Google Play Services können mit MicroG ersetzt werden. Dies ist ein freier Software-Klon von Googles proprietären Kernbibliotheken und Anwendungen. microG besteht aus 5 Komponenten:

  • Service Core: (GmsCore) ist eine „Bibliothek-Anwendung„, die die erforderliche Funktionalität zum Ausführen von Anwendungen bereitstellt, die Google Play Services oder Google Maps Android API (v2) verwenden bzw. voraussetzen.
  • Services Framework Proxy (GsfProxy) ist ein kleines Hilfsprogramm, mit dem Anwendungen funktionieren, die für das Google Cloud to Device Messaging (C2DM) entwickelt wurden. Man braucht dieses Hilfsprogramm, um den kompatiblen Google Cloud Messaging Service nutzen zu können, der in GmsCore enthalten ist.
  • Unified Network Location Provider (UnifiedNlp) ist eine Bibliothek, die Wi-Fi- und Cell-Tower-basierte Geo Lokalisierung für Anwendungen bereitstellt, die Googles Netzwerk-Lokalisierungsanbieter nutzen. Sie ist in GmsCore enthalten. Sie kann aber auch unabhängig auf den meisten Android-Systemen ausgeführt werden.
  • Maps API (mapsv1) ist eine Systembibliothek, die die gleiche Funktionalität wie die mittlerweile veraltete Google Maps API (v1) bietet.
  • Store (Phonesky) ist eine sogenannte „Frontend-Anwendung„. Sie soll Zugriff auf den Google Play Store ermöglichen, um Anwendungen herunterladen und auch aktualisieren zu können. Die Entwicklung befindet sich in einem frühen Stadium und es gibt noch keine brauchbare Anwendung. (An dieser Stelle empfehlen wir den Aurora-App-Store zu nutzen)

Mit dem Project microG können Android-Apps, die eigentlich die Google-Play-Dienste nutzen, auch ohne diese ausgeführt werden. Die Google-Play-Dienste sind eine nicht-offene Erweiterung des Android-Betriebssystems und sind auf den meisten Smartphones (außer mittlerweile Huawei) vorinstalliert. Da sämtliche Apps die Google Play Dienste nutzen funktionieren sie ohne diese gar nicht oder schlechter. Mit microG ist es möglich, Apps auch dann vollständig zu nutzen, wenn man die Google-Play-Dienste von seinem Smartphone entfernt hat oder das Smartphone nicht mehr darauf zugreifen kann.

Für die Installation von microG wird ein nicht gesperrter Bootloader benötigt. Eine benutzerdefinierte Wiederherstellung und auch ein benutzerdefiniertes ROM müssen installiert sein. Hierbei muss jedoch die Installation von GAPPs unterbunden werden. Fast alle benutzerdefinierten ROMs unterstützen dabei standardmäßig das Unterschreiben von Signaturen, wodurch das System den Eindruck erweckt, dass die echten Google Play-Dienste installiert sind.

Fazit

Der Aurora Store kann eine Alternative für alle Nutzer von Custom ROMs ohne Nutzung eines Google Accounts oder auch für Nutzer von derzeit nicht mehr unterstützten Huawei-Phones sein. Die Nutzung des Aurora Store ist jedoch eine rechtliche Grauzone/Urheberrechtsverletzung, da der Store selbst keine offizielle Google-App ist, jedoch die Play Store API für einen Zugriff genutzt wird. Dies kann als Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen von Google gewertet werden.

Der Download des Aurora Store ist erst einmal erlaubt. Auch ist es erlaubt, ein Smartphone ohne Google Account und damit ohne Zugriff auf den Play Store zu nutzen. Die Grauzone beziehungsweise die Verletzung des Urheberrechtes fängt jedoch beim Download von Google Apps mittels Fake Account über den Aurora Store an. Anders sieht es wieder bei FOSS-Apps aus, also solche Apps, die im Play Store und auch in alternativen Stores sowie über die Webseite der Entwickler angeboten werden.

Die Verwendung des Aurora Store mit deinem eigenen Google-Account kann dazu führen, auf die Blacklist gesetzt zu werden. Die Verwendung ist auf eigenes Risiko. 

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