Start Magazin Tipp: Ab wann lohnt es sich ein neues Smartphone zu kaufen?

Tipp: Ab wann lohnt es sich ein neues Smartphone zu kaufen?

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In unserem letzten Tipp-Artikel haben wir ja darüber berichtet, was man mit einem alten Smartphone noch so alles anstellen kann. Einen wichtigen Punkt, das Recycling, haben wir dabei außer Acht gelassen. In unserem heutigen Artikel schauen wir, ab wann es sich lohnt, in ein neues Smartphone zu investieren und erklären hier auch noch einmal die Möglichkeit des recyclings.

Vor noch gar nicht allzu langer Zeit war ein Handy zum Telefonieren und SMS-schreiben da. Das Display war schwarz-weiß und winzig wie eine Briefmarke. Drückte man einmal aus Versehen auf den Internet-Knopf (sofern es sich denn um so ein “fortschrittliches Gerät” handelte) war Polen offen. Die Gebühren hätten uns ein Loch in die Brieftasche gefressen. Damals war ziemlich klar, wann es sich lohnt ein neues Handy/Smartphone zu kaufen. Nämlich dann, wenn es verbesserte Geräte auf dem Markt gab. So zum Beispiel ein Nokia Communicator. Das war damals ein heiß umkämpftes Teil. Und hat auch schon eine Stange Geld gekostet.

Der Nokia Communicator war 1999/2000 ein heiß umkämpftes Teil.

Heute ist das nicht mehr ganz so einfach. Die meisten Smartphones der letzten Jahre sind sich ziemlich ähnlich. Du entscheidest dich für Android (hoffentlich ;-)) oder Apple, schaust dir dein zur Verfügung stehendes Budget an und gehst entweder zu einem Händler deines Vertrauens und schließt einen subventionierten Vertrag ab, welcher ein Smartphone und eine Internet-Flat beinhaltet, oder kaufst dir ein Gerät ohne Vertrag und schaust dann selbst bei allen möglichen (Discount-)Mobilfunkanbietern nach einem passenden Vertrag deiner Wahl.

Hast du dann erst einmal ein Smartphone in deinem Besitz läuft es die ersten 1,5-2 Jahre zumeist ganz gut. Dann jedoch beginnen die Zipperlein. Die gefühlte Leistung wird langsamer, der Akku macht schlapp, kurz und gut: Es beginnt zu haken. Großartige Hilfe in Form von System-Updates des Herstellers ist nach 2-3 Jahren auch nicht mehr zu erwarten. Du bekommst gerade noch so die Minimal-Dosis an Sicherheits-Patches und bist nun mit deinem zweijährigen auf dich gestellt.

Nun gibt es drei Möglichkeiten

1. Du arrangierst dich mit deinem “Krückstock-Smartphone”. Denn es telefoniert, surft und simst ja noch fröhlich vor sich hin. Es muss vielleicht öfter mal an die Steckdose und nicht jedes Spiel läuft so flüssig, wie zu Anfangszeiten. Aber sofern der Rest stimmt, behältst du das Smartphone, bis es vielleicht irgendwo herunter- oder hineinfällt und dann tatsächlich seinen Geist aufgibt.

2. Du verkaufst dein noch ziemlich gutes, jedoch dir nicht mehr genügendes “Krückstock-Smartphone” in der Bucht und hoffst, es fischt sich jemand heraus.

Für den Verkauf spricht:

  • dass dein Gerät keine aktuellen Sicherheitspatches mehr erhält und sich zum Beispiel beim Online-Banking Sicherheitslücken auftun.
  • dass dein Gerät nur einen sehr kleinen Speicher hat, mit welchem es am Anfang super lief. Sobald aber neue System-Updates kommen, welche mehr Platz benötigen, fangen die Speicherplatzprobleme an. Das heißt, dein Gerät informiert dich ständig über fehlenden Speicher und du wirst darauf hingewiesen, Speicher in Form von gelöschten Apps frei zu machen.
  • das neueste System-Update benötigt mehr Rechenleistung, als dein Smartphone bieten kann. Dies sorgt ebenfalls dafür, dass dein Phone nicht mehr “rund” läuft, es beginnt zu haken.
  • das du zu der Sorte Mensch gehörst, welche immer das neueste Gerät möchten, da hier die neuste Android-Version mit den neuesten Funktionen läuft.
  • das ein neues Gerät neue Gadgets, wie zum Beispiel einen Fingerabdrucksensor bietet, welchen du unbedingt haben möchtest, das aber bei deinem alten Gerät nicht mehr unterstützt wird.

Vom durch den Verkauf erwirtschafteten Geld verfährst du wie oben: Du gehst zu einem Händler, oder durchsuchst das Internet und kaufst dir ein neues, schnelleres Smartphone mit noch mehr Gadgets. Hier ist es nur von Vorteil mit dem Kauf zu warten, bis ein nagelneues Modell vorgestellt wird. Die Vorgängermodelle eines aktuellen Smartphones sind immer noch prima und werden dann reduzierter erhältlich sein.

3. Recycling, um das alte Smartphone zu entsorgen
Um ein Smartphone herzustellen wird das Erz Coltan und andere wertvolle Rohstoffe (Tantal, Kobalt, Wolfram, Gold, Zinn) verwendet. Coltan wird zum Beispiel im Kongo in Gebieten abgebaut, in denen bedrohte Tiere wie zum Beispiel Gorillas leben. Diese werden gewildert, um die schlecht bezahlten Minenarbeiter, oder auch Kinder, welche Coltan abbauen, zu versorgen. Du kannst nun helfen, indem du von deinem ausgedienten Smartphone alle Daten löscht, SIM- und Speicherkarte entfernst und das Gerät zum Beispiel an ProWildlife e.V. schickst. Weitere Projekte bietet der NABU, oder die Caritas. Hier genügt es einfach die Suchmaschine anzuwerfen, um weitere Projekte ausfindig zu machen. Weiterhin ist es möglich die ausgedienten Geräte im Handy-Shop wieder zurückzugeben. Dort werden die Geräte ebenfalls passend entsorgt.

Rund 80% eines Smartphones lassen sich wiederverwenden. Somit ist das Recyclen eines ausgedienten Smartphones ein nicht zu unterschätzender Beitrag zu Umweltschutz und Ressourcenschonung.

Fazit:

Eigentlich lohnt es sich nie so richtig, ein neues Smartphone zu kaufen. Denn immer dann, wenn du ein neues Smartphone dein Eigen nennst, kommt ein weiterer Hersteller um die Ecke, welcher ein noch besseres, optimierteres, schnelleres Smartphone vorstellt. Und sofern du ein neues Smartphone benötigst ist es von Vorteil, sich eine Liste mit den von dir benötigten Funktionen zu machen und dann zu recherchieren (selbst oder über einen Händler), welches aktuelle Gerät den von dir gestellten Anforderungen entspricht und in deinen finanziellen Rahmen passt.