Start Im Test So nutzen Sie Wireless ADB via App und Kommandozeile

So nutzen Sie Wireless ADB via App und Kommandozeile

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Die Android Debug Bridge ist das Mittel der Wahl, um am Android-System herumzuspielen und Befehle auf der Kommandozeile einzugeben. Dank Wireless ADB können Sie dabei auch auf das USB-Kabel verzichten.

Wie schön wäre es, wenn man all die nützlichen Kommandos die mit der Android Debug Bridge (kurz ADB) ausführbar sind, nicht nur nutzen könnte, wenn das Endgerät über ein USB-Kabel an den Computer angeschlossen ist? Dank Wireless ADB ist der Traum Realität. Einzige Voraussetzung: Bei einigen (älteren) Geräten muss Ihr Handy/Tablet gerootet sein, und Sie müssen sich in jedem Fall im gleichen Subnetzwerk befinden. Wie Sie ADB überhaupt aktivieren, lesen Sie in unserem Grundlagenartikel aus Android User 04/2013 [1].

Ohne Root auf der Kommandozeile

Am einfachsten nutzen Sie ADB Wireless über die Kommandozeile. Schalten Sie zunächst auf dem Android-Smartphone das USB-Debugging ein und verbinden Sie das Handy mit dem USB-Kabel mit dem Rechner, der später via Wireless-ADB auf das Gerät zugreifen will. Starten Sie nun ADB über USB (adb usb). Hat alles geklappt, erscheint auf dem Smartphone/Tablet bei aktuellen Android-Versionen ein Hinweis mit dem RSA-Schlüssel des Rechners, den Sie akzeptieren müssen. Ohne erstmalige Verbindung über USB und die Erlaubnis vom Handy aus, ist der Zugriff auf aktuellen Androiden (Android 4.2 und neuer) nicht möglich. Dafür brauchen Sie für aktuelle Android-Geräte keinen Root-Zugriff mehr (war bis Android 2.3 der Fall).

Hat die Verbindung via USB geklappt, dann starten Sie die Android Debug Bridge über den Befehle

adb tcpip 5555

Beachten Sie, dass die Portnummer 5555 durch keine Firewall blockiert sein darf! Anschließend stellt der Befehl adb connect IP-Adresse die Verbindung zum Smartphone her. IP-Adresse müssen Sie dabei durch die IP-Adresse des Android-Smarthones ersetzen, zum Beispiel 192.168.0.101. Der Rechner, auf dem Sie den adb tcpip-Befehl ausführen, muss nicht via WiFi verbunden sein, aber er muss eine IP-Adresse aus dem gleichen Subnetz besitzen (zum Beispiel 192.168.0.100). Hat alles geklappt, können Sie das USB-Kabel trennen und die Ausgabe von adb devices zeigt folgendes an:

List of devices attached
192.168.0.101:5555  Geräte-ID

Alternativ lässt sich das Setup unter Windows auch mit der App ADB Wireless (no-root) von Sherdle durchführen [2].

Via App mit Root-Rechten

Laden Sie sich zunächst eine beliebige Wireless-ADB-App aus dem Google Play Store herunter. Die dort angebotenen Apps unterscheiden sich alle nur sehr geringfügig und die Entscheidung ist letztendlich eine Geschmacksfrage. Wir empfehlen ADB Konnect von Rocko Labs [3] oder Wifi ADB von ttxapps [4].

Öffnen Sie die von Ihnen bevorzugte Anwendung. Beim ersten Start müssen Sie die angeforderten Root Rechte der App bestätigen und werden bei Erfolg auf den Startscreen der App geleitet. Dieser ist bei so gut wie allen Wireless ADB Apps gleich aufgebaut.

Abbildung 1: Root-Zugriff ist Pflicht, um den notwendigen Service von der App aus zu starten.
Abbildung 1: Root-Zugriff ist Pflicht, um den notwendigen Service von der App aus zu starten.

Klicken Sie auf den großen Start Button, um den Wireless-ADB-Service auszuführen. Daraufhin müssen Sie lediglich im platform-tools-Ordner des Android SDKs den Befehl adb devices eingeben, um die vorhandenen Geräte anzuzeigen. Der Befehl adb connect [IP Adresse des Android Gerätes] verbindet Sie dann mit dem Smartphone. Dieses Kommando wird meistens aber auch nochmal in der App angezeigt. Ihr Computer hat sich gerade erfolgreich mit Ihrem Smartphone verbunden, und Sie können nun gewohnt mit den diversen ADB-Befehlen Ihr Gerät ansteuern.

Abbildung 2: Die Interfaces der Apps unterschieden sich so gut wie nicht. Überall haben die Entwickler das Konzept mit dem großen Knopf übernommen.
Abbildung 2: Die Interfaces der Apps unterschieden sich so gut wie nicht. Überall haben die Entwickler das Konzept mit dem großen Knopf übernommen.

Abbildung 3: In den Einstellungen lassen sich oft weitere nützliche Funktionen auswählen und bearbeiten.
Abbildung 3: In den Einstellungen lassen sich oft weitere nützliche Funktionen auswählen und bearbeiten.

Alle Befehle die in der kabelgebundenen Variante funktionieren, sind auch in der kabellosen Methode verfügbar. So können Sie zum Beispiel schnell mal ein Custom-ROM oder eine App "over the air" einspielen. Wenn Sie fertig sind, beenden Sie die Verbindung mit adb disconnect [IP Adresse des Android Gerätes].

Fazit

Für Power User, die ADB-Befehle nur so auf und ab tippen, bieten die Wireless-ADB-Apps eine erhebliche Vereinfachung für das Nutzen der Android Debug Bridge. Und zugegeben: mal eben die neuste ROM-Version mit einem Befehl kabellos über das WLAN zu übertragen, ist praktisch und cool zugleich. Unabdingbar ist Wireless ADB immer dann, wenn die USB-Schnittstelle des Smartphones bereits besetzt ist, zum Beispiel durch einen USB-Stick oder bei einem Gerät mit kaputtem Touchscreen von einer USB-Maus/Tastatur.


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