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So nutzen Sie iTunes mit Android zusammen

Sie verfügen über eine umfangreiche Auswahl an Musik und Videos bei iTunes und möchten diese auf Ihrem Androiden abspielen? Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre iTunes-Sammlung mit Android synchronisieren, streamen oder fernsteuern, auch wenn Apple das nicht gefällt.

Es könnte so einfach sein: Sie schließen Ihr Android-Smartphone an den Computer an und ziehen die Songs einfach rüber. Sobald Sie aber versuchen, iTunes-Musik von Ihrem Mac oder Windows-PC auf Ihren Androiden zu kopieren, werden Sie feststellen, dass dies nicht ohne Weiteres funktioniert. Wir stellen Ihnen ein paar Apps vor, mit denen es klappt.

Synchronisieren via USB und WLAN

Das Synchronisieren besteht aus zwei Komponenten: der Android-App und einem Setup auf dem Rechner, auf dem sich Ihre iTunes Bibliothek befindet. Die Installationsdatei finden Sie auf der Webseite des jeweiligen Entwicklers. Die meisten Anwendungen sind mit Windows und Mac kompatibel.

Ihren Androiden können Sie entweder über USB oder WLAN mit dem Computer verbinden. Dies ist abhängig von der jeweiligen App und Ihren Möglichkeiten. In der Regel erkennt der Windows-Computer Ihr Smartphone automatisch, nachdem Sie es über USB-Kabel angeschlossen haben. Bei der ersten Verbindung installiert der Rechner dafür automatisch den passenden Treiber. Voraussetzung dafür ist eine Internetverbindung. Lediglich unter Windows 8 könnte es noch zu Problemen kommen, bis für alle Geräte die entsprechenden Treiber zur Verfügung stehen. Manche Anwendungen bieten Ihnen zusätzlich die Möglichkeit, Daten per MTP-Übertragung (Media Transfer Protocol) ohne weiteren Gerätetreiber zwischen Computer und Endgerät zu synchronisieren.

iSyncr


Mit iSyncr [1] können Sie Ihre iTunes-Sammlung per USB, MTP oder WLAN von einem Computer auf Ihr Androidgerät übertragen. Möchten Sie nur eine Wiedergabeliste mit maximal 20 Songs auf einmal kopieren, genügt die kostenlose Lite-Version. Mit der Vollversion für 2,99 Euro können Sie mehrere Bibliotheken synchronisieren, verschiedene Wiedergabelisten erstellen und den Spielstand Ihrer Musik und Podcasts zwischen den Geräten abgleichen.

Vor der ersten Nutzung installieren Sie auf dem Computer die entsprechende Installationsdatei [2]. Im oberen Menüfeld der Anwendung haben Sie drei Optionen zur Verfügung: Verbindung via USB und WiFi sowie zusätzliche Features, die Sie unter Tools finden. Dazu gehören das Exportieren Ihrer Playlisten, die Einstellungen zur Synchronisation und der Medienscanner für Aktualisierungen und Bereinigen alter Listen. Wohin die Anwendung die Daten speichern soll, legen Sie in den Einstellungen fest. Haben Sie eine Speicherkarte können Sie sich im Gegensatz zu vielen Apple-Besitzern über viel Platz für Musik und Videos freuen. Die Synchronisation ist in beide Richtungen möglich. iSyncr selbst ist kein Musikplayer, dafür können Sie innerhalb der Anwendung den kostenlosen Rocket Music Player [3] herunterladen. Dieser spielt allerdings nur Audio-Dateien ab.

Entscheiden Sie sich für die Übertragung per WLAN, erhalten Sie vom Smartphone aus Zugriff auf Ihren Computer und können die gewünschten Dateien übertragen. Haben Sie Ihr Gerät via USB an den Computer angeschlossen, öffnet sich auf dem Desktop ein Fenster mit Ihrer Sammlung. Sie wählen aus, was Sie auf Ihrem Gerät haben möchten und bestätigen mit Sync. Das Laden der Musik verläuft sowohl über WLAN als auch über USB reibungslos und recht zügig. Die Musik finden Sie anschließend in Ihrem Player wieder. Nur bei den Video-Podcasts gibt es möglicherweise Probleme. Zwar lädt iSyncr diese ebenfalls, legt Videos jedoch gerne bei den Musikalben statt unter Podcasts ab, sodass Sie möglicherweise erst danach suchen müssen.

Abbildung 1: In den Tools können Sie Musik exportieren, Einstellungen vornehmen, Musik mit dem Rocket Music Player hören und Playlists verwalten.
Abbildung 1: In den Tools können Sie Musik exportieren, Einstellungen vornehmen, Musik mit dem Rocket Music Player hören und Playlists verwalten.

Abbildung 2: Synchronisieren der Bibliothek über USB. Wählen Sie am Computer die entsprechenden Verzeichnisse aus und klicken auf Sync.
Abbildung 2: Synchronisieren der Bibliothek über USB. Wählen Sie am Computer die entsprechenden Verzeichnisse aus und klicken auf Sync.

Abbildung 3: Nicht alle Dateien lassen sich auf Nicht-Apple-Geräte übertragen. Dies gilt vor allem für Videos mit DRM-Schutz (Siehe Infokasten).
Abbildung 3: Nicht alle Dateien lassen sich auf Nicht-Apple-Geräte übertragen. Dies gilt vor allem für Videos mit DRM-Schutz (Siehe Infokasten).

Kopierschutz (DRM)

Mit vielen Anwendungen aus dem Playstore lassen sich sowohl Musik als auch Videos aus iTunes auf Ihren Androiden übertragen. Doch es gibt einen kleinen Haken. Viele Videos, die Sie bei iTunes erwerben, haben einen besonderen Schutz, den sogenannten Digital Right Management Schutz (DRM). Dies bedeutet, dass nur autorisierte Geräte, dazu gehören nur die Geräte von Apple, diese abspielen können. Da es gesetzlich verboten ist, diesen Kopierschutz zu umgehen, können Sie mit den vorgestellten Anwendungen leider nur die Filme auf andere Geräte übertragen, die keinen DRM-Schutz haben.

Double Twist Player und Double Twist Air Sync



Die kostenlose Anwendung Double Twist [4] synchronisiert Ihnen ebenfalls Ihre iTunes-Bibliothek mit Android. Im Gegensatz zu iSyncr ist gleich ein Player mit an Bord, der sogar Videos korrekt wiedergibt. Zunächst müssen Sie wieder das entsprechende Setup auf Ihrem Computer installieren [5]. Verbinden Sie dann Ihr Gerät über USB mit dem Computer. Mit der Anwendung Air Sync von Double Twist [6] ist es möglich, Musik und Videos über WLAN auf Ihren Androiden zu übertragen. Diese Zusatzfunktion schlägt allerdings mit 4,99 Euro zu Buche. Um Ihre Geräte über WLAN miteinander zu verbinden, erhalten Sie in der App einen Code, den Sie zunächst im Computer eingeben (Abbildung 4). Den Code finden Sie jederzeit in den Anwendungseinstellungen. Nun können Sie entweder die komplette Bibliothek abgleichen oder einzelne Musikstücke auf Ihr Gerät kopieren (Abbildung 5). Sogar ein Streaming über Apple TV oder Xbox ist möglich. Dafür wählen Sie in den Einstellungen den Menüpunkt AirTwist&AirPlay und aktivieren den Stream.

Die Anwendungen von Double Twist fallen durch die aufgeräumte und iTunes ähnliche Oberfläche auf (Abbildung 6). Falls Sie eine Speicherkarte haben, können Sie diese als Zielort für Ihre Dateien angeben. Für den Aufpreis von 4,99 Euro per In-App-Kauf können Sie Podcasts künftig direkt von der App aus abonnieren.

Abbildung 4: Möchten Sie eine WLAN-Verbindung zwischen Androidgerät und Computer herstellen, geben Sie den Code hier ein.
Abbildung 4: Möchten Sie eine WLAN-Verbindung zwischen Androidgerät und Computer herstellen, geben Sie den Code hier ein.

Abbildung 5: Suchen Sie links Ihr Mobilgerät und wählen die Musikauswahl aus, die Sie dorthin übertragen möchten.
Abbildung 5: Suchen Sie links Ihr Mobilgerät und wählen die Musikauswahl aus, die Sie dorthin übertragen möchten.

Abbildung 6: Die Übersichtsseite von Double Twist. Links davon kommen Sie zu den Einstellungen und rechts zu Ihren Videos.
Abbildung 6: Die Übersichtsseite von Double Twist. Links davon kommen Sie zu den Einstellungen und rechts zu Ihren Videos.

Winamp


Mit Winamp haben Sie auf Ihrem Androiden [7] wie auf dem Computer [8] einen umfangreichen Player, den Sie unter anderem mit iTunes synchronisieren können. Die Grundversion ist kostenlos. Um die WLAN-Synchronisierung zu starten, müssen Sie in den App-Einstellungen das entsprechende Häkchen setzen. Alternativ können Sie Ihr Gerät über USB anschließen. Um Ihre Musiksammlung zu übertragen, müssen Sie am Computer nur den entsprechenden Ordner ins Verzeichnis Ihres angeschlossenen Gerätes ziehen. Winamp für Android bietet Ihnen eine übersichtliche Startseite und die Möglichkeit nach kostenloser Musik zu suchen. Weitere Funktionen können Sie über In-App-Käufe hinzufügen, beispielsweise das Anzeigen von Songtexten und eine verbesserte Audiowiedergabe.

Abbildung 7: Synchronisieren Sie Winamp mit iTunes, dann haben Sie alles in einer Sammlung vereinigt.
Abbildung 7: Synchronisieren Sie Winamp mit iTunes, dann haben Sie alles in einer Sammlung vereinigt.

Abbildung 8: Funktionen von Winamp: Musikplayer mit der Möglichkeit zur Synchronisierung mit bestehenden Musikbibliotheken.
Abbildung 8: Funktionen von Winamp: Musikplayer mit der Möglichkeit zur Synchronisierung mit bestehenden Musikbibliotheken.

Tipp

Die hier vorgestellten Apps nutzen meistens Hintertüren in der iTunes-Software, die oft durch ein Update geschlossen werden. Spielen Sie deshalb nicht gleich jedes iTunes-Update sofort ein!

TuneSync und Tune Sync Home Stream



Die App Tune Sync [9] synchronisiert Ihre iTunes-Bibliothek für 4,68 Euro. Zum Testen gibt es eine kostenlose Lite-Version, die auf 20 Songs und nur eine Wiedergabeliste beschränkt ist. Das Vorgehen unterscheidet sich nicht von den vorherigen Anwendungen. Sie installieren von der Entwicklerseite eine Datei auf dem PC [10] und die Anwendung auf Ihrem Androiden. Anschließend sehen Sie auf dem Androiden Ihre iTunes-Bibliothek und geben an, welche Dateien Sie kopieren möchten.

Möchten Sie die Musik nicht auf dem Gerät speichern, sondern nur streamen, weil sich Ihr PC eventuell gerade im Nebenraum befindet oder die Boxen Ihres Androiden besser klingen, funktioniert dies problemlos über die App TuneSync Home Stream [11]. Um den Stream einzurichten, nehmen Sie über WLAN Verbindung zu Ihrem Rechner auf und wählen die entsprechenden Songs auf. Schon hören Sie diese statt auf dem Computer über Ihr Smartphone oder Tablet. Der Stream funktioniert leider nur bei Tondateien.

Abbildung 9: Die Übersichtsseite von Tune Sync fällt recht spartanisch aus.
Abbildung 9: Die Übersichtsseite von Tune Sync fällt recht spartanisch aus.

Abbildung 10: Verbinden Sie den Androiden mit dem Computer und streamen Ihre Sammlung vom Smartphone oder Tablet aus.
Abbildung 10: Verbinden Sie den Androiden mit dem Computer und streamen Ihre Sammlung vom Smartphone oder Tablet aus.

Retune


Ihr PC oder Mac steht am anderen Ende des Raumes, Sie sitzen aber gerade so bequem und wollen nicht ständig aufstehen, um die Musik zu ändern? Das ist kein Problem, denn mit der App Retune [12] können Sie Ihr Smartphone zu einer Fernbedienung umfunktionieren. Die einzige Voraussetzung dafür ist, dass Sie Ihren Computer und das Mobilgerät im gleichen WLAN angemeldet haben. Öffnen Sie iTunes auf Ihrem Computer. In der linken Menüliste können Sie Ihr Gerät auswählen und einen vierstelligen Code eingeben, den Sie in der App auf dem Smartphone sehen. Nun können Sie Musik, Videos und Podcasts problemlos abspielen und müssen dafür nicht noch einmal aufstehen.

Abbildung 11: In der App erfahren Sie den Code für die iTunes-Fernsteuerung.
Abbildung 11: In der App erfahren Sie den Code für die iTunes-Fernsteuerung.

Abbildung 12: Wählen Sie bei iTunes links Ihr Mobilgerät aus und geben den Code ein.
Abbildung 12: Wählen Sie bei iTunes links Ihr Mobilgerät aus und geben den Code ein.

Abbildung 13: Die Übersicht der Fernbedienung von Retune.
Abbildung 13: Die Übersicht der Fernbedienung von Retune.

Fazit

Ein paar Songs auf dem PC, welche auf dem iPod und der Rest auf Ihrem Androidphone? Dieses Chaos gehört nun der Vergangenheit an. Künftig können Sie Ihre Musik synchronisieren und haben Ihre Sammlung immer dabei. Da mittlerweile Google Musik am Start ist, hat es Vorteile, wenn Sie durch diese Anwendungen gleich mehrere Musikbibliotheken miteinander kombinieren können. Sind Sie auf der Suche nach einem kostenlosen Programm, mit dem Sie Ihre iTunes Bibliothek unter Android hören können, ist Double Twist Player die beste Wahl. Wenn Sie auf eine kabellose Übertragung Wert legen, ist es hingegen eine reine Geschmacksfrage, welche Anwendung Sie vorziehen. AirSync bietet die meisten Funktionen und erinnert durch seine Optik stark an iTunes, ist jedoch recht teuer. Auch die günstigeren Programme erledigen Ihre Aufgabe zuverlässig und schnell.

Für ein reines Mediencenter zu Hause nutzen Sie am besten die Stream-Möglichkeiten oder Ihr Smartphone als Fernbedienung. Dadurch belegen Sie keinen Speicherplatz auf Ihrem Androiden und sparen an Zeit, aber nicht an Musikgenuss.

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