Start Aktuell Nvidia erklärt die Chimera Computational Photography Architecture

Nvidia erklärt die Chimera Computational Photography Architecture

Chimera, Always On, Tap-to-Track, HDR. Das sind die wichtigsten Fachbegriffe für die neue Kamera-Technologie in den Tegra-4-Prozessoren von Nvidia. Android User bringt etwas Licht in den Tegra-Dschungel.

Nvidia hat gestern nicht nur den Tegra 4i-Prozessor vorgestellt, sondern auch ein paar detaillierte Informationen zur neuen Kamera-Architektur namens Chimera veröffentlicht. Dabei dreht es sich im Unterschied zu der Ultrapixel-Kamera des neuen HTC One nicht um einen bestimmten Bildsensor oder eine besondere Hardware, im Gegenteil: Chimera steht für eine Software, die aus jeder Smartphone-Kamera eine Superkamera macht.

Im Tegra 4 stecken 72 Grafikkerne, im neuen Tegra 4i sind es immerhin noch 60. Während der Nutzer E-Mails liest oder etwas im Web surft, langweilen sich diese GPUs schrecklich, ja selbst bei einer Video-Aufnahme im Full-HD-Modus gibt es für die GeForce-Chipsätze nicht besonders viel zu tun. Die Software-Entwickler bei Nvidia haben sich deshalb überlegt, wie man die Bildqualität von Smartphone-Aufnahmen rein durch Software verbessern könnte, und als Resultat ist Chimera entstanden.

Die Technologie bringt drei Haupt-Funktionen

  • HDR-Aufnahmen ohne speziellen HDR-Modus
  • HDR-Panorama-Aufnahmen
  • Tap-to-Track

Bei Tap-to-Track handelt es sich um ein Feature, das auch HTC mit der Kamera des neuen HTC One eingeführt hat. Dabei verfolgt die Kamerasoftware ein einmal fokussiertes Objekt ständig. Dazu ist neben einer schnellen Kamera-Hardware auch eine entsprechende Software notwendig. Der Nutzen ist offensichtlich: Möchten Sie zum Beispiel ein Tier oder ein Kleinkind fotografieren, dann genügt es, dieses einmal vor die Linse zu bekommen. Anschließend kümmert sich die Software darum, dass der Fokus nicht verloren geht.

Die ständige HDR-Funktion nennt Nvidia "Always On". Während man bei aktuellen Smartphones den HDR-Modus explizit einschalten muss, erstellen Kameras mit Chimera automatisch HDR-Fotos, -Videos und -Panoramafotos. Bei aktuellen Geräten ist das kaum möglich, da die meisten Smartphones schon für HDR-Fotos recht lange brauchen. Lediglich das HTC One besitzen eine HDR-Funktion für Videos.

Bislang komplett Geräten mit Nvidia Chimera vorbehalten ist der HDR-Modus für Panoramafotos. Dabei will man nicht nur eine bessere Bildqualität als die Konkurrenz erreichen, sondern die Rundumbilder auch deutlich schneller zusammensetzen, quasi in Echtzeit. Dabei erstellt die Software auf Wunsch auch Effekte, zum Beispiel eine Fischaugen-Aufnahme. Dazu braucht es schon ganz viel Rechenpower. Hier im O-Ton von Nvidia:
 
"Die Chimera-Architektur beseitigt diese Hürden, indem sie die Bildverarbeitung mit fast 100 Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde durchführt. Dafür werden Technologien genutzt, wie sie bei Röntgengeräten, Weltraumteleskopen und Überwachungssatelliten eingesetzt werden.  […] Die Chimera-Architektur fängt eine Szene ein, während sich die Kamera bewegt – von Seite zu Seite, von oben nach unten oder diagonal – wodurch es möglich wird, ein Panorama in Echtzeit aus verschiedenen Blickwinkeln zu rendern. Im Gegensatz dazu müssen Produkte von Mitbewerbern in eine Richtung, meistens entlang einer einzigen horizontalen Ebene, bewegt werden, oder erfordern großen Post-Processing-Aufwand zum Zusammenfügen des Panoramas. Wartezeiten bis zu 35 Sekunden sind dabei keine Seltenheit."

Die Features der Nivida Foto-Engine alias Chimera im Überblick. Bild: Nvidia
Die Features der Nivida Foto-Engine alias Chimera im Überblick. Bild: Nvidia

Sony und Aptina mit im Boot

Nvidia nützt die ganze Technik nicht viel, wenn sie kein Hersteller einsetzt. Deshalb gibt es vom Grafikspezialisten eine entsprechende Programmierschnittstelle, damit Entwickler selbst Apps programmieren können, die von den Möglichkeiten von Chimera gebrauch machen. Grundvoraussetzungen ist allerdings eine Tegra-4-CPU (Tegra 4 oder Tegra 4i).

Ebenfalls mit im Boot sind Sony und Aptina Imaging. Die beiden Firmen haben bereits ihre Unterstützung für die Chimera-Computational-Photography-Architektur bekundet. Die Sensoren Exmor-RS-IMX135 13-MP von Sony und AR0833-1/3 8MP-Mobile-Imaging von Aptina unterstützen die Chimera-Architektur und sind mit der HDR-Funktionalität im Always-On-Modus bereits ausgerüstet.

Android User meint…

HDR-Videos und -Panoramas sind eine tolle Sache und die neuen Kamerafeatures des HTC One und des Xperia Z zeigen, dass sich auf dem Gebiet bei den Android-Smartphones etwas tut. Solange die Hersteller aber nicht die Größe des CMOS-Sensors und der einzelnen Pixel vergrößern oder hier eine komplett neue Bildsensor-Technik entwickeln, wird auch Chimera keine Wunder bewirken können. Dennoch sind wir gespannt auf die ersten Geräte mit Tegra-4-Prozessor, damit wir die Technologie selbst ausprobieren können. So ein HDR-Panoramafoto mit dem Sony Exmor-RS IMX135 dürfte schon eine tolle Sache sein.

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here