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Nexus 7: Custom-ROMs und Tweaks

Mit dem Nexus 7 bietet Google Hardware zu einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis an. Wir zeigen Ihnen, wie Sie durch Software-Tweaks sogar noch mehr aus dem Gerät herauskitzeln.

Über die verbaute Hardware kann man beim Nexus 7 nicht meckern: Quad-Core-Prozessor und ein Gigabyte RAM sorgen für viel Performanz. Doch was ist, wenn doch einmal ein Ruckeln zu sehen ist? Oder wenn Ihnen Teile des Betriebssystems nicht gefallen, beziehungsweise Sie hardwarenahe Einstellungsoptionen vermissen? Dann hilft der folgende Artikel.

Custom ROMs

Die Firmware eines Android-Tablets wird als ROM bezeichnet. In diesem ist das Android-Betriebssystem enthalten. Welche Schritte Sie unternehmen müssen, um die vorinstallierte Firmware (Stock-ROM) gegen eine von Dritten angebotene aus dem Internet (Custom-ROM) auszutauschen, erfahren Sie in unserem Online-Artikel unter [1]. Dort beschreiben wir in einer einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitung-Anleitung, wie man auf dem Nexus 7 das Clockwork Mod Recovery einspielt, welches eine gute Basis für einen ROM-Austausch bietet. Sollten Sie sich hierbei trotzdem unsicher fühlen, bieten Apps wie ROM Manager [2] Hilfestellungen beim Einspielen des Clockwork Mods und diversen ROMs an. Welches Custom ROM bietet nun welche Verbesserungen an? Stellvertretend für die Vielzahl an ROMs seien hier die beiden prominentesten Vertreter vorgestellt.

Eines der bekanntesten Custom ROMs ist CyanogenMod [3]. Die alternative Firmware wird von einer großen Gruppe an freiwilligen Helfern weiterentwickelt. Dadurch, dass CyanogenMod schon seit Jahren reift, und die Entwickler sehr viel Wert auf saubere Implementationen legen, läuft alles sehr stabil. Selbst wer statt der Stable Builds eine Nightly-Version ausprobiert, stößt auf erstaunlich wenig Probleme. Im Test wirkte das Tablet gegenüber dem Stock Rom wahrnehmbar flüssiger. Darüber hinaus liefert CyanogenMod viele kleine Hilfen mit, wie etwa den DSP-Manager, mit dem man die Qualität der Soundausgabe optimiert.

Abbildung 1: Der DSP Manager hilft bei der Verbesserung der Sound-Qualität des Nexus 7.
Abbildung 1: Der DSP Manager hilft bei der Verbesserung der Sound-Qualität des Nexus 7.

Paranoid Android [4] ist vielen bekannt, weil es die typische Tablet-Optik auf Smartphones brachte. Ist das ROM trotzdem auch für Besitzer des Nexus 7-Tablets interessant? Ja, ist es – denn es kann eigentlich viel mehr. So beherrscht Paranoid Android nicht nur die Oberflächeneinstellungen aus Abbildung 2: Der Nutzer kann sogar für einzelne Apps jeweils unterschiedliche Darstellungsformen konfigurieren. Ebenso ändert man in einem einfachen Dialog die Erscheinung der Status- und der Navigationsleiste auf die eigene Lieblingsfarbe.

Abbildung 2: Paranoid Android passt die Optik der Oberfläche des Nexus 7 recht stark an.
Abbildung 2: Paranoid Android passt die Optik der Oberfläche des Nexus 7 recht stark an.

Kernel

Der Kernel ist das Herzstück eines Betriebssystems. Da er weit unten in der Sicherheits-Hierarchie agiert, kann er direkt auf die Hardware zugreifen. Jedes ROM enthält selbstverständlich bereits einen Kernel – ohne könnte man das Gerät schließlich gar nicht benutzen. Wenn Sie Ihr Stock-ROM nicht austauschen möchten, kann es für manche Zwecke ausreichend sein, einfach nur den Kernel zu wechseln. Genauso ist es aber auch möglich, diesen zusammen mit einem Custom-Rom zu verwenden, sofern die beiden kompatibel sind.

Besonderer Beliebtheit erfreut sich der Franco-Kernel: Zum einen versorgt der Entwickler ihn regelmäßig mit Updates, zum anderen bestehen keine hohen Hürden, um ihn auf das eigene Gerät zu flashen: Mit der Root-App Franco Kernel Updater [5] geschieht das innerhalb von Sekunden. Anschließend muss man das Gerät nur noch neustarten. Verwendet man nicht nur die Free-Version der App [6], sondern die Bezahl-Variante [5] für 3,99 Euro, dann stehen außer dem Flashen noch verschiedene Konfigurationsdialoge zur Verfügung. Dort kann man beispielsweise die Spannungskontrolle, die CPU- oder die GPU-Geschwindigkeit verändern. Ein Absenken der Versorgungsspannung (Undervolting) führt etwa zu einer längeren Akku-Laufzeit. Das Übertakten der GPU (Overclocking) beschleunigt Spiele mit anspruchsvoller Grafik. Ändern Sie jedoch keinen dieser Werte unbedacht. Es besteht immer die theoretische Möglichkeit, mit falschen Einstellungen die Hardware zu schädigen.

Abbildung 3: Der Franco-Kernel lässt sich auch komfortabel per App flashen und konfigurieren.
Abbildung 3: Der Franco-Kernel lässt sich auch komfortabel per App flashen und konfigurieren.

Tweaks

Haben Sie nun ROM und/oder Kernel Ihres Nexus 7 ausgetauscht, und trotzdem sind bei Ihrem Lieblingsspiel Ruckler zu sehen? Das muss nicht an der Hardware des Tablets liegen. Eine mögliche Erklärung liegt in der Art und Weise, wie das Android-System Zufallszahlen generiert. Diese sind gerade bei Spielen wichtig – wenn sich die Gegner dort etwa immer nur nach denselben festgelegten Berechnungen bewegen würden, dann wären sie auch genau dies: berechenbar und somit keine Herausforderung. Ein Zufallsfaktor sollte also immer mit im Spiel sein. Fordert die App nun Zufallszahlen an, benötigt das System Entropie (ungewisse Zustände) zur Generierung dieser Daten. Liegt gerade keine Entropie vor, dann muss das Spiel warten: Es fängt an zu ruckeln. Die App Seeder [7] sorgt nun dafür, dass Android für die Berechnung von Zufallszahlen keine Entropie mehr verwendet. Dadurch hört bei Spielen das Ruckeln auf; allerdings sind die generierten Zahlen nun weniger "zufällig" (was sich bei Spielen nicht sichtlich bemerkbar macht, jedoch theoretisch beim Thema Verschlüsselung).

Zum Schluß wollen wir noch etwas die Optik des Nexus-Tablets aufbohren. Natürlich lässt sich ganz einfach ein anderer Launcher installieren und auch die im Artikel Desktop-Tuning gezeigten Tipps helfen genauso auf dem Nexus 7. Doch wir möchten einen Schritt weitergehen: Die Boot-Animation soll eine andere sein. Wäre es nicht etwa reizvoll, wenn während des Bootens des Tablets das Logo Ihres Lieblings-Fußballvereins durch das Bild fliegt? Am einfachsten geht dies mit der Root-App Boot Animations [8]. Dieses Programm liefert nicht nur eine stattliche Anzahl an fertigen Bootanimationen mit, Sie können ebenfalls ein selbst erstelltes animiertes GIF für diesen Zweck importieren.

Abbildung 4: Mit einer selbsterstellten Bootanimation erhält das Tablet eine persönliche Note.
Abbildung 4: Mit einer selbsterstellten Bootanimation erhält das Tablet eine persönliche Note.

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