Start Aktuell Nach MWC und CeBIT: Das sind die Android-Trends bis Ende 2012

Nach MWC und CeBIT: Das sind die Android-Trends bis Ende 2012

Der Mobile World Congress und die Cebit sind (fast) passe. Zeit, sich die vorgestellten Geräte anzuschauen und ein wenig in die Zukunft zu schauen. Wir stellen Ihnen die Top-Smartphones von 2012 vor und erklären, wie sich der Tablet-Markt und Android allgemein entwickeln wird.

Dass die große Update-Welle auf Android 4.0 erst im März/April anlaufen wird, haben wir hier schon im Dezember analysiert. Nun schauen wir uns den Markt für die kommenden sechs bis neun Monate an und sind natürlich gespannt, wie sich unsere Prognosen bewahrheiten werden.

Comeback für HTC?

Auf dem Mobile World Congress gab es wirklich sehr viele neue Smartphones zu sehen. So richtig begeistern konnten uns aber nur die neuen Modelle von HTC. Hier stimmt das Design und die Leistung und auch ein paar nette neue Features hat HTC der One-Serie verpasst, allen voran die Schnellschuss-Funktion mit 20 Aufnahmen innerhalb einer Sekunde. Auch wenn das One X auf dem Mobile World Congress noch als Entwicklerversion gezeigt wurde, dürfte HTC der erste Player sein, der ein Quadcore-Smartphone auf den Markt bringen wird. Bei LG, Huawei und ZTE dürfte das noch bis zum Herbst dauern, auch wenn zum Beispiel das Optimus 4x HD schon praktisch fertig ist. Bei HTC rechnen wir hingegen mit ersten Geräten des One X bereits Anfang April, also in drei Wochen.

The winner of the show ist für uns aber nicht das One X sondern das One S mit der superflachen Bauweise und dem nach Außen gewölbten Display. Hält man das One V in der Hand kommt wieder mal so richtig ein Wow-Effekt auf. Fallen die Preise schnell auf rund 400 Euro, dann hat das One S gute Chancen, im 2012 zu den meistverkauften Smartphones zu zählen, denn es ist nicht nur verdammt schnell, sondern hat auch Stil! Zudem schätzen viele Nutzer das Display im 4,3-Zoll-Format und möchten kein größeres.

Das HTC One S hat gute Chancen, zum Lieblings-Androiden 2012 zu werden.
Das HTC One S hat gute Chancen, zum Lieblings-Androiden 2012 zu werden.

Auch das HTC V hat es in sich, schafft es doch eine Art Hommage an das Legend, wenn auch ohne Trackball. Natürlich wissen wir aktuell noch nicht, welche Spitzenmodelle Samsung 2012 auf den Markt bringen wird, aber HTC hat definitiv drei sehr heiße Eisen im Feuer.

Samsung unter Druck

Samsung hat zwar jede Menge neue Tablets und Smartphones präsentiert, aber die meisten Android-Fans warten dennoch gespannt auf das neue Flaggschiff. Und hier muss uns Samsung angesichts der recht starken Konkurrenz schon bald etwas zeigen. Einfach nur Apple zu kopieren und ein Galaxy S II Plus zu bringen, reicht bei Android nicht. Wir sind aber recht zuversichtlich, dass Samsung das gelingen wird und bei dem vielen Lärm um das Galaxy S III sollte man das Galaxy Nexus nicht vergessen: spätestens mit Android 5.0 Jelly Beans steht ja schließlich ein neues Nexus-Gerät an.

Huawei legt zu

Mit der Ascend-Serie hat Huawei in Barcelona sehr schöne Geräte gezeigt. Dass Huawei qualitativ hochwertig verarbeitete Produkte herstellen kann, wissen wir spätestens seit dem Honor oder dem Media Tab. Dieser Trend wird sich 2012 fortsetzen und die Firma wird mit einem sehr guten Preisleistungsverhältnis bei den Android-Smartphones und Tablets weitere Marktanteile sichern. Das Quadcore-Modell und das neue 10-Zoll-Tablet mit Full-HD-Auflösung werden aber vermtulich erst zum dritten Quartal oder sogar erst zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt kommen. Huawei setzt bei seinen Geräten auf ein relativ unverfälschtes Android 4.0. Das gefällt uns.

Auch das P1-Modell der neuen Ascend-Serie von Huawei hat zugegeben recht viel Stil.
Auch das P1-Modell der neuen Ascend-Serie von Huawei hat zugegeben recht viel Stil.

Motorola bleibt solide

Motorola wird in der Android-Szene zu unrecht geschimpft. Denn eigentlich gehören die Geräte seit dem Update auf Android 2.3.5  zu den technisch besten und vorallem sichersten Androiden überhaupt. So sind die Geräte von Motorola nach einem Wechsel der SIM-Karte gesperrt, solange sich nicht mit seinem Motoblur-Konto anmeldet. Das verhindert nicht nur einen Zugriff auf das Gerät selbst, sondern auch auf das Google-Konto etc. Zudem bietet Motorola auch für Geräte mit Android 2.3 eine komplette Verschlüsselung an, hilft mit wirklich gut gemachten Apps beim Akku schonen und bei der Datennutzung und verfügt zudem mit dem Razr und den neuen Xoom-2-Tablets als erster Hersteller über serienmäßig spritzwassergeschützte Modelle.

Motorola hat nur ein Problem: Google. Denn wenn die Fusion klappt, dann wird Google alles tun, damit Motorola in keiner Weise als favorisierter Hersteller betrachtet wird. Schließlich will man die restlichen Hersteller nicht verärgern. Deshalb erwarten wir dieses Jahr keine spektakulären Geräte von Motorola, also keine Quadcore-Phones und auch keine Full-HD-Tablets. Dafür solide Hauskost, wie mit dem Motoluxe oder dem Defy+. Wir wären froh, wenn es auch das Razr Maxx nach Europa schafft, denn mit der Akkulaufzeit kann aktuell kein anderer Hersteller mithalten.

Was machen Sony, LG, ZTE und Co.?

Auch die neues Xperia-Serie von Sony ist nicht schlecht und das Design hat etwas Spezielles. Dass die Geräte aber mit Android 2.3 ausgeliefert werden, dürfte dann doch beim einen oder anderen Nutzer für Verdruss sorgen. Wir sind uns aber ziemlich sicher, dass wir dieses Jahr von Sony noch weitere neue interessante Android-Geräte sehen werden, schließlich möchte  Sony auch den Musik- und Spiele-Markt mit passenden Geräten beliefern. Zudem war bereits 2011 das Xperia Arc (S) das am meisten verkauften Nicht-Samsung-Android-Smartphone.

Die neuen Xperia-Smartphones von Sony dürften sich recht gut verkaufen, auch wenn anfänglich nur Android 2.3 vorinstalliert ist.
Die neuen Xperia-Smartphones von Sony dürften sich recht gut verkaufen, auch wenn anfänglich nur Android 2.3 vorinstalliert ist.

ZTE hatte zwar in Barcelona unheimlich viele Geräte dabei, aber die Verarbeitung der ausgestellten Muster machte klar, dass es sich hier höchstens um frühe Prototpyen handelt. ZTE wird deshalb auch 2012 ziemlich sicher nur in der unteren Mittelklasse mitspielen, je nachdem welche (europäischen) Partner man ins Boot holen kann.

LG hat zwar ein recht interessantes Line-Up für 2012 vorgestellt, mit  Ausnahme der zwei Flaggschiffe L7 und 4X HD stimmt jedoch bei den restlichen Modellen die Display-Qualität nicht, auch wenn LG behauptet, genau hier punkten zu wollen.  Zudem ist beim L7 für ein simples Dualcore-Smartphone der Preis mit 599 Euro einfach viel zu hoch angesetzt, das HTC One S kostet 100 Euro weniger und sieht nicht nur besser aus sondern bietet auch das besser Display mit 960×540 Pixeln. Dass LG gute Displays bauen kann, ist kein Geheimnis. Wir würden aber gerne mehr davon in Android-Smartphones sehen.

Bei den Preisen wird sich 2012 bei allen Herstellern nicht viel verändern. Die Spitzenmodelle gehen für maximal 500 Euro über die Theke, viel mehr liegt da auch bei Quadcore-Geräten nicht drin. Für  200 Euro wird man jedoch bereits Smartphones bekommen, die 2011 noch zur gehobenen Mittelklasse gehört haben und die Einsteigermodelle um 100 bis 150 Euro werden ebenfalls deutlich mehr zu bieten haben, als im Vorjahr.

Bei den Tablets wird es interessant

2012 wird das Jahr der Android-Tablets. Genau so, wie 2011 Android-Geräte in einigen Märkten die 50-Prozent-Marke bei den Neuverkäufen geknackt haben, wird sich 2012 der Tablet-Markt entwickeln. Schuld daran ist nicht das iPad: dieser Vorgang wird stattfinden, egal wie gut oder wie schlecht sich das neue iPad verkauft. Denn Android beliefert Märkte, an die Apple nie herankommen wird und vermutlich auch nicht herankommen will. Hier mangelte es 2011 bei den meisten Tablets einfach noch an der Qualität und auch am Betriebssystem. Mit Ice Cream Sandwich sind aber schon für 100 Euro recht gute 7-Zoll-Tablets möglich und der Preis für ICS-Tablets im 10-Zoll-Format, die mit aktuellen Modellen vergleichbar sind, wird sich bei 200 bis 250 Euro einpendeln (je nach Speicherausstattung und 3G/LTE). 2012 werden gute Android-Tablets für jedermann erschwinglich und deshalb werden die Verkaufszahlen weltweit enorm zulegen.

Mehr Kerne, mehr Architekturen

Eine weitere klare Tendenz für 2012 sind die Multicore-CPUs. Nvidia nennt es 4-PLUS-1, Qualcomm verbaut bereits 6 Cores in seinem A15. Während sich das Marketing bislang nur auf die CPUs beschränkte, dreht sich nun alles um die Multicore-Fähigkeit. Welches System arbeitete am besten mit Android zusammen, wo stimmt die Kooperation zwischen CPU, GPU und weiteren Processing Units am besten. Hier kommen auch Intel mit x86 und MIPS ins Spiel. MIPS ist traditionell auf recht viele Cores ausgelegt und dürfte am meisten von diesem neuen Trend profitieren. Zudem hat die CPU-Schmiede aus den USA langjährige Netzwerkerfahrungen, perfekte Voraussetzungen für Android. Auch Intel dürfte nach den ersten Android-Smartphones mit Einkern-CPU schon bald Dualcore-Modelle bringen, die dann wiederum dank Hyperthread-Support Vierkern-Systemen Konkurrenz machen könnten. Doch mit den Niedrigststromverbrauchern auf MIPS- und ARM-Basis kann Intel auch 2012 noch nicht mithalten, Standby-Zeiten von mehr als 10 Tagen liegen mit üblichen Akkus bei x86 noch nicht drin.

Google Play — wo bleibt das Business?

Android wird 2012 einen großen Schritt in Richtung Business machen, da sind wir uns ziemlich sicher.  BlackBerry ist passe, Windows Phone noch ein Spielzeug, also werden die meisten Firmen die nicht auf Apple-Lösungen setzen möchten, mit Android die nahe Zukunft planen. Die Umbenennung zu Google Play könnte deshalb der erste Schritt für einen neuen Android-Business-Markt sein, mit 100-Prozent geprüften (Business-) Anwendungen, Premium-Support und so weiter. Die Nachfrage ist mehr als nur vorhanden, das stellen wir im Gespräch mit diversen Partnern immer wieder fest. Auf dem Firmenhandy wird Google Play dann einfach nicht vorhanden sein, so einfach ist das…

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here