22. September 2021
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Kein Erfolg: Motorola stellt Lapdock und Webtop-Software ein

Google räumt aktuell beim finanziell angeschlagenen Motorola Mobility kräftig auf. Aktuell fiel dem Rotstift die Lapdock-Hardware und die zugehörige Software Webtop zum Opfer.

Motorola stellte die Weltneuheit Webtop inklusive Lapdock zum ersten Mal auf der CES 2011 dem Publikum vor. Dabei handelt es sich um ein spezielles Dock mit Tastatur und Bildschirm, das seine Rechenpower komplett von einem Smartphone aus erhält. Anstelle des etwas eingeschränkten Android-Desktops startet das Lapdock automatisch ein Linux-System. Das Konzept hat sich aber nie richtig durchgesetzt, was unter anderem am hohen Preis des Accessoirs und der mangelnden Software-Auswahl liegen dürfte. Die Linux-Software wird nicht mehr weiterentwickelt, die Produktion neuer Lapdock-Hardware wird eingestellt.

Android User meint…

Die Idee hinter dem Lapdock war nicht schlecht, es mangelet aber bei der in Europa erhältlichen ersten Version an zahlreichen Punkten. So ist im Atrix 4G mit 512 MByte Hauptspeicher zu wenig RAM für das Ubuntu-System verbaut, zudem verfügt das Touchpad des Lapdocks über keine Scroll-Funktion und die Tastatur ist nur bedingt für Vieltipper geeignet (siehe unseren ausführlichen Testbericht zum Motorola Atrix 4G mit Lapdock). Ausschlaggebend für den finanziellen Misserfolg dürfte aber in erster Linie der Preis gewesen sein: die verlangten 300 Euro waren für viele Käufer schlicht zu teuer, einen Business-Einsatz, wie ihn sich Motorola erhofft hatte, ließ weder die Hardware noch die Software wirklich zu. So ließ sich nur eine bestimmte Programm-Auswahl auf dem Atrix nutzen, eine Office-Suite fehlte zum Beispiel. 

Die folgenden, verbesserten Lapdock-Modelle haben den Weg nach Europa bereits nicht mehr geschafft, zudem waren sie zum Atrix 4G nicht mehr kompatibel. Zu groß wurde dann auch die Konkurrenz durch das deutlich praktischere Asus Transformer. Zudem eignet sich nun auch Android von Haus aus immer besser für die Bedienung durch die Tastatur, was einen separaten Linux-Desktop kaum mehr nötig macht (und schon gar nicht eine eingeschränkte Version, wie die von Motorola). 

Eventuell war Motorola mit der Idee aber auch einfach nur zu früh: Mit einem Quad-Core-Smartphone mit 2 GByte RAM inklusive Lapdock würden sich ganz andere Use Cases bieten als mit der ersten Version, die in puncto Performance doch sehr am Anschlag war. So könnte man auch problemlos eine Office-Suite oder ein Bildbearbeitungsprogramm installieren.

Wer ein Atrix 4G sein Eigen nennt und gerne mit dem Lapdock herumspielen möchte: Aktuell kostet das Lapdock bei Amazon weniger als 75 Euro. Dass Motorola das Lapdock und die zugehörige Webtop-Software einstellt, dürfte auch mit ein Grund dafür sein, dass das Atrix 4G bei Android 2.3 bleibt und kein Update auf Android 4 bekommen wird.

Quelle: cnet.com

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