5. Dezember 2022
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Im Test – trifo AI Home Robot Vaccum & Mop Lucy-S, VSLAM-Navigation

Mittlerweile durften wir schon einige Staubsaugerroboter verschiedener Hersteller ausprobieren. Für unseren heutigen Test bekamen wir freundlicherweise den trifo AI Home Robot Vaccum & Mop Lucy-S.

trifo Lucy-S – Unboxing

Das Paket des trifo Lucy-S sieht durch die schwarz-goldene Farbgebung sehr edel aus. Inliegend befinden sich der Sauger, ebenfalls in schwarz-gold gehalten, die Ladestation mit Netzkabel, einem Wischaufsatz, der gleichzeitig auch der Wassertank ist und 10 Wischtüchern aus Stoff. Auch eine Nutzeranleitung und Garantieschein sind vorhanden. Ein Reinigungswerkzeug ist nicht vorhanden.

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trifo Lucy-S – Aussehen

Insgesamt unterscheidet sich der trifo Lucy-S nicht sonderlich von anderen Saugern. Der Corpus ist aus schwarzem glänzenden Kunststoff und hat unter der aufklappbaren Abdeckung den herausnehmbaren Abfallbehälter mit Filter (HEPA-Partikelfilter, Primärfilter). Das Herausnehmen wie auch das Öffnen des Abfallbehälters funktioniert per Push-Button. Des Weiteren finden sich hier eine WLAN-Anzeige, Reset-Button und USB-Ladebuchse, die Einschalttaste mit LED sowie die Ladetaste mit LED. An der Oberseite liegt ein goldener Ring. Dieser beherbergt ebenfalls die Einschalttaste und die Ladetaste mit LED. Durch das glänzende Material ist die Oberfläche sehr anfällig für Fingerabdrücke. An der Front liegen der intelligente ToF-Tiefensensor und die 1080p HD-Kamera. War die Objekterkennung zu Zeiten der Entwicklung von Lucy (Crowdfunding-Kampagne) noch Zukunftsmusik, so ist diese mittlerweile in vielen Saugern (z.B. T9 Aivi) zu finden.

An der Unterseite befindet sich die vorinstallierte Mono-Seitenbürste, welche fest verschraubt ist. Außerdem liegen hier die Lenkrolle, die beiden Seitenräder/Antriebsräder, die Mehrflächen-Rollbürste (in der PET-Version auch mit Direktaufsatz), die Wischtuchkletthalterung sowie folgende Sensoren: 6 Treppensensoren und der optische Hindernissensor.

Der mitgelieferte Wischaufsatz ist sehr flach, sodass ich diesen nicht direkt als Wassertank erkannt habe. Seitlich liegt jedoch der Einfüllpunkt für das Wasser. Das Fassungsvermögen beträgt 100 ml.

Gut gelöst ist das Kabelmanagement seitens der Ladestation. Diese hat an der Unterseite einen Verschluss, den du öffnest, um das Ladekabel einzustecken und zu lange Kabel direkt einzuwickeln. Ein plötzliches Abreißen des Ladesteckers ist so auch nicht möglich.

trifo Lucy-S – Spezifikationen

Saugkraft3000 pa (4000 pa bei Lucy Pet)
NavigationFull-HD-Kamera + Tiefensensor
AppTrifo Home
Lautstärkebis zu 90 dB mit aufsteigender Saugstufe
Staubkammer0,6 l 
Ladezeit3 h
Arbeitszeit2 h
Akku5200 mAh
Maße36,0 x 36,0 x 8,4 cm 
Steigungen25°, bis zu 2 cm
FeaturesMapping mit Kartenspeicherung
selektive Raumeinteilung (jeder Raum einzeln ansteuerbar mit Wischen und/oder Saugen)
Sprachsteuerung via Amazon Alexa
3D-Hinderniserkennung kleiner Gegenstände
Pet-Edition: Tierhaaraufsatz

trifo Lucy-S – Installation/Verbindung mit der App

Der trifo Lucy-S kommt vorgeladen in dein Zuhause. Trotzdem ist ein weiteres Aufladen angeraten. Dazu verbindest du die Ladestation mit Strom und stellst Lucy auf die Ladepins. Das komplette Aufladen dauert 3 Stunden. Während Lucy auf der Ladestation steht wird alle 30 Sekunden ein wirklich nerviges Lüfter-Geräusch abgegeben.

Anschließend lädst du dir die App trifo Home auf dein Smartphone. Dort wählst du dein Land aus und registrierst dich entweder per Telefonnummer oder E-Mail. In der App klickst du dann auf den Plus-Button und wählst aus der Liste der verfügbaren Geräte Lucy aus. Es folgen noch das Einverständnis für die Standortnutzung und das anschließende Verbinden mit deinem WLAN. Zum Schluss wird noch die aktuelle Firmware installiert.

trifo Lucy-S – App und Nutzung

Die trifo Home App hat am unteren Bildschirmrand die Buttons Reinigen, Aufladen, Video starten und weitere Funktionen. Per Klick auf Reinigen startet die Reinigung. Welche Kategorie aktiv ist, lässt sich durch das ausgegraute Feld erkennen. Über den Buttons findet sich der gereinigte Bereich in Quadratmeter, die Reinigungszeit sowie die Akkukapazität und falls geladen wird, eine Animation der Aufladung.

Über die drei Punkte oben rechts gelangst du zu den Geräteeinstellungen. Hier stellst du die Sprache um, die Lautstärke oder aktivierst den Flüstermodus. Weiterhin kann der Modus DND für bitte nicht stören aktiviert werden oder das Fortsetzen der Reinigung bei einer Unterbrechung durch geringen Akku. Lucy-S bietet eine Teppichintensivreinigung, bei der die Saugkraft bei erkanntem Teppich erhöht wird. Zusätzlich kannst du noch einen Reinigungsplan, Verlauf, Wartung, die Bewegungserkennung, Funktionsüberprüfung, Roboter finden und Flächeneinheit bearbeiten. Ebenfalls löschst du den Roboter über die Einstellungen aus der App.

Die Bewegungserkennung ist quasi eine Überwachungskamera im Staubsauger. Sofern eine Bewegung erkannt wird (laufende Personen/Katzen) wird ein kurzes Video aufgezeichnet. Die Bewegungserkennung ist in HD oder Nachtsichtmodus möglich.

Über die Option Mehr Funktionen öffnest du die Kartenverwaltung, die manuelle Steuerung und die Saugeinstellung. Nach verschiedenen Updates findest du hier noch die Zimmerreinigung und den markierten Bereich, allerdings sind sämtlliche Funktionen kaum noch lesbar, da alles zusammengequetscht ist. Die Saugeinstellungen befinden sich dann soweit am Rand, dass du auf den Rand des Smartphones tippen musst, um sie zu erwischen.

trifo Lucy-S – Reinigungsergebnis

Der trifo Lucy navigiert mittels nach vorne gerichteter Full HD-Kamera (daher keine Rundumsicht) sowie den vorhandenen Sensoren (patentierte visuelle SLAM-Navigation
(TIRVS3.0). Dabei kommt die 3D-Erkennung zum Einsatz, welche Objekte/Hindernisse erkennt und umfährt. Eine Kombination mit Laser/LDS ist nicht, wie bei anderen Herstellern, gegeben.

Während der ersten Reinigung wird eine Karte erstellt, die jedoch etwas ungenauer ist, als bei Saugern mit Lasernavigation. Das Erstellen der Karte dauerte 1,5 Stunden und war ein einziges wirres hin- und herfahren. Mal fand sich Lucy am einen Ende der Wohnung, dann am anderen Ende, um die Karte zu erstellen. Es wurde nicht jedes Zimmer einzeln kartiert. Weiterhin verlor der Sauger zwischendurch mehrmals die Verbindung zum WLAN und erhielt mitten in der Kartenerstellung ein Update, beziehungsweise die Update-Meldung.

Die Objekterkennung war bei Schuhen in Ordnung, allerdings wurden auch Socken auf Teppichen erkannt, wo sich definitv keine befanden.

Des Weiteren hatte Lucy anscheinend Probleme mit unserem Wohnzimmertisch. Dieser hat einen silbernen, glänzenden Fuß, was anscheinend zu einer Verwirrung der Kamera geführt hat. Lucy fuhr 10 Minuten um den Tisch herum und fand nicht wieder zur richtigen Bahn zurück. Erst eine freundliche Lenkung meinerseits brachte den Sauger auf die richtige Spur. Ein weiteres Problem gab es bei einer Heizung. Diese fuhr der Sauger an und blieb darunter stecken. Ich habe ihn anschließend befreit und statt weiter zu kartieren, fuhr der Sauger noch 2x mit Schwung unter die Heizung. Die Intelligenz blieb in diesem Fall auf der Strecke. Die Saugleistung von Lucy kann erhöht werden, was dann auch wieder am Ton des Saugers zu hören ist.

Nach dem Erstellen der Karte haben wir den Sauger am nächsten Tag zur ersten Saugrunde durch jetzt bekanntes Gebiet geschickt. Hier erfolgte nun eine Reinigung mit erkennbarem System. Lucy fuhr zuerst den Wohnbereich ab, wobei mir der Sauger mit etwas zu viel Schwung an Wände oder Möbel fährt. Auch fährt Lucy direkt die geraden Bahnen ab und tastet sich nicht erst an der Wand entlang. Die Reinigung der Ränder muss erst in der App aktiviert werden (Geräteeinstellungen -> Kehren an Kanten) und war auch erst nach dem ersten oder zweiten Update vorhanden.

Es kann auch vorkommen, dass der Sauger mitten in der Navigation abdreht und erst einmal wieder die andere Richtung bevorzugt. Der Wohnzimmertisch ist auch jetzt wieder ein Problem gewesen. Drehend und ruckelnd wurde der Tisch umrundet, einen Ausweg fand Lucy nicht. Laut Hersteller lernt Lucy jedoch mit jeder Fahrt dazu und wird dann besser im navigieren.

Bei der Saugrunde kamen nun noch zwei Zimmer dazu, die bei der Kartierungsrunde verschlossen waren. Diese wurden gut erkannt und auch gereinigt. Während der Reinigung, und nur dann, kann die Kamera hinzugeschaltet werden, was dann auch durch eine Stimmansage bekannt gegeben wird. Insgesamt bringt es Lucy auf ein gutes Reinigungsergebnis durch die 3000 pa Saugkraft. Du benötigst jedoch selbst gute Nerven, um Lucy wieder aus „Problemzonen“ die eigentlich keine sind, wieder herauszuholen. Natürlich kannst du solche Zonen auch als Sperrzonen einrichten, was jedoch nicht der Sinn der Sache ist, denn ich möchte ja auch alle Ecken der Wohnung gereinigt haben. Die Reinigung selbst hat auch wieder 1,5 Stunden gedauert.

Die Wischfunktion selbst kann als solche nicht bewertet werden. 100 ml Fassungsvermögen im mitgelieferten „Tank“ plus das geringe Eigengewicht des Saugers und keine vorhandene Wasserpumpe ergibt einen (teils zu) feuchten Lappen, der mit viel Glück eine feuchte Spur (oder 100 ml auf einmal) auf dem Fußboden hinterlässt. Der „Tank“ selbst wird per Klett an Lucys Unterseite befestigt. Dafür musst du den Sauger erst einmal umdrehen. Des Weiteren kann mit 100 ml Wasser nicht einmal ein kleines Zimmer gewischt werden. Diese Funktion hätte sich der Hersteller sparen können.

trifo Lucy-S – Fazit

Der trifo AI Home Robot Vaccum & Mop Lucy-S ist ein typischer Staubsaugerroboter, jedoch ohne Laserturm. Die „Knöpfe“ am goldenen Ring auf der Oberseite sind eigentlich keine Knöpfe, sondern lediglich Druckpunkte für die darunterliegenden Buttons unter der Abdeckung. Positiv ist unter der Abdeckung ein USB-Anschluss zu bewerten, der verschiedene Geräte aufladen kann, eine fahrbare Powerstation also, ob man so etwas benötigt ist eine andere Frage. Auch die Objekterkennung ist gelungen sowie der Bewegungsmelder. Das Saugergebnis ist in Ordnung, das Wischen als solches kann nicht bewertet werden. Die Navigation ist verbesserungswürdig, schade ist auch, dass die Kantenreinigung über die App erst aktiviert und deaktiviert werden musst. Meiner Meinung nach muss ein Sauger dieser Preisklasse die Kantenreinigung mit einbeziehen.

Des Weiteren gibt der Sauger im Standby-Betrieb/an der Ladestation alle 30-40 Sekunden ein Lüftergeräusch/brummendes Geräusch von sich, sodass das Gerät über Nacht in einem verschlossenen Zimmer aufbewahrt werden muss, da das Geräusch mehr als störend ist. Schade ist auch das Fehlen eines Reinigungswerkzeuges, um herumgewickelte Haare aus der Bürste zu holen. Die Hauptbürste lässt sich zwar entnehmen, jedoch sind die Haare auch am Ende der Bürste umwickelt, sodass hier nur sehr schwer ein Entfernen möglich ist. Auch die Seitenbürste lässt sich schwer säubern, da man sie nicht einfach abnehmen kann.

Der trifo AI Home Robot Vaccum & Mop Lucy-S ist zum Preis von 399,99€ über Amazon erhältlich. Derzeit gibt es mit Angabe des Codes LUCYS002 15 % Rabatt (gültig vom 8.11.2022 10.00 Uhr bis 31.12.2022 23.59 Uhr), sodass der Sauger noch 339,99 Euro kostet.