21. Juli 2022
StartMagazinIm Test: Galaxy S Advance GT-I9070

Im Test: Galaxy S Advance GT-I9070

Mit dem Galaxy S Advance bringt Samsung ein weiteres Modell der sehr erfolgreichen Galaxy-S-Linie auf den Markt. Wir haben uns den Handschmeichler von Samsung näher angeschaut.

Plusminus

+ Schönes Design

+ Vorinstallierte Software

+ Kein USB-Massenspeicher

– Android 2.3.6

– Quellen unbekannter Herkunft

Seit seinem Start im Frühjahr 2010 hat Galaxy S alias GT-i9000 zahlreiche Wiedergeburten erlebt. Eine recht aktuelle davon ist das Modell "S Advance" mit einem 1 GHz schnellen Dual-Core-Prozessor, 8 GByte integriertem Speicher, einem 4-Zoll großen Super-AMOLED-Display mit 480×800 Punkten und einer 5-Megapixel-Kamera – exakt wie beim Vorgänger aus 2010! Einzig bei der CPU hat Samsung nachgebessert und einen Zweikern-Prozessor verbaut. Zudem verfügt das neue Modell über 768 MByte RAM, beim i9000 waren es lediglich 512 MByte Hauptspeicher.

Gute Mittelklasse

Mit den erwähnten Parametern spielt das Galaxy S Advance bei einem aktuellen Internetpreis von rund 275 Euro in der Mitteklasse. Es ist sehr solide verarbeitet und weiß auch vom Design her zu gefallen. Wir haben von 1&1 ein Gerät bekommen, das wir ausführlich testeten. Unser Testgerät hatte keinen SIM-Lock und auch kein 1&1-Branding.

Das Galaxy S Advance liegt sehr gut in der Hand. Die Rückabdeckung ist zwar leicht aufgerauht, aber dennoch für unsere Ansprüche etwas zu rutschig. Das Objektiv der 5-Megapixel-Kamera steht leicht aus dem Gehäuse hervor, das könnte für Kratzer auf dem Objektiv sorgen. Samsung hat dem S Advance auch eine Frontkamera spendiert, die mit 1,3 Megapixel auflöst. Das Samsung Galaxy S Advance gibt es auch in einer Version mit NFC-Modul, die bei den meisten Internet-Shops lediglich 10 Euro teurer ist. Wir haben die Version ohne Near Field Communication getestet.

Abbildung 1: Das Widget-Angebot des Samsung-Smartphones lässt keine Wünsche offen.
Abbildung 1: Das Widget-Angebot des Samsung-Smartphones lässt keine Wünsche offen.

Hausmannskost

Viel zu berichten gibt es vom vorinstallierten Android-System nicht, wenn Sie Samsungs Touchwiz kennen. Das System arbeitet flott und dank der integrierten Mali-400-Grafikeinheit ist es auch für praktisch alle Spiele genug schnell. Auch der Browser fühlt sich recht flott an – ein Gefühl, das die guten Benchmark-Ergebnisse von Vellamo und AnTuTu bestätigen (siehe Tabelle).

Beim Sperrbildschirm setzt Samsung in der Grundeinstellung auf einen abgewandelten Ring-Unlocker von Android 3/4, allerdings reicht eine beliebige Wischgeste, um das Display zu entsperren. Funktionen wie Apps aus dem Lockscreen zu starten, sind hingegen nicht möglich. Die Kamera macht recht gute Bilder kommt aber in puncto Geschwindigkeit und Auslöseverzögerung nicht an die aktuellen Topmodelle oder an die Kamera des Galaxy Nexus mit Android 4.1 heran. Hier zeigen sich die Schwächen des Gingerbread-Systems.

Zu den vorinstallierten Anwendungen gehört unter anderem das Tagebuch Mini Diary, eine App für Sprachnotizen und ein Foto-Editor. Daneben sind auch ein Dateimanager, Samsung Memo und Samsung eigener App-Store mit an Bord. Die üblichen Apps von 1&1 waren auf unserem Testgerät nicht vorinstalliert. Da es auch eine Variante des Phones mit NFC gibt, fragten wir uns zunächst, was das Symbol mit dem Smartphone und den zwei Wellenlinien in der Benachrichtigungsleiste bedeutet. Es hat aber nichts mit NFC zu tun, sondern zeigt an, dass das Telefon auch dann vibriert, wenn es nicht stummgeschaltet ist. Möchten Sie das ändern, wählen Sie in den Einstellungen den Menüpunkt Toneinstellungen und stellen den Eintrag Vibrationauf Niemals oder Nur im Stumm-Modus.

Abbildung 2: Der Foto Editor von Samsung sieht nicht nur sehr hübsch aus, sondern bietet auch einen hervorragenden Funktionsumfang.
Abbildung 2: Der Foto Editor von Samsung sieht nicht nur sehr hübsch aus, sondern bietet auch einen hervorragenden Funktionsumfang.

Abbildung 3: Auch die Memo App ist optisch sowie von der Handhabung her sehr schön gelungen.
Abbildung 3: Auch die Memo App ist optisch sowie von der Handhabung her sehr schön gelungen.

Nur Android 2.3

Einer der größten Nachteile des S Advance ist die vorinstallierte Android-Version. Das Smartphone kommt mit Android 2.3.6 und wie bei jedem Samsung-Smartphone gibt es Touchwiz obendrauf. Ein offizielles Update-Versprechen oder gar einen Zeitplan für das Update auf Android 4 gibt es von Samsung nicht, das Smartphone soll aber Android 4.1 bekommen. Immerhin hat Samsung dem Smartphone ein paar Funktionen spendiert, die Sie so bei anderen Geräten mit Android 2.3 nicht finden. So lässt sich das Smartphone stummschalten, indem Sie es einfach mit dem Display nach unten auf den Tisch legen. Zudem können Sie in der Galerie in Bilder hineinzoomen, indem Sie das Handy einfach leicht nach hinten kippen. Diese Funktionen finden Sie inklusive Anleitung in den Einstellungen unter Bewegung.

Wie praktisch alle Smartphones bringt auch das Galaxy S Advance den Samsung-eigenen App Store "Samsung Apps" von Haus aus mit. Da es sich dabei um einen inoffiziellen App Store handelt, ist in den Einstellungen die Installation von Software aus unbekannten Quellen aktiviert. Dadurch bietet sich Angreifern eine nicht zu unterschätzende Sicherheitslücke. Benutzen Sie Samsung Apps nicht, empfehlen wir Ihnen deshalb, in den Einstellungen unter Anwendungen die Checkbox bei Unbekannte Quellen zu entfernen.

Abbildung 4: Samsung Apps ist vorinstalliert, Sie müssen den Dienst aber nicht nutzen, und die Push-Nachrichten lassen sich deaktivieren.
Abbildung 4: Samsung Apps ist vorinstalliert, Sie müssen den Dienst aber nicht nutzen, und die Push-Nachrichten lassen sich deaktivieren.

Mac- und Linux-Nutzer sollten beachten, dass das Samsung-Smartphone trotz Android 2.3 keinen USB-Massenspeichermodus unterstützt, sondern beim Anschließen an den Rechner automatisch den MTP-Modus startet. Alternativ benutzen Sie Kies Air aus jedem beliebigen Browser heraus (Java basiert).

Hinsichtlich der Akkulaufzeit können wir die Kritiken im Netz nur teilweise nachvollziehen. Die Gesprächszeit des Galaxy S Advance könnte zwar etwas besser ausfallen, die Standby-Zeiten für Wenigtelefonierer bewegen sich aber in durchaus akzeptablen Bereichen mit Werten von zwei bis drei Tagen.

Fazit

Aktuell gibt es das Galaxy S Advance bei 1&1 zum Tarif "1&1 All-Net-Flat Plus" für 40 Euro im Monat gratis dazu. Interessiert Sie der Tarif, dann können Sie sich getrost für das Galaxy S Advance entscheiden. Beim aktuellen Internetpreis von 270 Euro lohnt sich aber auch ein Blick auf das Galaxy Nexus für 300 Euro oder leicht besser ausgestattete Androiden von Sony, die bereits mit Android 4.0 bestückt sind und sicher ein Update auf Android 4.1 bekommen werden. Beim Galaxy S Advance gibt es hingegen noch keine offizielle Bestätigung für Android 4.1, auch wenn das Update geplant sein soll.

Samsung Galaxy S Advance i9070

Kerndaten
Hersteller Samsung
Formfaktor 4-Zoll-Smartphone
Auflösung 480×800
Prozessor 1 GHz, Dual-Core
Android-Version 2.3.6
Akku 1500 mAh
Laufzeit (Gespräch/Standby) 12,7h/630h
Gewicht 120g
Preis (Internet) 270 Euro
Technische Details und Preisvergleich
  https://www.android-user.de/lp/11281
Performance
AnTuTu-Benchmark 5338 Punkte
Vellamo (HTML5/Metal) 878/307 Punkte
Android-User-Bewertung 4,0 Punkte
 

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