24. Juli 2021
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Google Suche bei Krankheiten in Zusammenarbeit mit Bundesministerium für Gesundheit vorerst verboten

Ende 2020 gab Google bekannt, dass man ab sofort eine verbesserte Google Suche bei Krankheiten anbietet, da man mit dem Bundesministerium für Gesundheit zusammenarbeite. Diese Verbindung wurde nun als kartellrechtswidrig eingestuft. 

Google Suche – Vorerst keine Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit

Viele von uns verlassen sich nicht mehr auf ihren gesunden Menschenverstand und stufen daher sämtliche Zipperlein als potenziell lebensbedrohlich ein. Dr. Google tut dazu sein übriges und stellt oftmals verheerende Diagnosen, die die Menschen in Angst und Schrecken versetzen. Für eine bessere Diagnostik gab man im letzten Jahr eine Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit bekannt.

Sämtliche Suchen nach Symptomen oder Krankheitsbildern wurden nun übersichtlich (und verifiziert) aufbereitet mit Behandlungsmöglichkeiten in einem Knowledge Panel dargestellt. Eine Form der Google-Diagnostik, welche zwar den Arztbesuch nicht ersetzt, die jedoch in anderen Ländern schon länger in dieser Form zur Verfügung steht.

Doch nun gibt es Ärger im Paradies der Netz-Doktoren: Der Burda-Verlag reichte Klage ein. Dieser betreibt das Portal netdoktor.de und ist auf googlende, symptomsuchende Kunden angewiesen. Weitere Ankläger sind Wort & Bild (Apotheken Umschau) und die Medienanstalt Schleswig-Holstein.

Google hat über seinen Blog bereits ein Statement abgegeben:

  • …nachdem ein Portal aus dem Burda-Konzern mit der Begründung geklagt hat, dass es durch die Anzeige der Informationen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) benachteiligt werde. Wir haben eine andere Auffassung: Die Anzeige von Informationen des BMG bei Anfragen zu bestimmten Krankheiten behindert die Angebote der Website-Inhaber nicht. Sie werden zusammen mit einer Vielzahl anderer Websites weiterhin in den Suchergebnissen angezeigt.
  • Die Anzeige der Knowledge Panels für Krankheitsbilder ist unabhängig von der Platzierung der Links in der Suchergebnisliste. Im Laufe der Jahre haben wir festgestellt, dass die Entwicklung relevanterer Ergebnisse wie Knowledge Panels, Nachrichtenkarussells oder Bilder dazu geführt hat, dass die Nutzer mehr Zeit auf den Webseiten verbringen, die sie über die Google Suche finden.
  • Die Knowledge Panels ändern auch nichts daran, wie Suchanzeigen funktionieren, und wir haben strenge Richtlinien für Werbung bei Gesundheitsfragen.
  • Unsere Produkte werden entwickelt, um Menschen Zugang zu hochwertigen und zuverlässigen Informationen wie in diesem Fall des BMG zu verschaffen – nicht aber, um Traffic für ausgewählte Website-Betreiber zu generieren.

Bisher ist das Urteil jedoch noch nicht rechtskräftig:

  • Der Betrieb des Nationalen Gesundheitsportals durch das BMG ist keine rein hoheitliche Tätigkeit, sondern eine wirtschaftliche, die anhand des Kartellrechts zu prüfen ist. Das BMG ist mit Google eine Vereinbarung eingegangen, die eine Beschränkung des Wettbewerbs auf dem Markt für Gesundheitsportale bewirkt. Denn die bestmögliche Position auf der Ergebnisseite der Google-Suche, nämlich die neu geschaffene, prominent hervorge-hobene Position „0“ in der Infobox, steht privaten Anbietern von Gesundheitsportalen von vornherein nicht zur Verfügung. Als Betreiber eines Gesundheitsportals ist NetDoktor in besonderem Maße davon abhängig, auf der Suchergebnisseite der Google-Suche eine gute Sichtbarkeit zu erzielen, da rund 90% der Nutzer über eine Google-Suche bei NetDoktor landen. Diese Sichtbarkeit wird stark eingeschränkt, weil die Infoboxen die Aufmerksamkeit der Nutzer von den allgemeinen Suchergebnissen ablenken und auf sich ziehen. Damit stillen sie das Informationsbedürfnis der Nutzer bereits vielfach. Dies führt zu einer Verringerung des Nutzeraufkommens bei NetDoktor und damit potentiell auch zu einem Verlust von Werbeein-nahmen, mit denen NetDoktor als privater Anbieter sein Portal finanziert.

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