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Google Maps mit neuem Look und neuen Funktionen

© Google

Google hat mit der Google Maps Navigation TomTom und Navigon das Fürchten gelehrt. Komplette Offline-Navis haben aber durchaus noch Ihre Vorteile. Damit dies nicht so bleibt, hat Google die Maps-App kräftig umgebaut.

Fragen wir unsere Leser, dann ist Google Maps und die Navigation neben dem Webbrowser und Chat-Apps wie Hangouts oder WhatsApp eine der wichtigsten Funktionen Ihres Androiden. Kein Wunder also, dass Google die Karten- und Navigations-App Maps [1] nur mit Samthandschuhen anfasst und behutsam weiterentwickelt. Mit dem Update auf Maps 7.0 holt Google nun aber den Holzhammer heraus und baut die Oberfläche der App tiefgreifend um, wir zeigen Ihnen alle Änderungen an der Karten-App.

Google Maps 7.0

Auf den ersten Blick ist Google Maps nach wie vor noch Maps, am Kartenmaterial und der Darstellung selber hat sich nicht viel geändert. Nach dem Start der neuen App sehen Sie wie gewohnt die Karte, ein kleiner blauer Punkt symbolisiert bei aktivem GPS Ihre aktuelle Position. Das Icon mit dem Fadenkreuz rechts unten zentriert die Karte über Ihrem Standort.

Maps macht es Ihnen nun aber leichter zusätzliche Ebenen wie die Verkehrslage, öffentlichen Verkehrsmittel oder Fahrradwege über die Karte zu legen. Dazu ziehen Sie an der kleinen Lasche links unten eine neue Seitenleiste auf. Dort finden Sie die dann die entsprechenden Felder, zudem wechseln Sie hier auch zur Satelliten-Ansicht.

Abbildung 1: Das neu gestaltete Google Maps vereint Maps, Navigation und Places nahtlos in einer App.
Abbildung 1: Das neu gestaltete Google Maps vereint Maps, Navigation und Places nahtlos in einer App.

Abbildung 2: Über die Seitenleiste blenden Sie nun die Verkehrslage oder Fahrradwege als Ebenen ein.
Abbildung 2: Über die Seitenleiste blenden Sie nun die Verkehrslage oder Fahrradwege als Ebenen ein.

Abbildung 3: In der Satelliten-Ansicht und mit Verkehrsinfos bekommen Sie sehr schnell einen Überblick.
Abbildung 3: In der Satelliten-Ansicht und mit Verkehrsinfos bekommen Sie sehr schnell einen Überblick.

Einen frischen Anstrich haben nun auch die Google Places bekommen. Suchen Sie über die Leiste am oberen Bildschirmrand nach einem Geschäft oder Restaurant, oder tippen Sie für einen etwas längeren Moment in die Karte, erscheint am unteren Rand des Displays eine Leiste mit dem Namen des Orts und der Fahrtzeit zu diesem. Ziehen Sie die Karte weiter nach oben, erhalten Sie zusätzliche Details zum gerade ausgewählten Ort.

Google Places

Hier speichern Sie den Punkt in Ihren Favoriten, rufen an (wenn eine Nummer zum Ort hinterlegt wurde) oder teilen die Information via Mail, Google+ oder Facebook mit Freunden. Direkt integriert sind zudem Erfahrungsberichte mit Noten von eins bis fünf Sternen, die Sie auch gleich via Handy selber abgeben können. So helfen Sie anderen Android-Usern mit Ihrer Ortskenntnis die richtige Wahl für ein Hotel oder Restaurant zu treffen.

Abbildung 4: Maps liefert Ihnen auch Informationen und Bewertungen zu zahllosen Orten in aller Welt.
Abbildung 4: Maps liefert Ihnen auch Informationen und Bewertungen zu zahllosen Orten in aller Welt.

Generell ist die Suche deutlich dynamischer geworden. Suchen Sie zum Beispiel nach dem Namen eines bestimmten Hotels, zeigt Ihnen Maps neben der gewünschten Unterkunft gleich andere Hotels in der Nähe an – Vielleicht finden Sie ja so ein besseres Zimmer. Geben Sie danach den Namen eines Restaurants ein verschwinden die Hotels aus der Karte und Sie sehen weitere Lokale in der Umgebung.

Abbildung 5: Die Karte "Entdecken" erscheint nur, wenn Sie nah genug in die Karte hineingezoomt haben.
Abbildung 5: Die Karte "Entdecken" erscheint nur, wenn Sie nah genug in die Karte hineingezoomt haben.

Abbildung 6: Entdecken zeigt Ihnen einen Überblick über interessante Locations in Ihrer Nähe.
Abbildung 6: Entdecken zeigt Ihnen einen Überblick über interessante Locations in Ihrer Nähe.

Möchten Sie generell etwas Neues entdecken, zoomen Sie nah genug in die Karte hinein und tippen auf das Suchfeld ohne etwas einzugeben. Neben den letzten Suchen und einer Schnellwahl zu "Waren und Dienstleistungen" finden Sie hier die Karte "Entdecken". Hier empfiehlt Ihnen Google Maps groß bebildert Orte zum Essen, Trinken, Einkaufen, Ausgehen oder Übernachten. Die schon erwähnten Noten und Erfahrungsberichte fehlen an dieser Stelle natürlich nicht.

Mehr öffentliche Verkehrsmittel

In den USA beherrscht Google Maps schon lange die Routenplanung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Hier in Deutschland gab Google erst im September letzten Jahres den Startschuss [2] für Google Transit, also die Integration der ÖPNV-Daten in Google Maps. Bisher wurden aber nur die Verkehrsverbünde größerer Städte eingebunden. Google führt in der Hilfe zu Transit [3] neben der Deutschen Bahn die Städte Berlin, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Köln und München auf.

Abbildung 7: An U-/S-Bahnstation, Bushaltestelle oder Bahnhöfen sehen Sie die aktuellen Verbindungen.
Abbildung 7: An U-/S-Bahnstation, Bushaltestelle oder Bahnhöfen sehen Sie die aktuellen Verbindungen.

Abbildung 8: Neu ist ein ausführlicher Fahrplan über alle Verbindungen der kommenden Stunden.
Abbildung 8: Neu ist ein ausführlicher Fahrplan über alle Verbindungen der kommenden Stunden.

Abbildung 9: Maps navigiert Sie nicht nur mit dem Auto zum Ziel, auch mit Bus und Bahn geht es voran.
Abbildung 9: Maps navigiert Sie nicht nur mit dem Auto zum Ziel, auch mit Bus und Bahn geht es voran.

Das Update der Maps-App bringt auch hier einige Neuerungen mit sich. Tippen Sie auf eine U-/S-Bahnstation, eine Bushaltestelle oder einen Bahnhof, sehen Sie nun nicht mehr nur die nächsten Verbindungen, sondern gleich den ganzen Fahrplan über die kommenden Stunden. Die Navigation via ÖPNV an sich wurde nur optisch aufgefrischt, grundlegende Änderungen ergaben sich hier nicht.

Navigation integriert

Bisher beinhaltete Google Maps mit Maps, Navigation und Local gleich drei unterschiedlich gestaltete Apps. Maps zeigte Ihnen die Karte an, die Navigation leitete Sie zum Ziel und Local verriert Ihnen welche interessanten Plätze es in Ihrer Nähe gibt und was die Internet-Gemeinde über diese denkt. Beim neuen Maps sind alle diese Apps in der App-Schublade noch vorhanden, doch deutlich stärker verzahnt.

Abbildung 10: Zu jeder Alternativroute wird die Fahrzeit, die Strecke und die Verkehrslage angezeigt.
Abbildung 10: Zu jeder Alternativroute wird die Fahrzeit, die Strecke und die Verkehrslage angezeigt.

Abbildung 11: In der Übersicht stellt Ihnen Google Maps die Alternativrouten auch in der Karte vor.
Abbildung 11: In der Übersicht stellt Ihnen Google Maps die Alternativrouten auch in der Karte vor.

Starten Sie über einen Tipp auf das Autosymbol einer Places-Karte die Navigation, bietet Ihnen Googles-Navi gleich eine Übersicht über die drei besten Routen zum Ziel an. Zu jeder Alternativroute werden Fahrzeit, Distanz und die Verkehrslage angezeigt. Am oberen Bildschirmrand wählen Sie zwischen der Navigation per Auto, den öffentlichen Verkehrsmitteln, Rad und dem Fußweg.

Mehr Informationen

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Integration von weiteren dynamischen Informationen in die Karte. Bisher informierte Sie Maps nur über die Verkehrslage und etwaige Staus über farbliche Markierungen auf den Straßen, nun aber erscheinen auch Symbole in der Karte.

Sie geben Ihnen zum Beispiel Auskunft über temporäre Sperrungen, Baustellen, Unfälle und sonstige Gefahren. Google hat extra zum Ausbau dieser zusätzlichen Informationen für 1,3 Milliarden US-Dollar den Navi-Spezialisten Waze eingekauft [4].

Abbildung 12: Maps zeigt nun auch Behinderungen durch Baustellen an, die auf Ihrer Strecke liegen.
Abbildung 12: Maps zeigt nun auch Behinderungen durch Baustellen an, die auf Ihrer Strecke liegen.

Abbildung 13: Maps zeigt nun auch Behinderungen durch Baustellen an, die auf Ihrer Strecke liegen.
Abbildung 13: Maps zeigt nun auch Behinderungen durch Baustellen an, die auf Ihrer Strecke liegen.

Ein Klick auf eine der Routen führt Sie nun zu einer Übersichtskarte mit allen von Google vorgeschlagenen Wegen. Auch hier können Sie noch eine andere Alternativroute bestimmen, die aktuelle Wahl ist blau hinterlegt. Eine genau Wegliste zur gewählten Route bekommen Sie, wenn Sie wie schon bei den Places die Detail-Infos nach oben ziehen. Ein Fingerzeig auf Start geht dann direkt zur Navigation über.

Abbildung 14: Die Karte mit der Wegliste zum Ziel ziehen Sie wie schon die Places-Infos von unten hoch.
Abbildung 14: Die Karte mit der Wegliste zum Ziel ziehen Sie wie schon die Places-Infos von unten hoch.

Abbildung 15: Die Darstellung der Google-Navigation an sich hat sich durch das Update kaum geändert.
Abbildung 15: Die Darstellung der Google-Navigation an sich hat sich durch das Update kaum geändert.

Umleitung inklusive

Wechselte Maps zur Navigation in eine extra Navi-App, zoomt die neue Anwendung nun einfach in eine Vogelperspektive von schräg oben. Die Darstellung ist nicht viel anders wie früher, doch die Navigation erfolgt eben nun direkt in der Maps-App. Der Vorteil liegt hier darin, dass Sie schnell neue Ziele eingeben können, ohne in eine andere App wechseln zu müssen.

Sollte sich auf Ihrer Reiseroute ein Unfall ereignen und so ein längerer Stau vor Ihnen liegen, wird Sie Google Maps in Zukunft auf diesen direkt hinweisen und – falls möglich – eine Alternativroute vorschlagen. Maps zeigt Ihnen dazu die neue Route an, sagt wie viel Zeit Sie durch die neue Route einsparen und fragt Sie abschließend, ob Sie der Umleitung folgen möchten.

Fazit

Das neue Maps ist eine gelungenes Update, besonders die verbesserte Integration von Google Places wird Ortsunkundigen helfen sich besser in der Fremde zurechtzufinden. Qype [5], Yelp [6] und TripAdvisor [7] bieten aber aufgrund Ihrer riesigen Datenbanken bisher noch einen Mehrwert. Zudem lassen sich die Places-Ergebnisse nicht sortieren. Den am besten bewerteten Italiener in der Umgebung zu finden ist mit Places nicht möglich.

Das dynamische Neuberechnen einer Route aufgrund von aktuellen Staumeldungen ist ein Feature, das man bisher nur von den ausgewachsenen Navi-Apps kannte. Dem Google-Navi fehlt aber nach wie vor ein Spur-Assistent und die Routenplanung über Zwischenstationen hinweg, auch lassen sich Streckenabschnitte nicht gezielt umfahren. Da das Kartenmaterial aus dem Internet wie auch die Routenberechnung aus dem Internet geladen wird, braucht es für einen Auslandstrip immer noch ein richtiges Offline-Navi.


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