Start Magazin Für jeden Geschmack ein Rollenspiel

Für jeden Geschmack ein Rollenspiel

Die hier vorgestellten Apps sind vollkommen unterschiedlich konzipiert ? trotzdem gehören sie alle dem Rollenspiel-Genre an. Was ist Ihnen am Wichtigsten: Strategie, Action, Story oder Optik? Drachenhöhlen oder Hightech-Metropolen?

Order & Chaos Online


Wer im Play-Store 5,99 Euro ausgibt, erwirbt Order & Chaos Online [1]. Anschließend lässt sich das Spiel drei Monate lang nutzen. Möchte man auch danach seine Abenteuer fortsetzen, muss ein Dollar pro Monat investiert werden. Darüber hinaus ist es theoretisch möglich, spezielle Ausrüstungsgegenstände gegen echtes Geld zu erwerben. Im Gegensatz zu vielen Freemium-Spielen stört dies jedoch kaum: Auch ohne diese Zusatzinvestitionen erreicht der gespielte Charakter zügig Fortschritte, die Spielbalance wird nicht gestört.

Abbildung 1: Order & Chaos wartet mit den üblichen Fantasy-Völkern auf.
Abbildung 1: Order & Chaos wartet mit den üblichen Fantasy-Völkern auf.

Abbildung 2: Der Untote schlägt auf eine wehrlose Puppe ein.
Abbildung 2: Der Untote schlägt auf eine wehrlose Puppe ein.

Order & Chaos Online ist ein ausgereiftes 3D-MMORPG, das sehr stark an World of Warcraft erinnert: Sowohl Optik und Bedienung, als auch die Abläufe der beiden Spiele sind verblüffend ähnlich. Mit der Wahl des Volkes entscheidet sich der Spieler gleichzeitig für eine von zwei verfeindeten Parteien: Menschen und Elfen stehen für Ordnung, Orks und Untote empfinden demgegenüber Chaos als anziehend. Nachdem der Charakter erschaffen wurde, geht es gleich mit den ersten, motivierenden Tutorial-Quests los. Sowohl auf dem Nexus 7-Tablet als auch einhändig auf einem Galaxy-Note-Smartphone funktionierte die Touch-Steuerung im Test erstaunlich gut. Selbst unterwegs lässt es sich spielen: Entgegen veralteten Angaben im Internet funktioniert das Spiel im 3G-Netz auch dann, wenn nur GPRS-Geschwindigkeit verfügbar ist. Der Datenverbrauch liegt bei ca. 10-15 MB pro Stunde. Jedoch sollte der Nutzer einen Ersatzakku dabei haben: Die aufwendige Grafik fordert in puncto Energieverbrauch ihren Tribut. Alles in allem gilt für dieses RPG: Klare Kaufempfehlung.

Abbildung 3: Perspektive und Zoomstufe lassen sich beliebig verändern.
Abbildung 3: Perspektive und Zoomstufe lassen sich beliebig verändern.

Abbildung 4: Nicht nur die Optik von Order & Chaos erinnert stark an World of Warcraft.
Abbildung 4: Nicht nur die Optik von Order & Chaos erinnert stark an World of Warcraft.

Andor’s Trail


In diesem Draufsicht RPG muss der Held seinen Bruder namens "Andor" finden. Eingebettet in die Rahmengeschichte finden haufenweise Unterquests statt. Da viele Leute an der Erstellung des Spiels mitgewirkt haben, ist es sehr umfangreich: Es handelt sich um eine Open-Source-App, sie ist also kostenlos und jeder darf an ihrer Weiterentwicklung mitarbeiten. Allerdings fallen dem Spieler nach einer gewissen Zeit auch unfertige Stellen auf: Dringt man in fortgeschrittene Gebiete vor, können auf einmal englische Texte auftauchen, weil diese neu eingepflegt wurden und die ehrenamtlichen Übersetzer sie noch nicht in das Deutsche übertragen haben.

Abbildung 5: Die Optik von Andor's Trail ist Geschmackssache.
Abbildung 5: Die Optik von Andor’s Trail ist Geschmackssache.

Abbildung 6: Das Automapping zeigt, welche Gebiete der Held schon kennt.
Abbildung 6: Das Automapping zeigt, welche Gebiete der Held schon kennt.

Solche Begebenheiten können sich jedoch immer schon mit dem nächsten Update ändern – schließlich entwickelt sich das Projekt stets weiter. Anfangs zieht sich das Sammeln von Erfahrung zum Erreichen der nächsten Stufe etwas hin und wirkt langwierig. Doch wenn der Spieler erst mal in die Abenteuer hereingefunden hat, entfesselt sich schnell Langzeitmotivation. So ist es dann auch kein Problem, wenn der Nutzer seinen Helden auf einer langen Zugfahrt hochlevelt: Der Akkuverbrauch ist erstaunlich gering. Dies liegt vermutlich auch an der simplen Grafik. Die spartanisch anmutende Vogelperspektive erinnert an Konsolenspiele der frühen 90er Jahre. Je nach Sehgewohnheiten kann dies Charme haben oder ein Malus sein. Die erzählte Geschichte ist jedoch ein Anspielen von Andor’s Trail [2] auf jeden Fall wert.

Abbildung 7: Kommt Zeit, kommt bessere Ausrüstung für den Helden.
Abbildung 7: Kommt Zeit, kommt bessere Ausrüstung für den Helden.

Abbildung 8: Auch besiegte Ameisen hinterlassen Beute, wie man sieht.
Abbildung 8: Auch besiegte Ameisen hinterlassen Beute, wie man sieht.

Legends Arcana


Bei Legends Arcana [3] hat unser Held Schulden bei einem Duke. Um die abzuarbeiten, muss er Dungeons durchkreuzen und Gegenstände beschaffen. Klingt nach dünner Story? Ist auch so. Aber das macht nichts – vorausgesetzt der Spieler ist kein Anhänger von einer sorgsam erzählten Geschichte, die sich langsam entfaltet. Die Fans von Action-Rollenspielen erhalten hier hingegen ein durch und durch solides Hack&Slay-Abenteuer, das Laune macht. Die Grundstruktur des Spiels ist zwar nicht gerade neu: In einer Kneipe wird der erste Auftrag abgegriffen, dann im nächsten Dungeon Erfahrung und Gold gesammelt. Davon kann der Charakter seine Fähigkeiten steigern und leistungsfähigere Ausrüstungsgegenstände kaufen. Oder sich ein Haustier verschaffen, welches ihm im Kampf hilft. Trotzdem ist die App gerade für Fans der Diablo-typischen Iso-3D-Ansicht einen Download wert: Spieldesign, -aufbau und -balance wirken durchdacht.

Abbildung 9: Die Vorgeschichte von Legends Arcana gleicht einem Comic.
Abbildung 9: Die Vorgeschichte von Legends Arcana gleicht einem Comic.

Abbildung 10: In der Stadt gibt es das Übliche: Ausrüstung und Aufträge.
Abbildung 10: In der Stadt gibt es das Übliche: Ausrüstung und Aufträge.

Die Steuerung kann jeder Neuling mit Hilfe des Tutorials fix lernen: Mit der linken Hand wird gesteuert, die rechte wählt zwischen verschiedenen Kampfmodi und -fertigkeiten. Bei letzteren handelt es sich nicht nur um rudimentäres Angreifen und Blocken, sondern auch um mit der Zeit erworbene Spezialfähigkeiten (wie beispielsweise schnelles Wegrennen, wenn eine Übermacht an Gegnern im Anrollen ist). Natürlich sind Grafik und Animationen nicht von derselben Güte wie bei einem Diablo III. Doch wer ein nettes Smartphone-RPG für zwischendurch sucht, ist hier richtig. Neben der kostenlosen Variante existiert auch eine Version zum Preis von 2,28 Euro.

Abbildung 11: Action im Dungeon, hier geht schon mal was ab.
Abbildung 11: Action im Dungeon, hier geht schon mal was ab.

Abbildung 12: Die Dialoge sind nicht immer wichtig aber sorgen für Unterhaltung.
Abbildung 12: Die Dialoge sind nicht immer wichtig aber sorgen für Unterhaltung.

Cyberlords-Arcology


Bei diesem Spiel hüpfen keine anmutigen Feen durch einen Zauberwald. Stattdessen laufen Menschen mit Pistolen herum und verbessern ihre Fähigkeiten über Nano-Chips, die ihnen Ärzte gegen Bezahlung in den Körper implantiert haben. Sie ahnen es schon: Cyberlords-Arcology [4] ist keine Fantasy-Abenteuerwelt. Vielmehr skizziert es eine Dark-Future-Dystopie mit starken Anleihen beim Cyberpunk-Subgenre: 200 Jahre in der Zukunft liegt jegliche Macht bei egoistischen Großkonzernen, während alle Regierungen bedeutungslos geworden sind. Der Spielerheld ahnt, dass erstere Böses im Schilde fliehen, als er in einer Konzern-Klinik aufwacht und nicht weiß, wie er dahinkam – geschweige denn was mit ihm passiert ist.

Abbildung 13: Naturfreaks sind bei Cyberlords Arcology falsch: Hier dominieren Städte und Technik.
Abbildung 13: Naturfreaks sind bei Cyberlords Arcology falsch: Hier dominieren Städte und Technik.

Abbildung 14: Düstere Vorkommnisse in einer dunklen Zukunft.
Abbildung 14: Düstere Vorkommnisse in einer dunklen Zukunft.

Auf der Flucht trifft er ein paar virtuelle Mitstreiter, die mehr herausfinden möchten. Um sich zu finanzieren, muss die Gruppe dabei auch anderweitige Aufträge erledigen. Die für die Belohnung gekaufte Ausrüstung ist stets High-Tech – niemand käme hier auf die Idee, mit einer Steinschleuder zu kämpfen. Ein großer Vorteil von der App ist, dass hier kein einsamer Wolf durch die Gegend zieht. Stattdessen kann der Spieler im Kampf mehrere virtuelle Figuren taktisch positionieren, was auch während des Aktivierens der Pause-Funktion möglich ist. Strategie und Story spielen hier also eine größere Rolle als Action. Die Grafik ist einfach gehalten – aber Fans von SciFi-Rollenspielen sollte das nicht stören. Das Spieltexte sind durchgängig auf deutsch. Wer auf die (dezenten) Werbeinblendungen der kostenlosen Version verzichten will, kann dies gegen Zahlung von 1,18 Euro.

Abbildung 15: Hoffentlich benutzt das Cyber-Implantat nicht den Kartendienst von Apple.
Abbildung 15: Hoffentlich benutzt das Cyber-Implantat nicht den Kartendienst von Apple.

Abbildung 16: Den städtischen Slum sollte man besser meiden.
Abbildung 16: Den städtischen Slum sollte man besser meiden.

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