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Eduroam, VPN und Android: So klappt der Semesterstart an der Uni

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Aktuell beginnt für viele junge Menschen mit dem Studium ein neuer Lebensabschnitt. Ein Android-Tablet oder -Smartphone ist der ideale Begleiter dazu. Unser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie Android fit für Eduroam machen, und wir stellen ein paar nützliche Apps vor.

Der erste wichtige Schritt ist die Anbindung des eigenen Geräts an das vorhandene WLAN der Universität. Nahezu alle Einrichtungen setzen mittlerweile auf die WLAN-Initiative eduroam (engl. education roaming). Diese ermöglicht es, nach einmaligem Einrichten den Androiden in Netzwerken von anderen Universitäten zu nutzen, und das über Ländergrenzen hinweg! Die Einrichtung von Eduroam kann je nach Universität und Android-Version etwas variieren und die Android-Menüs können je nach Hersteller unterschiedlich aussehen. Die folgende Anleitung gibt einen allgemeinen Überblick über die Einrichtung unter Android 4.3 Jelly Bean.

Die passenden Zertifikate

Grundsätzlich erhält jeder Student ein persönliches Zertifikat, um Laptop, Handy und co. mit dem WLAN eduroam zu verbinden. Die jeweiligen Ansprechpartner, um an das Zertifikat zu gelangen, gibt die Universität auf ihrer Webseite bekannt. Hat man sein persönliches Nutzerzertifikat von der Universität bekommen, muss man es zusammen mit einem sogenannten ?Wurzelzertifikat?, auf den internen Speicher des Handys kopieren. Das Wurzelzertifikat überprüft die Gültigkeit des Nutzerzertifikats. Üblicherweise kommt an deutschen Unis ein Zertifikat der deutschen Telekom zum Einsatz.





Aus der Liste der verfügbaren WLAN wählen Sie einfach das Netz „eduroam“ aus.





In den Detaileinstellungen zum WLAN finden Sie die Option für Zertifikate.

Als zweite Vorbereitung müssen Sie das Speichern Ihrer Benutzerdaten bei Google deaktivieren. In der Grundeinstellung sichert Android App-Daten, WiFi-Passwörter und weitere Daten zentral auf den Google-Servern. So müssen Sie ein Passwort für eine WLAN-Verbindung nicht neu eingeben, wenn Sie das Handy wechseln und den gleichen Google-Account nutzen. Aus Sicherheitsgründen sollte diese Option jedoch deaktiviert sein. Rufen Sie dazu die Android-Einstellungen auf und wechseln Sie zum Eintrag Sichern & Zurücksetzen. Hier entfernen Sie das Häkchen bei der Checkbox Meine Daten sichern und bestätigen die Nachfrage mit OK.

Achten Sie darauf, vor dem Setup des Eduroam-Netzwerks die Checkbox bei "Meine Daten sichern" zu entfernen.
Achten Sie darauf, vor dem Setup des Eduroam-Netzwerks die Checkbox bei "Meine Daten sichern" zu entfernen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Rufen Sie die WLAN-Einstellungen Ihres Handy auf. Durch Drücken des Menübuttons unterhalb der Liste mit den verfügbaren Netzwerken erreichen Sie das Kontextmenü. Hier wählen Sie den Punkt Zertifikate installieren und installieren nacheinander beide Zertifikate. Sofern auf Ihrem Handy noch keine Displaysperre eingerichtet ist, müssen Sie das jetzt nachholen, um die wichtigen Zertifikate vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Nun wechseln Sie wieder ins Menü WLAN zurück und fügen mit Druck auf das Pluszeichen unten in der Mitte ein neues WLAN hinzu.

 





Fügen Sie ein neues WLAN mit dem Namen ?eduroam? hinzu

 

Geben Sie hier zunächst als Netzwerk-SSID eduroam ein. Anschließend wählen Sie über die Liste zur Sicherheit den Eintrag 802.1x EAP aus. Jetzt erscheinen zahlreiche weitere Felder, die Sie nur zum Teil ausfüllen müssen. Zuerst geben Sie über CA-Zertifikat und Nutzerzertifikat das soeben installierte Wurzel- beziehungsweise Nutzerzertifikat an.





Hat alles geklappt, finden Sie das passende Zertifikat hier in der Liste.

Welche Werte Sie in den Feldern EAP-Methode und Identität eintragen müssen, hängt von der Uni ab. Fragen Sie hier einfach bei der IT bzw. älteren Studierenden nach. Grundsätzlich ist die Identität nach dem Muster benutzername@uni-kennung.de aufgebaut. Haben Sie alle Felder richtig ausgefüllt, tippen Sie auf Speichern. Das Handy sollte sich jetzt mit dem Uni-Netz verbinden.

VPN mit Android

Viele Einrichtungen bieten eine OpenVPN-Dienst an, um sich auch von unterwegs mit dem Netzwerk der Universität verbinden zu können. Das ist besonders praktisch, weil viele Vorgänge, etwa der Blick in den Bibliothekskatalog oder das Herunterladen von wissenschaftlichen Artikeln nur in diesem Netz möglich ist. Android unterstützt OpenVPN quasi von Haus aus. Sie benötigen lediglich die kostenlose App OpenVPN für Android und die Konfigurationsdatei(en) der Universität, die Sie wiederum vom Uni-Rechenzentrum bzw. der IT-Hotline erhalten.

Der OpenVPN-Client für Android verbindet Sie mit dem Uni-Netz.
Der OpenVPN-Client für Android verbindet Sie mit dem Uni-Netz.

Für das Setup müssen Sie zunächst die Konfigurationsdateien auf den internen Speicher des Handys kopieren. Die Datei(en) tragen üblicherweise die Endung  .vpn oder .conf. Nach dem Start der OpenVPN-App klicken Sie auf das Ordnersymbol, um die passende Konfigurationsdatei auszuwählen. So können Sie sich das umständliche Setup von Hand ersparen. Fragt die App nach einem Passwort, dann handelt es sich um das Passwort, das auch für das eduroam-Nutzerzertifikat verwendet wird.

Geschafft! Der Androide ist nun mit dem Netz der Universität verbunden.
Geschafft! Der Androide ist nun mit dem Netz der Universität verbunden.

Nach Abschluss der Einrichtung finden Sie im Hauptmenü der App einen Eintrag mit dem neu angelegten VPN. Tippen Sie darauf und bestätigen Sie das Pop-Up-Fenster, um die Verbindung herzustellen.

App-Empfehlungen

Es gibt ein paar Apps, die auf keinem Uni-Smartphone fehlen sollten. Dazu gehört zum Beispiel MyMensa. Die App macht den Besuch auf der Uni-Seite überflüssig und zeigt stets die aktuellen Menüpläne als Widget auf dem Homescreen an. MyMensa ist zwar optisch nicht besonders anspruchsvoll gestaltet, bietet aber Unterstützung für sehr viele Mensen, guten Support, Übersichtlichkeit und eine Kommentarfunktion. Nach dem Start der App wählen Sie zunächst die Mensa mittels Liste oder Karte aus. Ein kurzes Tippen auf den Mensanamen bringt den ersehnten Speisplan. MyMensa erlaubt auch das Bewerten von Gerichten mittels eines Sternesystems. Als besonderer Clou können auch Bilder aufgenommen werden um die Auswahl zu erleichtern.

Wer den Entwickler unterstützen und die Werbeeinblendungen entfernen möchte kann das durch den Kauf der Pro-Version von MyMensa für 1,50 Euro tun. Und sollte eine Mensa nicht gelistet sein, so reicht eine Mail an den Entwickler. Alternativ zu MyMensa bieten manche Universitäten auch eigene Apps an, die ebenfalls einen Mensaplan beinhalten, jedoch fast nie über eine Bewertungs- oder Kommentarfunktion verfügen. 

Vor der Auswahl des Tagesmenüs lohnt sich ein Blick auf die Bewertungen.
Vor der Auswahl des Tagesmenüs lohnt sich ein Blick auf die Bewertungen.

 

Für Tablet-Besitzer ist zum Beispiel die App ezPDF Reader praktisch. Damit können PDFs nicht nur gelesen sondern auch mit Notizen und Skizzen versehen werden. Da Tablets über größere Bildschirme verfügen sind diese bei der Benutzung der App klar im Vorteil was das Ergänzen von Notizen angeht. Die editierten Skripte können dann gespeichert und in der nächsten Vorlesung weiter ergänzt werden. Die Vollversion mit sämtlichen Features kostet 3 Euro, es gibt aber auch eine Lite-Version für 80 Cent mit etwas weniger Funktionen. Wer über ein Gerät der zweiten Note-Generation von Samsung verfügt sollte sich die Schrifterkennung mittels S-Pen genauer ansehen: Die dazugehörige Software erkennt Handschrift, Formeln und Formelzeichen.

Mit eZPDF versehen Sie Vorlesungsskripte mit eigenen Notizen.
Mit eZPDF versehen Sie Vorlesungsskripte mit eigenen Notizen.

Nicht nur Studenten in mathematiklastigen Fächern wie etwa den Naturwissenschaften sei die App WolframAlpha empfohlen. Diese App kann Gleichungen lösen, Funktionen plotten und dient als graphischer Taschenrechner. WolframAlpha ist aber deutlich mehr als ein aufgepeppter wissenschaftlicher Taschenrechner. Der Dienst der Pate für Siri von Apple stand ist vielmehr eine wissenschaftliche Such- und Analysemaschine. Ist die App in Mathematik-Vorlesungen nützlich, weil der Graph schnell geplottet und die Extremstellen abgelesen werden können so ist sie im nächsten Moment hilfreich weil sie Einheiten umrechnet, die Frage nach dem Wetter beantwortet oder mal eben eine Ableitung errechnet – immer vorausgesetzt, es besteht eine Internetanbindung.

WolframAlpha ist fast wie ein zweites Gehirn, wenn man die App richtig nutzt.
WolframAlpha ist fast wie ein zweites Gehirn, wenn man die App richtig nutzt.

(Fast) Jede Uni mit eigener App

 

Generell ist es sehr empfehlenswert im Play Store nach dem Namen der Universität oder der jeweiligen Stadt zu suchen. Viele Universitäten bieten eigene Apps an (Aachen, Bochum, Münster, Paderborn, Heidelberg und viele mehr), die nicht nur beim Mensaplan sondern auch bei der Suche nach der nächsten Bushaltestelle oder relevanten Veranstaltungen behilflich sind. Außerdem zeigen die Apps häufig auch aktuelle Meldungen der Universität an, so dass ein Besuch der Webseite oder des Schwarzen Bretts nahezu überflüssig wird.

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