Start Aktuell Dank Nexus 9 und Implantat im Kopf: Gelähmte Patientin kann wieder googeln

Dank Nexus 9 und Implantat im Kopf: Gelähmte Patientin kann wieder googeln

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Science Fiction war gestern. Heute ist es möglich, bestimmte Geräte über Hirnwellen zu steuern. Die nötigen Informationen dazu stellt entweder ein spezielles Stirnband oder gleich ein Implantat im Gehirn zur Verfügung. Die folgende Story soll allen Menschen mit Behinderung Hoffnung geben.

Querschnittgelähmte haben es besonders schwer, mit ihrer Umgebung zu kommunizieren. Manche von ihnen können nicht nur die Hände oder Füße nicht mehr bewegen, sondern auch nicht mehr sprechen. Hier arbeitete man früher in der Forschung mit Augen- oder Kopf-Tracking, um den Behinderten eine Art schreiben zu erlauben. Wie im Stil einer uralten Schreibmaschine und dem Einfinger-Tipp-Prinzip mussten die „Patienten“ dann mühsam ihre Buchstaben zu einem Wort, Satz oder Brief zusammenstellen. Aber immerhin: Einfachste Dinge wie Pong zu spielen, sind damit möglich, wie das folgende Video zeigt:

Ich konnte selbst vor etwas mehr als einem Jahr mal das Muse Headband testen und damit simple Aufgaben wie „schwebe nach oben“ oder „tauche nach unten“ durchführen. Das klappt mit etwas Übung erstaunlich gut, wenn man sich entsprechend entspannen kann. Doch kompliziertere Aufgaben sind mit dem extern getragenen Stirmband kaum möglich, für den klinischen Einsatz taugt das Gerät ebenfalls nur bedingt.

Das muss auch besser gehen, hat sich ein Team von Physikern, Wissenschaftlern und anderen Freiwilligen gesagt, und das Projekt BrainGate ins Leben gerufen. Es soll die Kommunikation mit modernen Möglichkeiten Realität werden lassen. Die erste Erfolge hat das Team nun an der jährlichen Konferenz der Society for Neuroscience in Chicago vorgetragen. Demnach hat man es über ein spezielles Implantat „in der Größe eines Aspirins“ mit zahlreichen Härchen geschafft, Informationen wie rechts oder links, auf und ab direkt im Hirn zu erfassen und diese Informationen via Bluetooth an ein Nexus 9 zu übertragen. Die Wahl fiel deshalb auf das Android-Tablet, weil es im Gegensatz zu anderen Systemen, mit denen die Entwickler seit Jahrzehnten arbeiten,  von Haus aus auf „Touch“ ausgerichtet ist und sich die Umsetzung der im Hirn empfangenen Informationen auf eine Android-Bluetooth-Maus am einfachsten umsetzen ließ. In Zukunft will man jedoch auch andere Systeme unterstützen. Patientin T6, die für das Team als Freiwillige am Experiment teilnahm, kann nun alleine im Internet suchen und auch E-Mails schreiben. Aktuell arbeitet das Team am Support für Multitouch und Click-and-Drag, sodass Patientin T6 hoffentlich schon bald das volle Potential des Android-Tablets nutzen kann.

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