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Aufgaben mit Atooma automatisieren

An bequeme Funktionen, wie zum Beispiel die automatische Einwahl in bekannte WLAN-Netze, gewöhnt man sich schnell. Doch was tun, wenn man selbst eine solche automatische Funktion einrichten möchte? Die Lösung heißt Atooma.

Es gibt im Android-App-Dschungel bereits ein paar Apps, die Ihnen das Leben durch automatische Aufgaben einfacher machen möchten. Zwei davon haben wir bereits in Ausgabe 03/2012 beschrieben [1]. Den meisten Lösungen mangelt es aber an zwei Punkten:

  • Ansprechendes Design
  • Benutzerfreundlichkeit

Die hier vorgestellte App Atooma [2] hebt sich in beiden Punkten positiv von der Konkurrenz ab. Sie bringt zudem noch ein Alleinstellungsmerkmal mit: Automatisierungsaufgaben lassen sich mit anderen Nutzern teilen. So muss man das Rad nicht mit jeder Aufgabe neu erfinden bzw. kann sich bei anderen Nutzern Ideen holen.

Installation

Atooma gibt es kostenlos bei Google Play. Zur Installation scannen Sie entweder den QR-Code "Alle Links" am Ende dieses Artikels mit einem Barcode-Scanner oder starten auf Ihrem Smartphone Google Play und suchen nach Atooma. Die Software trägt offiziell noch den Zusatz "Beta2. In unseren Tests gab es aber keine Performance- oder anderweitige Probleme. Die hier beschriebene Anleitung beruht auf der Version 1.1.1 der Software vom 8. Oktober 2012. Die Entwickler haben sich recht viel vorgenommen, sodass eventuell bis zum Erscheinen dieses Hefts bereits eine neuere Version vorliegt.

Tipp

Einige der mit Atooma machbaren Szenarien (etwa die Akkuschonfunktion) sind in vielen Smartphones schon von Haus aus vorhanden. In diesem Fall sollten Sie Atooma nicht für eine solche Aufgabe benutzen, sondern auf das entsprechende Tool Ihres Smartphone-Herstellers vertrauen, da es näher am System arbeitet.

Der erste Start

Eine der Stärken von Atooma besteht darin, dass Sie die App Schritt für Schritt ans Thema heranführt. So erscheint beim ersten Start eine ausführliche Anleitung,die Ihnen in neun Schritten zeigt, wie Sie eine automatisierte Aufgabe (ein Atooma) erstellen (Abbildung 1). Die Einleitung lässt sich über einen Klick auf Skip jederzeit beenden. Nach der Einführung fordert Sie die App zum Login mit Ihrem Google-Account auf. Dieser Schritt lässt sich nicht überspringen. Die Login-Daten werden dazu benutzt, um Ihre Atoomas später ins Internet hochzuladen. So müssen Sie sich dafür nicht extra registrieren. Möchten Sie Atooma nutzen, müssen Sie also auf Sign in with Google und im anschließenden Dialog auf die Schaltfläche Zulassen klicken.

Abbildung 1: Beim ersten Start klärt Sie ein Assistent über die einzelnen Schritte auf.
Abbildung 1: Beim ersten Start klärt Sie ein Assistent über die einzelnen Schritte auf.

Hat alle geklappt, sehen Sie nun die Reiter MY ATOOMA, WALL und ME (Abbildung 2). Über MY ATOOMA erstellen Sie neue Aufgabe, via WALL finden Sie Atoomas, die andere Nutzer erstellt haben und über den Reiter ME finden Sie Statistiken zu Ihren Atoomas sowie die Möglichkeit, eine Verbindung zu Facebook und Twitter herzustellen und neuen Freunde zu Atooma einzuladen.

Abbildung 2: Das Hauptmenü der App mit den drei Reitern. Noch sind keine Atoomas vorhanden.
Abbildung 2: Das Hauptmenü der App mit den drei Reitern. Noch sind keine Atoomas vorhanden.

Aufgaben erstellen

Beim Atooma handelt es sich um eine Aufgabe die das Smartphone dann ausführen soll. Android hat schon jede Menge solcher Aufgaben mit an Bord. Zum Beispiel schaltet sich das Display aus, wenn Sie das Gerät bei einem Anruf ans Ohr halten oder Sie können (je nach Hersteller) das Smartphone stumm schalten, indem Sie es beim Klingeln einfach umdrehen und so weiter. Genau solche Aufgaben lasen sich auch mit Atooma lösen.

Klicken Sie auf dem Reiter MY ATOOMA auf den Eintrag New Atooma. Die App wechselt jetzt wieder ins Querformat für eine optimale Darstellung. Lassen sich sich davon nicht verwirren. Im ersten Bildschirm (Abbildung 3) legen Sie eine Bedingung fest. Dazu bietet die App drei Möglichkeiten: Möchten Sie eine Dateioperation vornehmen (zum Beispiel mit Fotos oder Musikdateien, dann wählen Sie den Eintrag Data. Möchten Sie etwas mit Twitter, Facebook, Dropbox oder GMail anstellen, dann wählen Sie Apps. Für alle übrigen Aufgaben tippen Sie auf Mobile. Die Menüpunkte Actions und Objects sind aktuell noch nicht aktiv.

Abbildung 3: Im ersten Schritt müssen Sie sich entscheiden, welche Bedingung erfüllt sein muss.
Abbildung 3: Im ersten Schritt müssen Sie sich entscheiden, welche Bedingung erfüllt sein muss.

Bedingung festlegen

Im Folgenden zeigen wir Ihnen an ein paar Beispielen, wie eine Bedingung aussehen könnte. Dazu erstellen wir zunächst ein Atooma, das bei einem Bestimmten Absender in GMail eine spezielle Musik abspielt (anstelle der Standard-Benachrichtigung). Wählen Sie dazu im ersten Dialog (Abbildung 3) den Eintrag Apps und anschließend über den drehbaren Auswahlring den Eintrag GMail (Abbildung 4, rot). In der Mitte des Rings steht nun IF für die Bedingung, als einzige Möglichkeit finden Sie im Auswahlring den Eintrag Mail recieved für den Maileingang. Tippen Sie diesen Eintrag (grün) an.

Abbildung 4: Aktuell unterstützt Atooma bei den Apps lediglich vier Anwendungen.
Abbildung 4: Aktuell unterstützt Atooma bei den Apps lediglich vier Anwendungen.

In der Grundeinstellung gilt die Regel (die wir noch festlegen müssen) für alle Absender. Wir möchten unsere Regel aber auf einen bestimmten Absender einschränken. Dazu markieren Sie die Checkbox vor dem Textfeld und geben anschließend die E-Mail-Adresse des Absenders ein (zum Beispiel Ihrer besten Freundin). Über einen Klick auf Search können Sie an dieser Stelle auch auf die Android-Kontakte zugreifen. Haben Sie die E-Mail-Adresse eingetragen, tippen Sie auf den grünen Pfeil für den nächsten Schritt. Hier können Sie Mails nach dem Betreff filtern. Da wir uns schon auf einen Absender beschränkt haben, lassen wir den Schritt an dieser Stelle aus und klicken einfach auf das grüne Dreieck für den letzten Schritt. Hier können Sie nach einem beliebigen Text filtern lassen, um zum Beispiel für jede E-Mail, die das Wort "Android" enthält einen speziellen Android-Sound abzuspielen. Lassen Sie auch diesen Dialog unverändert und klicken Sie auf OK Sie sehen jetzt wieder das Auswahlrad mit den zwei Bedingungen unten (wenn Gmail und bestimmter Empfänger) und einem DO-Button rechts (Abbildung 5). Klicken Sie hier auf DO.

Abbildung 5: Unsere GMail-Bedingung ist fertig, jetzt fehlt nur noch eine Aufgabenstellung.
Abbildung 5: Unsere GMail-Bedingung ist fertig, jetzt fehlt nur noch eine Aufgabenstellung.

Die Aufgabenstellung

Auch bei der Aufgabenstellung sehen Sie wieder das gleiche bunte Fenster mit den Einträgen Data, Mobile und Apps. Wie oben erwähnt soll Atooma bei unserem speziellen Absender eine Musik abspielen. Das fällt unter die Kategorie Mobile. Klicken Sie also auf Mobile und drehen Sie das Rad, bis der Eintrag Mediaplayer sichtbar ist. (Abbildung 6).

Abbildung 6: Nach dem IF kommt das DO. Hier soll der Media Player starten.
Abbildung 6: Nach dem IF kommt das DO. Hier soll der Media Player starten.

Von den Möglichkeiten des Mediaplayers stehen in Atooma die Wiedergabe, die Aufnahme und der Aufnahmestop zur Verfügung. Wählen Sie Play audio und im folgenden Dialog den Button Pick audio file, um eine Datei auszuwählen. Fündig werden Sie auf den meisten Android-Geräten im Verzeichnis Notifications. Sie können natürlich auch Ihre Musikbibliothek durchstöbern. Mit einem Klick auf OK schließen Sie auch dieses Setup ab.

Das Atooma

Jetzt gilt es nur noch, das neue Atooma zu speichern. Dazu klicken Sie auf das Gleichheitszeichen in der neuen Ansicht und geben einen Titel ein (Abbildung 7), zum Beispiel "Musik bei E-Mail". In einem letzten Schritt müssen Sie ihrem Atooma über die grüne Schaltfläche am unteren Rand noch Tags zuordnen. Das dient dazu, damit sich die zahlreichen Online-Atoomas besser kategorisieren lassen. Kreuzen Sie dazu einfach mindestens einen Eintrag aus der Liste an, zum Beispiel Music. Haben Sie einen Tag vergeben, erscheint automatisch auch die Save-Schaltfläche, über die das Atooma fertiggestellt wird.

Abbildung 7: Im letzten Schritt vergeben Sie Ihrem Atooma einen Namen und Tags zur Kategorisierung.
Abbildung 7: Im letzten Schritt vergeben Sie Ihrem Atooma einen Namen und Tags zur Kategorisierung.

Nun landen Sie wieder im Hauptmenü der App und sehen auf dem Reiter MY ATOOMA den neuen Eintrag. Dieser ist aber noch nicht aktiv (erkennbar an der mangelnden Farbe). Wählen Sie den Eintrag aus (die App wechselt wieder ins Hochformat) und bestätigen Sie den Start der Aktion über einen Fingertip auf den großen Haken. Das Atooma wird nun in die Cloud hochgeladen und ist anschließend aktiv. Nun testen Sie am besten, ob es auch funktioniert. Lassen Sie sich dazu eine Mail vom eingetragenen Absender schicken und freuen Sie sich auf einen personalisierten Sound dazu. Beachten Sie dabei, dass Atooma zur Akkuschonung nicht ständig Ihren Posteingang prüft, sondern nur in gewissen Abständen. So erhalten Sie normalerweise die übliche GMail-Benachrichtigung gleich nach dem Eintreffen einer Mail, Atooma tritt jedoch erst ein paar Minuten später in Aktion.

Sollte es wider erwarten nicht klappen, dann hilft es, das Atooma über den grünen Haken einmal aus- und gleich danach wieder einzuschalten. Doch Vorsicht: befinden sich in der Inbox zahlreiche ungelesene Mails vom eingetragenen Absender, dann spielt Atooma dazu auch gleich oft die ausgewählte Musikdatei ab.

GMail, Facebook und Twitter

Beim Einrichten von Atooma mussten Sie sich mit einem Google-Account anmelden. Möchten Sie einen anderen Google-Account für Atoomas mit Google Mail nutzen, dann wechseln Sie im Hauptmenü auf den Reiter ME und klicken hier auf Connections. Tippen Sie anschließend auf den Schalter OFF, um einen neuen GMail-Account einzurichten. Hier finden Sie auch die Einstellungen, falls Sie Atooma mit Facebook oder Twitter zusammen benutzen möchten.

Weitere Funktionen

Nach diesem ersten Atooma sollten Sie die Funktionsweise eigentlich recht gut begriffen haben. Atooma kann auch mehrere Voraussetzungen bündeln, indem Sie im ersten Dialog nach dem Hinzufügen einer IF-Bedingung noch einmal auf IF klicken. So können Sie zum Beispiel Ihr Smartphone so einrichten, dass es immer Sonntags um 10 Uhr, wenn Sie sich an einem bestimmten Ort aufhalten auf stumm geschaltet wird. Das lässt sich zum Beispiel dazu nutzen, um das Smartphone beim Kirchengang automatisch schweigen zu lassen. Mittwoch ist Kinoabend? Kein Problem mit Atooma. Auch dafür erstellen Sie einfach eine Regel, die das Smartphone ab 20:15 automatisch still schaltet, falls Sie sich im Cinemaxx befinden. Über eine weitere Regel schalten Sie dann ab 22:30 den Klingelton wieder ein. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie ihr Smartphone schnell stumm schalten.

Wählen Sie im Hauptmenü auf dem Reiter MY ATOOMA den Eintrag New Atooma aus. Klicken Sie im Auswahldialog auf den Eintrag Mobile. Im IF-Dialog drehen Sie nun am Rad, bis Sie den Eintrag Shake Sensor sehen. Wählen Sie diesen aus und anschließend Vertical shake. Die Abfrage zur Sensitivität überspringen Sie mit OK. Über +IF könnten Sie nun eine weitere Bedingung hinzuzufügen (Abbildung 8).

Abbildung 8: Über den Button +IF fügen Sie weitere Bedingungen hinzu.
Abbildung 8: Über den Button +IF fügen Sie weitere Bedingungen hinzu.

Tippen Sie auf DO, wählen Mobile, Silent Mode und als Bedingung (grün) On. Zusätzlich können Sie nun noch die Vibration ein- oder ausschalten, anschließend bestätigen Sie mit OK. Per Klick auf das Gleichheitszeichen vergeben Sie Ihrem Atooma einen Namen und einen Tag. Nicht vergessen, das Atooma danach per Klick auf den Haken zu aktivieren, damit es als buntes Icon in der Übersicht erscheint. Von nun an müssen Sie ihr Smartphone bei einem eingehenden Anruf nur etwas schütteln, damit es verstummt.

Warnung

Auch wenn Atooma in unseren Tests keinerlei negative Auswirkungen auf die Akkulaufzeit zeigte, kann es dennoch vorkommen, dass Sie durch eine bestimmte Aufgabe Ihren Akku schneller leeren als gewünscht. Die aktuelle Version 1.1.1. befindet sich zudem noch im Teststadium (Beta).

Fazit

Auch wenn Atooma auf den ersten Blick etwas zu bunt aussieht, lässt sich die App nach wenig Übung recht gut nutzen. Zahlreiche Atoomas im Internet lassen sich leider nicht 1:1 auf das eigene Gerät übertragen. Die Sharing-Funktion hilft aber in vielen Fällen, gute Ideen oder gar die passende Lösung selbst zu finden. Aktuell ist die App-Auswahl von Atooma noch etwas stark beschränkt, beim Mediaplayer hätten wir uns zum Beispiel eine Skip-Funktion gewünscht. Die Entwickler arbeiten aber ständig daran, Atooma noch ein Stück smarter zu machen.

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