Start Android 5.0 Anleitung: Nexus-Geräte mit CF-Auto-Root unter Android 5.0 Lollipop rooten

Anleitung: Nexus-Geräte mit CF-Auto-Root unter Android 5.0 Lollipop rooten

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Android 5.0 bringt zahlreiche neue Sicherheitsmechanismen mit, die das Rooten eines Geräts via Sicherheitslücke deutlich schwieriger machen. Was bleibt, ist der Weg via Custom-ROM oder über das Recovery des Smartphones. Für letzteres gibt es nun entsprechende Auto-Root-Scripte von Chainfire für Android 5.0. Wir haben unsere Nexus-Geräte gerootet — so funktioniert’s!

Früher war das Nexus Root-Tool das Werkzeug der ersten Wahl, wenn man sein Google-Smartphone oder -Tablet rooten wollte. Heute geht das viel einfacher und bequemer mit CF-Auto-Root von Chainfire. Zwar musst du dabei mit der Kommandozeile arbeiten, aber dafür klappt der Rootvorgang bestimmt und du weißt, was du herunterlädst und was genau passiert. CF-Auto-Root ersetzt temporär das Boot-Image des Smartphones, um auf diese Art das Su-Binary ins System einzuschleusen. Der Root-Vorgang öffnet also keine Sicherheitslücke im System und nutzt auch keine solche aus. Ohne Zugang zum Bootloader (den Google bei allen Nexus-Geräten gewährt), wäre diese Art von Root-Vorgang nicht möglich. Das bedeutet auch, dass der Bootloader für die Anleitung entsperrt sein muss.

Mehr zum Thema: Du möchtest genau wissen, was beim Rooten passiert und wozu der Root-Zugang überhaupt gut ist? Dann findest du in unserem Archiv zahlreiche Artikel. Als Einstieg empfehle ich „Root-Zugang unter Android erklärt„. Mit dem Thema Root befasst sich auch Android Power User #02.

Vorbereitungen und Voraussetzungen

Diese Anleitung funktioniert für alle Nexus-Geräte von Google mit Android 5.0 „Lollipop“ oder Android 4.4 „KitKat“. Der Artikel beschreibt den Root-Vorgang am Beispiel des Nexus 5 mit Android 5.0 „Lollipop“ und der Build-Nummer LRX210. Es kann durchaus sein, dass diese Anleitung durch ein zukünftiges Android-Update nicht mehr funktionieren wird, wenn also die hier beschriebenen Versionsnummern und die verlinkten Downloads nicht zusammenpassen, dann solltest du der Anleitung nicht 1:1 folgen, sondern nach aktualisierten Dateien Ausschau halten. Wenn du noch keine Erfahrung mit dem Rooten bzw. ADB hast, dann benötigst du vermutlich rund 30 bis 60 Minuten Zeit, falls du dich damit auskennst, dann ist dein Nexus-Gerät in fünf Minuten gerootet.

Diese Root-Anleitung setzt ein Nexus-Gerät mit entsperrtem Bootloader voraus. Das Root-Script entsperrt den Bootloader für dich, dabei gehen aber alle Daten auf dem Handy verloren. Ich empfehle deshalb, die Anleitung auf einem frischen Gerät durchzuführen oder/und zunächst ein komplettes Backup deiner Android-Daten zu erstellen.

Du brauchst einen PC (Windows, Linux, Mac OS) und das zum Handy passende USB-Kabel. Auf dem Rechner müssen die Android Debug Bridge und das Fastboot-Tool installiert sein (adb und fastboot). Unter Linux musst du dazu einfach das Paket android-tools installieren, wie die Installation von ADB und Fastboot unter Windows funktioniert, haben wir hier beschrieben. Mac OS X Nutzer finden Fastboot und ADB im Android SDK. Zudem brauchst du unter Windows die entsprechenden USB-Treiber für dein Nexus-Gerät, auch Google USB Treiber genannt. Unter Mac OS X und Linux ist dieser Schritt nicht notwendig.

Last but not least, solltest du wissen, wie man ein Terminal bedient, also Befehle auf der Kommandozeile eingibt. Ohne dieses Wissen, solltest du dich nicht an diese Anleitung machen.

USB-Debugging einschalten

Passt alles auf dem Rechner, musst du auf deinem Nexus-Gerät das USB-Debugging einschalten. Dazu scrollst du in den Einstellungen ganz nach unten zum Eintrag Über das Telefon und tippst hier sieben mal hintereinander auf die Build-Nummer, bis der Hinweis „Sie sind jetzt ein Entwickler“ erscheint.

Über das wiederholte Antippen der Build-Nummer schaltest du die Entwickleroptionen frei.
Über das wiederholte Antippen der Build-Nummer schaltest du die Entwickleroptionen frei.
Geschafft, du bist jetzt ein Entwickler ;-)
Geschafft, du bist jetzt ein Entwickler ;-)

Über dem Eintrag Über das Telefon findet sich jetzt ein neuer Eintrag Entwickleroptionen. Ein Fingertip darauf öffnet die Optionen. Setze das Häkchen bei USB-Debugging und schließe das Handy an den Rechner an. Es erscheint ein Hinweis, ob du das USB-Debugging von diesem Rechner zulassen möchtest. Markiere hier ebenfalls die Checkbox und tippe dann auf Ja.

Die Checkbox für das USB-Debugging befindet sich in den Entwickleroptionen.
Die Checkbox für das USB-Debugging befindet sich in den Entwickleroptionen.
Damit du vom PC aus über die Kommandozeile auf das Android-Gerät zugreifen kannst, muss die Checkbox wie auf dem Screenshot markiert sein.
Damit du vom PC aus über die Kommandozeile auf das Android-Gerät zugreifen kannst, muss die Checkbox wie auf dem Screenshot markiert sein.
Screenshot_2014-11-14-11-56-07
Sobald du das Handy/Tablet mit einem Rechner verbindest, erscheint dieser Dialog. Ist es dein eigener Rechner, dann kannst du die Checkbox auch gleich markieren.

Ob alles geklappt hat, zeigt dir die Ausgabe von adb devices in einem Terminalfester. Sie sollte in etwa so aussehen:

marcel@linux-taw3:~> adb devices
List of devices attached 
033c26e0215d412d        device

Falls die Ausgabe des Befehls angibt, dass das Gerät offline ist, dann musst du das Display entsperren oder hast vergessen, den Dialog zur Authentifizierung des Handys zu bestätigen.

Rooten mit CF-Auto-Root

Wir haben diese Schritte sehr detailliert beschrieben, üblicherweise brauchst du aber keine fünf Minuten dafür. Jetzt geht’s ans eingemachte. Hole dir von der CF-Auto-Root-Seite das benötigte ZIP-Paket. Am besten schaust du selbst auf der Seite vorbei, ob es schon aktuellere Pakete gibt. Dazu scrollst du ganz nach unten bis zum Eintrag Fastboot flashable Devices. Wie du aus der langen Liste unschwer erkennen kannst, funktioniert diese Methode auch für sehr viele Samsung-Geräte, der Artikel konzentriert sich aber auf die Nexus-Geräte.

Hier die Download-Links zu den aktuell verfügbaren Dateien (Stand November 2014) für Android 5.0, du findest auf der Übersichtsseite aber auch die ZIP-Dateien für Android 4.4:

Lade die passende ZIP-Datei herunter und entpacke sie in ein beliebiges Verzeichnis. Beim Nexus 5 ist es die Datei CF-Auto-Root-hammerhead-hammerhead-nexus5.zip, entpackt bekommst du als Resultat den Ordner CF-Auto-Root-hammerhead-hammerhead-nexus5/ mit den Dateien root-linux.sh, root-mac.sh, root-windows.bat und den zwei Verzeichnissen image und tools.

Wechsle auf der Kommandozeile ins Verzeichnis CF-Auto-Root-hammerhead-hammerhead-nexus5/ und schicke dein Nexus in den Fastboot-Modus:

adb reboot bootloader

Dein Nexus-Gerät zeigt dann den folgenden Bildschirm an:

So sieht das Nexus 5 im Fastboot-Modus aus.
So sieht das Nexus 5 im Fastboot-Modus aus.

Anschließend startest du den Root-Vorgang durch das zum Betriebssystem passenden Script. Da ich unter Linux arbeite, wähle ich

sh run-linux.sh

(Durch das vorangestellte sh erspare ich mir den Befehl chmod+x run-linux.sh, nur als Anmerkung am Rande.) Das Script weist dich nun darauf hin, dass beim Entsperren des Bootloaders sämtliche Daten gelöscht werden. Falls der Bootloader schon entsperrt ist, weil du Android 5.0 zum Beispiel selbst via Firmware Image installiert hast, dann werden keine Daten gelöscht. Drücke also Enter, wenn du bereit bist.

Das Autoroot-Script weist dich darauf hin, dass je nach Bootloader sämtliche Daten gelöscht werden.
Das Autoroot-Script weist dich darauf hin, dass je nach Bootloader sämtliche Daten gelöscht werden.

Beim Start des Scripts benötigt CF-Auto-Root auf dem Rechner Root-Rechte um ein paar Dateien zu installieren. Je nach System musst du also dein Root-Passwort/Admin-Passwort eingeben. Sobald der Befehl läuft, erscheint auf deinem Nexus-Gerät für ein paar Sekunden ein roter Androide mit Augenklappe.

Der eigentliche Root-Vorgang dauert nur ein paar Sekunden.
Der eigentliche Root-Vorgang dauert nur ein paar Sekunden.

Hat alles geklappt, dann erscheint im Terminal anschließend wieder die Eingabeaufforderung und dein Nexus startet automatisch neu. Dass das Rooten geklappt hat, erkennst du neben den Hinweisen beim Rootvorgang selbst an der neu installierten App SuperSU und natürlich durchs Ausprobieren.

Hat alles geklappt, gesellt sich SuperSU zu den frisch installierten Android-Apps.
Hat alles geklappt, gesellt sich SuperSU zu den frisch installierten Android-Apps.

Risiken und Nebenwirkungen

Es gibt einige Apps (mehrheitlich aus dem Multimedia- und Sicherheitsbereich), die unter einem gerooteten Android-Gerät nicht mehr funktionieren. Aber auch hier gibt es Auswege.

Dadurch, dass Google unter Android 5.0 ein paar Sicherheitsvorkehrungen verschärft hat, überlebt dieser Root-Vorgang ein OTA-Update nicht (das Handy bleibt aber OTA-fähig, solange du keinen anderen Kernel installierst oder ein Custom-Recovery). Hier heißt es also jeweils abwarten, bis Chainfire eine neue Version für das frische Android herausbringt. Wir hoffen mal, dass Android 5.1 oder 5.0.1 nicht gleich nächste Woche erscheint…

2 Kommentare

  1. Danke Dir – hat super geklappt, aber der Befehl muss nicht heissen: sh „run-linux.sh“ sondern:
    sh root-linux.sh ODER
    sh root-mac.sh ODER
    root-windows.bat

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