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Album der Woche: Yann Tiersen ? Infinity

Die Fabelhafte Welt der Amelie. Ein zauberhafter Film, voll zauberhafter Musik von Yann Tiersen. Sein neues Album führt den Hörer in das nicht minder zauberhafte Island!

Island. Insel voller Naturgewalten. Vulkan, Wasserfälle und Gletscher bahnen sich ihre Wege seit Jahrtausenden und bestimmen das Leben der Menschen, genau wie die Sagen und Legenden von Feen. Yann Tiersen verbindet das alles auf seinem neuen Album ?Infinity? (reinhören) zu Musik. Dieses Album ist ein Mysterium aus Tönen, das sich erschließt sobald die Musik startet und die Augen geschlossen sind. Wälder entstehen, verschwinden in Ozeanen. Bergen türmen sich auf, entlassen Gletscher in die Täler, durchbrechen den Horizont, formen die Weite der Welt und bringen diese ganz nah an die Ohren der Hörer.

 

 

Wie ?Midsummer Evening? zeigt, verliert sich Yann Tiersen gern in Melodien, Chören und poppigen Strukturen. Wer jedoch genau hin hört entdeckt selbst in solchen Liedern Sounds und Harmonien die weit entfernt von jeglicher Chartskompatibilität liegen. Das zu vereinen ist das große Talent, das Yann Tiersen zu einem der bedeutendsten Musikern der Gegenwart macht.

Weitere solche Lieder finden sich auf ?Infinity?, wie zum Beispiel ?Lights?, das den Hörer erst in eine Landschaft voller Bäche entführt, die rauschen, plätschern und tröpfeln, bevor ein Synthesizer langsam die Kontrolle übernimmt und den Hörer an eine überschwängliche Freude übergibt, die von Schlagzeug und Chor offenbart werden. Oder ?Greenworld?, das mit der Leichtigkeit von Wolken, der kalten Eleganz des Eises und mit einer Landschaft voller Streichern, den Raum für eine männliche Stimme bereitet, die tief unter die Haut geht. Wie ein Anker wird man in dieses Lied gezogen, ehe mit ?Steinn? jegliches Glück in den langen Schatten einer unendlichen Trauer verschwindet.

Yann Tiersen schreibt unkonventionelle Musik, deren Geist es ist zu verführen und das mit den Mitteln der Neo Klassik und des Pops. Beide Genres führt er zusammen mit einer fast lieblichen Eleganz. Er schreibt aber nicht bloß Songs, er schichtet Sounds übereinander die transparente Melodien mit sich bringen und dem Hörer eine Welt fern der Realität offenbaren. Er infiziert sie damit solange die Augen geschlossen bleiben und die Musik läuft, und selbst danach hört man ihr leises Echo nur langsam verklingen. Atemberaubend schön.

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