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Album der Woche: John Talabot – DJ KICKS

Die DJ-Kicks-Serie ist eine Institution. Seit 1995 bringen unter diesem Namen unterschiedlichste Künstler atemberaubende elektronische Musik in die heimischen vier Wände.

Jeder, der mindestens eine der 43 bisher erschienen Ausgaben kennt, weiß um deren Qualität. Allen anderen ist mit der 44sten der Einstieg dringend empfohlen.

Voraussetzung ist natürlich die Lust an elektronischer Musik. Wenn diese aber vorhanden ist, führt kein Weg an John Talabot’s Mix vorbei. Der Spanier zaubert 27 Lieder ineinander, die scheinbar Übergangslos ein Gesamtkunstwerk offenbaren, dessen Leichtigkeit weit ab von clubtauglichen Dancemoves perfekt als Untermalung des Alltags dient. Wer jetzt die Schubladen Chill Out, Ambient oder Lounge öffnen möchte, sollte dies sein lassen, denn dieser Mix versteht sich über Genre Grenzen hinweg. Die Devise lautet daher: Augen schließen, Abtauchen und die Seele tanzen lassen.

 

Entscheidend ist der Klang. Die Beats, weder zu hart noch zu soft, tarieren die bass- und melodiegebenden Synthsizer. Erstaunlich, wie homogen das alles zusammenpasst, wenn man bedenkt, wie viele verschiedene Künstler gemixt werden. Das die BPM (Beats per Minute) den Hörer ohne Brüche durch das Album führen, ist die Grundvoraussetzung. Zur Meisterklasse führt John Talabot diese DJ Kicks Ausgabe durch ein thematisches Sounddesign, das im Großen und Ganzen einheitlich, im Detail jedoch unterschiedlich ist. Bei John Talabot klingt das in jedem Moment selbstverständlich, dabei ist das eine monströse Aufgabe. Das Ergebnis spricht für sich, ragt aus der Masse heraus und bleibt doch bescheiden. Wäre das nicht schon alles genug, ist das eigentlich besondere die leicht melancholische Ader der Songs, die den Druck des Dancefloors verschwinden lässt und doch nichts anderes offenbart als Killer Tracks, die ohne den euphorischen Kick einer platten Melodie, und ohne Taschenspieler-Tricks von 0815-Djs auskommen.

 

Ok, dass John Talabot das drauf hat, war zu erwarten. 2012 konnte er mit seinem Debütalbum Fin die Fachwelt nachhaltig verzücken und seinen guten Ruf aus dem Underground Barcelonas in die großen Clubs der Welt ausweiten. Diese DJ-Kicks-Zusammenstellung ist der nächsten Beweis seines Könnens. Das Album ist in sich schlüssig, in dem Kontext der Perfektion, die stetig bemüht ist, Melodien und Beats im Fluss zu halten. An der Stelle, an der die Perfektion zu verkopft sein könnte, füllt John Talabot den Raum mit einer katalanischen Leichtigkeit die fern von dieser Welt eine neue Sprache erzeugt. Daher bleibt nur zu sagen: ?Comprar? . Oder für alle, die im Pep-Guardiola-Fieber noch nicht Katalanisch gelernt haben: Kaufen.

Label: !K7

 

 

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