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AirAudio streamt Android-Sound zu AirPlay-Empfängern

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© Google Play Store

Zwanzig Jahre ist es her, dass Grönemeyer „Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist“ textete. Der Satz gilt heute noch! Was aus den meisten Handys tönt, geht auf keine Kuhhaut. Mit AirAudio streamen Sie jede Musik auf AirPlay-kompatible Anlagen.

Möchten Sie YouTube-Sounds oder gar Google Music über das Netzwerk auf Ihre Stereoanlage streamen, dann geht das oft nicht aus den jeweiligen Android-Apps heraus. Google Music hat etwa erst mit Chromecast [1] eine Stream-Option dazubekommen, die entsprechenden Adapter lassen sich aber bisher nicht in Deutschland kaufen. Oft steht aber bereits eine entsprechende Streaming-Lösung neben Ihrer Stereoanlage bereit, in manchen Anlagen ist sogar ein AirPlay-Adapter bereits integriert.

Hier kommt nun AirAudio [2] ins Spiel: Die App klinkt sich als Audio-Treiber mit Root-Rechten direkt in das Android-System ein und streamt die komplette Audio-Ausgabe über das Netzwerk via AirPlay auf entsprechend kompatible AirPlay-Boxen oder auch zu einem Raspberry Pi mit XBMC [3], das ebenfalls über einen integrierten AirPlay-Server verfügt.

AirAudio für Android

Linuxer können sich mit Shairplay [4] oder ShairPort [5] entsprechende Server auf ihrem Linux-Rechner oder Homeserver einrichten. Möchtet Sie den Sound auf einen anderen Androiden streamen, dann bietet sich etwa AirBubble [6] als AirPlay-Server für Android an. Und wer schon länger in der Apple-Welt zuhause ist, hat vielleicht sowieso bereits ein Apple TV-Modul [7] oder einen Apple AirPort Express [8] an seiner Anlage hängen.

Abbildung 1: AirAudio streamt zu AirPlay-Empfängern wie XBMC, Apple TV oder HiFi-Receivern.
Abbildung 1: AirAudio streamt zu AirPlay-Empfängern wie XBMC, Apple TV oder HiFi-Receivern.

Nach dem Start von AirAudio scannt die App Ihr Netzwerk und sucht Geräte heraus, an die AirAudio den Sound weiterleiten kann. Ein Raspberry Pi mit XBMC in Form von OpenELEC [9] wurde umgehend als mögliche Option erkannt. Tippt Sie auf das Gerät, verbindet sich AirAudio automatisch und XBMC empfängt das Audio-Signal als Musikstream. Auf dem TV wird dann zum Beispiel ein 3D-Equalizer eingespielt.

Abbildung 2: Je nach Prozessor-Leistung lässt sich die Audio-Qualität des Streams anpassen.
Abbildung 2: Je nach Prozessor-Leistung lässt sich die Audio-Qualität des Streams anpassen.

Spielen Sie nun irgendwas auf dem Handy ab, egal ob Musik von Google Music oder ein YouTube-Video, landet der Ton mit einer kleinen Verzögerung von etwa einer viertel bis halben Sekunde auf dem Fernseher bzw. Ihrer Anlage. Die Audio-Qualität passen Sie per Schieberegler an, auf einem Galaxy Nexus als Testgerät kann der Regler auf die bestmögliche Qualität gesetzt werden

AirPlay für alles

Bei den meisten gerooteten Androiden dürfte das Übertragen des System-Audios auf Anhieb funktionieren, falls nicht lässt sich aus der App heraus wenigstens der Mikro-Eingang übertragen. Theoretisch greift das Mikro so den vom Handy abgespielten Ton wieder auf, in der Praxis dient die App in diesem Betriebsmodus aber eher als Karaoke-Mikrofon mit massiver Verzögerung.

Abbildung 3: Hier leitet AirAudio den Sound auf einen Raspberry Pi mit XBMC als Mediacenter weiter.
Abbildung 3: Hier leitet AirAudio den Sound auf einen Raspberry Pi mit XBMC als Mediacenter weiter.

Im Play Store wird AirAudio als "kostenlose" App geführt, allerdings wird bei dieser Demo-Version die Audio-Qualität mit Absicht verfälscht. Wer sauberen Sound auf der Anlage hören möchte, muss per In-App-Kauf recht happige fünf Euro für die Vollversion berappen.