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10 MicroSD-Karten im Test

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Eine flotte MicroSD-Karte kann wesentlich dazu beitragen, dass das Android-Handy schneller arbeitet, lautet eine weit verbreitete Meinung. Stimmt gar nicht, zeigt unser Testbericht.

MicroSD-Karten gibt es in allen möglichen Variationen und Preislagen, Class 4/6/10, SD,HC, SDXC, Ulta und zahlreiche weitere zum Teil kryptische Abkürzungen finden sich auf den Verpackungen. Einige Anbieter werben auch bereits auf der Verpackung damit, dass die Karte besonders schnell ist. Also welche soll man wählen: lieber eine schnellere, dafür nur 16 statt 32 GByte oder doch lieber gleich die 32-GByte-Karte, dafür eine etwas langsamere? Die Antwort ist recht einfach: es hängt vom benutzten Handy ab. Denn auf den Verpackungen beworbene Werte von bis zu 40 MByte/s erreichen lediglich die aktuellen Top-Handys mit Snapdragon-800-Prozessor. Benutzen Sie hingegen ein Handy mit einer langsameren CPU, dann reicht ziemlich sicher bereits eine günstigere Karte, um das System auszureizen.

Abbildung 1: Für unsere Tests benutzten wir die App SD Card Tester mit einer 4 GByte großen Datei.
Abbildung 1: Für unsere Tests benutzten wir die App SD Card Tester mit einer 4 GByte großen Datei.

Abbildung 2: Achten Sie auf dieses Symbol, das ganz klein auf den Karten abgedruckt ist.
Abbildung 2: Achten Sie auf dieses Symbol, das ganz klein auf den Karten abgedruckt ist.

Für diesen Artikel haben wir acht neu gekaufte MicroSD-Karten und zwei Noname-Karten, die wir hier in der Redaktion herumliegen hatten mit bis zu vier verschiedenen Smartphones getestet. Als Haupttestgerät kam das Optimus G Pro von LG zum Einsatz, als Handy mit schwächerer CPU das HTC Desire 500. Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns auch noch das Sony Xperia Z1. Mit diesem Handy stellten wir noch einmal neue Bestwerte für die Samsung-Karte auf. Die in der Tabelle angegebenen Zahlen sind somit mit dem LG Optimus G Pro und dem HTC Desire 500 gemessene Richtwerte. Wenn Ihr Handy schneller oder langsamer arbeitet, können sich auch die Werte deutlich ändern. Für die Tests benutzten wir die App SD Card Tester [1] und verifizierten die ersten paar Ergebnisse mit der App A1 SD Bench [2]. Anschließend benutzten wir nur noch den SD Card Tester. Als Dateigröße wählten wir stets die doppelte RAM-Größe des Handys. Kleinere Dateien verfälschen das Ergebnis deutlich.

Klasse oder Masse?

Bei den Lese- und Schreibgeschwindigkeiten der MicroSD-Karten zählt alleine der Hinweis, ob es sich dabei um eine Class-4, Class-6 oder Class 10-Karte handelt. Alle anderen Zusätze können Sie getrost vergessen. Eine wichtige Information berifft MicroSD-Karten mit dem Zusatz XC. Diese setzen üblicherweise nicht das gewohnte FAT-Dateisystem ein, sondern das neuere exFAT. Möchten Sie also möglichst lange Videofilme auf der Karte speichern, dann kommen Sie um eine Karte mit exFAT nicht herum. Es lassen sich aber auch ältere MicroSD-Karten mit dem exFAT-System formatieren.

Das UHS-Logo ist die dritte wichtige Information auf der MicroSD-Karte. Sie finden es nur auf Class-10-Karten, und es ist ein sehr kleines U mit einer Zahl darin. UHS-I unterstützt Geschwindigkeiten bis zu 104 MByte/s, UHS-II sogar bis zu 300 MByte/s. Auf diese Zusätze können Sie jedoch bei aktuellen Handys getrost verzichten: Mehr als 42 MByte/s Lesegeschwindigkeit liegt aktuell nicht drin. Das Handy ist dabei die Bremse, nicht die MicroSD-Karte. Die UHS-Information ist also höchstens dann interessant, wenn Sie die Karte oft via Adapter auch an einem Notebook oder PC benutzen wollen.

Dummerweise tun die Hersteller aber alles, um genau diese Information nicht auf der Verpackung aufzudrucken (von einigen positiven Ausnahmen abgesehen). Schauen Sie sich deshalb die MicroSD-Karte genau an. Es befindet sich darauf immer ein recht kleines C-Logo mit einer Zahl in der Mitte. Diese Zahl gibt die Klasse an. Achten Sie nicht auf die Angaben des meistens beiliegenden SD-Adapters. Denn einige Hersteller schreiben zum Beispiel darauf groß MicroSDXC, weil der Adapter auch den XC-Standard beherrscht. Der eigentliche Speicher ist aber nur eine übliche MicroSDHD.

Das Handy bremst

Bei einer Class-4-Karte können Sie mit Schreibraten von maximal 5 MByte/s rechnen (siehe Tabelle), die Lesegeschwindigkeit beträgt üblicherweise 15 MByte/s. Dies trifft auf alle Handys zu, da selbst ältere Androiden mit dieser Geschwindigkeit klar kommen. Bei einer Class-10-Karte beträgt die von uns im Sony Xperia Z1 gemessene Höchstgeschwindigkeit 18,9 MByte/s beim Schreiben und 41,7 MByte beim Lesen. Theoretisch könnte die Karte jedoch Geschwindigkeiten von bis zu 100 MByte/s und sogar noch darüber erreichen [3]. Dazu braucht es aber spezielle Lesegeräte und einen schnellen PC bzw. eine Ultra-High-Speed-Karte.

Neben der CPU gibt es aber noch weitere Spaßbremsen für MicroSD-Karten: So arbeiteten unsere 10 Karten in den Tests mit dem Samsung Galaxy S4 activ deutlich langsamer als im LG Optimus G Pro. Dabei ist in beiden Handys ein Snapdragon 600 als Prozessor verbaut. Für die schnellste Karte im Test (Samsung MB-MGCGB) erreichten wir auf dem Optimus G Pro Lesewerte von über 28 MByte/s (die Tabelle zeigt die Durchschnittswerte an), mit dem Galaxy S4 activ schafften wir gerade mal 18 MByte/s. Besitzer eines Galaxy S4 activ können sich also den Aufpreis für eine Class-10-Karte ersparen und gleich zu einer Class-6-Karte greifen.

The Winner is?

Die schnellste Karte im Test war die 64 GByte große SDXC-Karte von Samsung. Allerdings kam dieser Vorteil nur auf dem Z1 voll zum Zug. Die Class-10-Karte von PNY ist ebenso schnell. Suchen Sie eine kleine aber schnelle Karte, dann empfehlen wir Ihnen die 8-GByte-Karte von Sony für 8 Euro. Abraten möchten wir Ihnen an dieser Stelle von den Transcend-Karten: Beide von uns getesteten Karten fielen bei der Schreibperformance klar hinter die Konkurrenz zurück, und die Class-10-Karte war nur unwesentlich schneller als das Class-6-Modell. Komplett meiden sollten Sie auch Class-2-Karten, die es auch noch ab und zu "im Angebot" gibt.

Testergebnisse im Überblick

Hersteller Transcend PNY Samsung SanDisk Ultra Sony Platinum Transcend Noname 1 SanDisk Noname 2
Modell TS16GUSDU1 SDU8G10AND-EF MB-MGCGB QUA-0008G-U46A SR8UYA/T1 Bestmedia 177326 TS8GUSDHC6-2   QM-008G-B35
Kapazität 16 GByte 32 GByte 64 GByte 8 GByte 8 GByte 8 GByte 8 GByte 16 GByte 8 GByte 8 GByte
Klasse Class 10 Class 10 Class 10 Class 10 Class 10 Class 10 Class 6 Class 6 Class 4 Class 4
Preis 13 Euro 25 Euro 50 Euro 12 Euro 8 Euro 7 Euro 12 Euro 13 Euro 10 Euro 8 Euro
G Pro (read/write) 27,9/9,4 MB/s 24,5/17,7 MB/s 26,1/18,2 MB/s 26,4/12,5 MB/s 23,2/12,6 MB/s 19,9/11,6 MB/s 15,9/8,8 MB/s 25,1/17,5 MB/s 13,9/4,8 MB/s 14,2/5,1 MB/s
Desire 500 (read/write) 15,4/9,1 MB/s 15,3/15,1 MB/s 16,4/15,4 MB/s 12,6/13,2 MB/s 16,1/11,9 MB/s 14,9/11,5 MB/s 14,4/9,1 MB/s 15,5/11,9 MB/s 16/4,8 MB/s 14,4/5,1 MB/s

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