In dieser Rubrik stellen wir Ihnen jeden Monat ein paar neue oder aktualisierte Spiele aus dem Google Play Store vor, die uns besonders gut gefallen.
Gameloft, der Lizenzpapst aus Frankreich, hat mal wieder zugeschlagen. Diesmal hat es Spiderman erwischt. Dessen neuer Kinofassung eilt ein Spiel von Gameloft voraus. Und wie es sich für Gameloft gehört, handelt es sich dabei um einen umfangreichen Vollpreistitel, der allerdings – und das ist überraschend – mit In-App-Käufen daherkommt. Diese sind zwar optional, aber dennoch erwartet man das nicht bei einem Titel, der mehr als fünf Euro kostet.
Beim ersten und leider bei jedem weiteren Mal, wenn man das Spiel startet, erfährt man in einem Intro-Filmchen zwei Dinge: Warum Spiderman so "amazing" ist, und dass Spiderman selbst in der deutschen Fassung nur Englisch spricht. Wer kein Englisch kann, ist klar im Vorteil: Der Sprecher ist so furchtbar schlecht, dass es eine Qual ist, ihm zuzuhören. Das wird im Laufe des Spiels nicht besser, denn die Stimme macht aus einem eigentlich coolen Superhelden einen überheblichen Rotzebengel, der jeden zweiten Satz versucht, lustig zu sein.
Dafür kann das Gameplay anfangs überzeugen. Statt einer stringenten Abenteuergeschichte hat man sich bei The Amazing Spiderman für ein Open-World-Spiel entschieden. Das bedeutet, dass Sie frei durch die Stadt schwingen können und sich die Missionen an verschiedenen Checkpoints selbst abholen. Das am Seil durch die Stadt schwingen ist das wichtigste Feature dieses Helden, und glücklicherweise macht es meistens Spaß. Doch gerät man in die Nähe von Gebäuden, kriegt die Kamera Probleme, den richtigen Winkel zu behalten. Stürzt man dann ab und will die Häuserwand wieder hochklettern, wird es teilweise fast unmöglich, die Figur so zu steuern, wie man es möchte. Apropos Schwingen: es darf, auch wenn es aus technischer Seite verständlich ist, einfach nicht sein, dass Spiderman seine Netze in Wolken schießen und dann schwingen kann. Ohne kleinlich sein zu wollen, zerstört das Einiges an Glaubwürdigkeit.
Das Spiel kann sich ein wenig im Umfang retten, denn es gibt viele abwechslungsreiche Missionen, ein motivierendes Level-System und freischaltbare Fähigkeiten. Doch nichts davon funktioniert richtig gut, alles ist irgendwie stümperhaft umgesetzt. Manche Missionen sind einfach nur hirnrissig, und ein paar Herausforderungen ("Renne 500 Meter") wirken völlig willkürlich eingebaut, als wollte man dem Spiel einfach nur Umfang spendieren. Die Talentbäume sind kaum entscheidend, da man viele Fähigkeiten erst gar nicht benutzt. Gegner verprügelt man nämlich durch wildes Antippen der Schlagen-Taste, was völlig ausreicht. Ab und an kann man noch die blaue Taste zum Ausweichen drücken – und fliegt dann jedes dritte mal unfreiwillig vom Hausdach.
Hinzu kommt eine klischeehafte und fahrige Geschichte und eine Menge technischer Probleme. Beim Schwingen durch die Stadt erzeugt das Spiel üble Pop-ups matschiger Texturen, und wenn man zu schnell ist, kommt das Spiel mit den Inhalten nicht hinterher. Da kann es schon mal vorkommen, dass man auf einer Ampel verweilt und plötzlich alles leergefegt wirkt: Keine Gegner, keine Autos, keine Menschen. Und noch eine Kleinigkeit: Auch wenn das Spiel kein großer Akkufresser ist, hat es zumindest auf dem Galaxy S2 für ein so heißes Display gesorgt, dass das Spielen auf Dauer unangenehm war.
Komischerweise macht das Spiel dennoch Spaß: Das Schwingen durch die Stadt ist oft einfach nur cool, und das Levelsystem – wenn auch schwach umgesetzt – motiviert. Für diesen Preis darf man im Jahre 2012 jedoch deutlich mehr erwarten.
[5,49 Euro|englisch mit dt. Texten|Version 1.1.0|595 MByte]
Oscura ist ein Plattformer, der stark an Limbo erinnert: Sie steuern eine schattenhafte Figur in einer ebenso düsteren Welt und sollen Lichtkristalle einsammeln, um die Welt zu retten. In verschiedenen Welten besteht Ihre Aufgabe lediglich darin, durch Hüpfen Monster oder Hindernisse zu überwinden. Die Spielwelt hat einen ganz besonderen Charme, und auch das Leveldesign weiß zu überzeugen. Die Steuerung hingegen ist ungewohnt, da es keine feste Buttons gibt, sondern Sie mit links hüpfen, wenn Sie nach rechts laufen und umgekehrt. Außerdem ist die Figur etwas träge und das Spiel leider nicht sehr lange. Dennoch eine klare Empfehlung.
[0,79 Euro|deutsch|Version 2.0|92 MByte]
In Lightopus steuern Sie ein leuchtendes Tier durch Unterwasserwelten, sammeln dabei winzige Jungtiere ein, die Sie dann am Schwanzende gegen Feinde einsetzen können. Und das ist der Kniff: Sie müssen die Feinde indirekt treffen, also indem Sie Haken schlagen und flink die Richtung wechseln. Die Level bestehen aus abgeschlossenen runden Welten, die Sie erst verlassen dürfen, wenn Sie genügend Jungtiere eingesammelt haben. Das Spieldesign und die Musik sind wunderschön, doch Lightopus bietet auf Dauer nicht genügend Langzeitmotivation. Trotzdem: Einfach mal ausprobieren.
[kostenlos|englisch|Version 1.23|4,3 MByte]
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