Rund 320.000 Android-Apps stehen derzeit im Market bereit [1]. Etwa ein Viertel davon sind Spiele und man kann es kaum glauben, am finanziell erfolgreichsten sind Wetter-Apps [2]. Mit einem Android-Smartphone sind die Möglichkeiten schier unbegrenzt, besonders bei der Verwaltung ihrer Informationen gibt es für jede Aufgabe unzählige Optionen. Doch gerade beim Informationsmanagement ist es oftmals ein wenig mühsam, wenn man sich für wichtige Details erst durch eine Reihe von Apps kämpfen muss. Android spielt hier mit seinen Widgets eine seiner Stärken aus, denn so haben Sie wichtige Informationen immer im Blick.
Was ist ein Widget?
Während an dieser Stelle die Einen gähnen und feststellen, dass sie das doch schon alles schon kennen, fragen sich Andere vielleicht: Was bitte sind Widgets? Wenn man dazu ein Wörterbuch wie LEO [3] bemüht, dann lautet die Antwort: Dingsbums. Alle Klarheiten beseitigt? Vielleicht fällt Ihnen auch das Wort "Gadget" an (laut LEO auch ein "Dingsbums", aber auch eine "technische Spielerei"). Ein Widget ist eigentlich eine ganz kleine App, die Ihre Inhalte nicht in einem gewöhnlichen Android-Fenster zeigt, sondern auf 1x1 bis 4x4 Icon-Plätzen.
Apps, Shortcuts oder Widgets?
Der Begriff des Anwendungs- oder App-Icons dürfte nichts Neues sein, schließlich ist diese Symbolik schon lange vom Desktop-PC her bekannt. Es handelt es sich um kleine Bildchen, die auf der Arbeitsfläche (Bei Android auf dem Homescreen) liegen und über die man die zugehörige App startet. Als Erweiterung dazu gibt es unter Android aber auch die Verknüpfung (im Englischen auch "Shortcut" genannt): Statt auf den Startbildschirm der zugehörigen App führt eine solche Abkürzung gleich auf die gewünschte Unterseite (bei einer Statistik-App etwa direkt zu den SMS-Statistiken anstatt auf die allgemeine Übersicht), oder sie startet direkt eine von der App ausgeführte Aktion.
Und schließlich gibt es eben das Widget, welches oft eine bidirektionale Kreuzung aus App-Icon und Verknüpfung ist, und in den meisten Fällen viel mehr kann als ein einfaches Icon. Da wäre zum einen die Tatsache der ausgenutzten Fläche, die in Icon-Größen angegeben wird: Icons und Verknüpfungen haben immer die Größe 1x1 (eine Icon hoch und breit). Die Größe von Widgets hingegen ist variabel: Sie beginnt zwar ebenfalls bei 1x1, kann aber – je nach Gerät und eingesetztem Launcher – durchaus bei 4x4 oder höher liegen.
Was ist aber ein "bidirektionales" Widget? Bei einem Android-Widget fließen die Informationen in beide Richtungen. Wie bei den Icons und Verknüpfungen löst ein Antippen eine Aktion aus – während aber auch ohne Antippen Informationen aus der App zum Widget transportiert werden. So zeigt ein Wetter-Widget etwa ständig die aktuelle Temperatur, ein Uhren-Widget die Zeit, und ein Kalender-Widget die nächsten anstehenden Termine an, ohne dass Sie das Widget dazu aktualisieren müssen.
Verknüpfungen
Bei den Begrifflichkeiten wurde ja bereits abstrakt geklärt, dass Verknüpfungen eine Art Abkürzung zu ausgewählten Aktionen der zugehörigen App darstellen. Zur Verdeutlichung ein paar praktische Beispiele: Der eBook-Reader Aldiko [4] springt etwa direkt zu Ihrem aktuell gelesenen Buch (Abbildung 2), das Notizbuch Note Everything [5] öffnet direkt den ausgewählten Ordner (im Bild der "Android"-Ordner), oder aber das Tool FTPSyncX [6] startet über einen Shortcut manuell die Synchronisation eines Ordners mit einem Server.
Es gibt natürlich sehr viel weitere Möglichkeiten Shortcuts zu nutzen, allerdings nur wenn die entsprechende App auch Verknüpfungen bereitstellt: Nicht jede Anwendung nutzt diese Schnellstarter. Fehlt Ihnen eine praktische Verknüpfung, dann schreiben Sie am besten die Entwickler anzuschreiben und schildern welche Verknüpfungen Sie in der App benötigen würden – vielleicht setzen die App-Programmierer Ihren Vorschlag ja schon beim nächsten Update um.
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