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Kurztest: Sony Tablet P

Hochglanz-Nintendo

Mit dem Tablet P bringt Sony ein Honeycomb-Gerät mit einem sehr interessanten Formfaktor auf den Markt. Wir haben uns das Tablet mit den zwei Bildschirmen genauer angeschaut.

Aus Android User 02/12

Plusminus

+ innovatives Design

+ Tegra-2-Gerät für Spiele

+ Sony-Apps

- Lautsprecher

- Hoher Preis

Auf den ersten Blick sieht das Tablet P von Sony ja eher wie ein altmodisches Brillenetui aus. Klappen Sie das Gerät jedoch zum ersten Mal auf, dann werden Sie sich angesichts der zwei 5,5-Zoll-Touchscreens und der Klavierlackoptik ein leises "Wow" nicht verkneifen können. Dieser positive Eindruck bleibt auch beim Wizzard erhalten, der Sie zum ersten Start begrüßt. Hier zeigt das obere Display an, bei welchem Schritt Sie sich gerade befinden, das untere Display bietet die Auswahl- bzw. Einstellungsoptionen an.

Unser Testgerät kam mit der Android-Version 3.2 in die Redaktion. Nach der Inbetriebnahme frischen wir das System via OTA-Update auf Android 3.2.1 auf. Damit klappte auch der Kontakt via USB-Kabel mit einem PC, vor dem Update gelang dies nicht. Angetrieben wird das Tablet von einem Tegra-2-Prozessor (1 GHz, Dual-Core) mit 768 MByte RAM und 4 GByte internem Speicher, der sich per MicroSD-Karte erweitern lässt.

Der zweite Blick

Sony hat Honeycomb leicht auf das Tablet angepasst. So gibt es auch am oberen Bildschirmrand Schnellstart-Symbole und oben rechts finden Sie neben dem App-Menü auch die Favoriten. Das System arbeitet absolut flüssig und reagiert schnell auf Eingaben, die Benchmark-Ergebnisse gehören zu den besten in der Tegra-2-Kategorie (siehe Tabelle). Auch die zwei Displays überzeugen mit sehr schönen Farben und Kontrastwerten, lediglich die Kunststoff-Abdeckung der Unterseite könnte etwas hochwertiger sein. Enttäuscht waren wir vom integrierten Lautsprecher: er gibt lediglich ein Krächzen von sich. Das ist insofern schade, da sich das Tablet durch seine Bauweise ideal zum Musikhören oder Filmeschauen quasi so nebenbei eignen würde, ohne guten Sound macht das allerdings wenig Spaß.

Abbildung 1: Der Honeycomb-Homescreen des Tablet P weist einige Anpassungen von Sony auf.

Auch beim ersten Browser-Start stellte sich schnell Ernüchterung ein: So praktisch sind die zwei Bildschirme dann doch wieder nicht, zumal bei unserem Testgerät in voll aufgeklapptem Zustand ein leichter Höhenunterschied zwischen dem ersten und dem zweiten Display bestand. Dadurch muss an bei Scrollen also quasi immer über einen leichten Absatz streifen, was nicht sehr angenehm ist. Das Problem lässt sich zwar durch eine leichte Druckanwendung auf das Display beheben. Nach dem dritten oder vierten Auf- und Zuklappen ist der Höhenunterschied aber wieder da.

Befindet sich ein Text oder ein Bild genau an der Stelle zwischen den zwei Bildschirmen, dann trennt das Sony-Tablet die zwei Elemente logischerweise so, dass keine Informationen verloren gehen. Dadurch sieht aber zum Beispiel ein Kreis wie ein Ei aus und zudem haben wir uns beim Wechsel von Display 1 auf Display 2 um oft um eine Zeile verlesen.

Abbildung 2: Der Musikplayer von Sony erstellt Playlisten via SenseME nach Ihrer Stimmung.

Abbildung 3: Schöne Spielerei: Die Cover lassen sich beliebig hin und her schieben.

Einen weiteren Patzer leistete sich Sony beim Update. Er brachte auf einen der Homescreens ein Icon von Gameloft. Nach einem Klick auf das Symbol erhielten wir aber lediglich den Hinweis, dass Gameloft aktuell keine Spiele für das Gerät anbietet.

Gutes Konzept

Generell finden wir die Idee von Sony und das Konzept des Tablet P gut, aber es steht und fällt mit den Apps, die optimal auf die zwei Touchscreens ausgelegt sind. Dazu gehören neben zahlreichen Spielen auch der Audio- und der Videoplayer, der Mail-Client, die Galerie, der E-Book-Reader, die Kamera-App, eine Social-Feed-Reader-Anwendungen und ein paar weitere. Bei einigen Apps hat Sony zwar das Standard-Icon ersetzt, bei einem Klick starten jedoch die üblichen Android-Apps. Dazu gehören zum Beispiel der Browser und der Kalender. Hier sorgen die von Sony ersetzten Icons also nicht nur optisch für ein Durcheinander sondern täuschen auch etwas vor, was sie nicht erfüllen können. Die angepassten Apps bieten zudem lediglich einen optischen Mehrwert, funktionell leisten sie nicht wirklich mehr als auf einem 5,5-Zoll-Tablet mit einem einzeigen Bildschirm. Das merken Sie spätestens dann, wenn Sie ein Video abspielen. Als echten Vorteil empfanden wir die zwei Displays nur beim Spielen und bei der Texteingabe.

Abbildung 4: Sony liefert bei den Apps Kraut und Rüben. Das violette Icon steht nur in manchen Fällen für eine von Sony angepasste App.

Zudem dürfte sich Sony durch die zahlreichen Anpassungen mit einem Update auf Android 4.0 recht schwer tun. Das Tablet P könnte somit auf Honeycomb sitzen bleiben.

Abbildung 5: Der E-Book-Reader gehört zu den am besten angepassten Apps. Beim Lesen halten Sie das Tablet P quasi wie ein Buch.

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