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Im Test: LG Optimus Speed mit Android 2.3.4

Himmel und Hölle

Das Optimus Speed von LG war das erste Android-Smartphone mit einem Dual-Core-Prozessor. Wer das Smartphone früh gekauft hat, musste lange leiden. Dank Android 2.3.4 sind nun die meisten Mängel behoben. Marcel Hilzinger

Aus Android User 02/2012

Plusminus

+ Hochwertige Verarbeitung

+ Tegra-2-Gerät für Spiele

+ HDMI-Ausgang

+ Auch in Weiß und Braun

- Froyo-Kernel

- Akkulaufzeit

Optimus-Speed-Nutzer sind wahrlich nicht zu beneiden. Da kauft man im März für knapp 500 Euro ein angeblich klasse Smartphone mit absoluten Spitzenwerten bei sämtlichen Benchmarks, um dann anschließend festzustellen, dass das Handy die Power der Dual-Core-CPU nicht im Geringsten ausnutzt. Ja schlimmer noch: Das Optimus Speed ruckelt und zickt rum, wie wenn man sich ein Einsteiger-Smartphone für 100 Euro gekauft hätte.

So ähnlich erging es auch uns, als wir das Speed Anfang November zum Test bekommen hatten. Das Optimus Speed sieht sehr schick aus und lässt auch bei der Verarbeitung kaum zu wünschen übrig. Unser Gerät verabschiedete sich jedoch mehrmals im Laufe des Tages mit leerem Akku, obwohl wir es am morgen komplett aufgeladen hatten. Die Tastatur blieb beim Tippen mehrfach hängen, es ruckelte hier, ruckelte dort und so weiter. Umso erfreuter waren wir, als endlich das Update auf Gingerbread eintraf. Zwar nicht wie erhofft over the air (OTA), sondern nur via Windows-Software, dafür hat das Update aber (fast) problemlos funktioniert: Im ersten Versuch blieb das Update mit Kommunikationsproblemen hängen, im zweiten Anlauf klappte es dann aber problemlos.

Abbildung 1: Das Update auf Android 2.3.4 ist aktuell nur über die Windows-Software von LG möglich.

Gingerbread entschädigt

Unser Testbericht bezieht sich im Folgenden auf das Optimus Speed mit Android 2.3.4. Wer sein Gerät noch mit der Froyo-Firmware benutzt, dem legen wir das Update dringend ans Herz, da es praktisch in sämtlichen Belangen eine deutliche Verbesserung bringt. Einzige Ausnahme: Einige Benutzer beklagen sich über Empfangsprobleme mit dem GPS-Modul. Unser Testgerät hatte damit allerdings keine Probleme, das GPS funktionierte wie erwartet.

Das LG Optimus Speed liegt mit seinem Gewicht von 150g angenehm schwer in der Hand. Unser Testgerät hatte bestimmt schon einige Redaktionen hinter sich und an einer Ecke wies das Metallgehäuse sogar eine recht klar zu erkennende Schürfung auf. Trotzdem sieht das Handy sehr gut und hochwertig aus. Mit dem Optimus Speed bekommen Sie also ein Gerät, das auch nach längerer Zeit noch wie neu aussieht. Das Update auf Android 2.3.4 bereinigt praktisch alle Fehler von Froyo: das Scrollen in Apps-Listen und auf den Home-Screens geht immer flüssig zur Hand, auch die sehr angenehme Tastatur legt nun keine Denksekunden mehr ein. Die Kamera reagiert zwar immer noch recht lahm, aber gefühlt ist sie etwas schneller geworden.

Abbildung 2: Der Homescreen des Optimus Speed mit dem LG-eigenen Launcher.

Die Performance des Tegra-2-basierten Smartphones belegen auch unsere Benchmark-Messungen. Mit 5005 Punkten im AnTuTu System Benchmark gehört das Optimus Speed hier klar zu den schnellsten Smartphones. Auch die 810 Zähler beim Vellamo-Test attestieren dem P990 ausreichend Power.

Zum vorinstallierten Launcher von LG gibt es eigentlich recht wenig zu sagen. Außer dem angepassten Lock-Screen bekommen Sie weitgehend ein Stock-Android-System spendiert, wenn auch mit LG-eigenen Symbolen. Besonders gut gefiel uns im Apps-Menü die Rubrik für die heruntergeladenen Apps. So findet man neu installierte Programme schnell, ohne sich durch die komplette Apps-Liste wühlen zu müssen.

Abbildung 3: Die separate Einteilung für Downloads im App-Menü hat uns besonders gut gefallen.

Alles im Butter?

Dennoch bleiben ein paar kleine Kritikpunkte. So scheint sich LG mit der Anpassung des Smartphones auf Gingerbread recht schwer getan zu haben. Darauf hin deutet nicht nur der Umstand, dass die Nutzer so lange auf Android 2.3.4 warten musste, sondern auch die benutzte Kernel-Version. Hier setzt LG weiterhin auf den Linux-Kernel 2.6.32 – Standard bei Gingerbread ist jedoch der Kernel 2.6.35. Warum LG diese Änderung vorgenommen hat, ist nirgends dokumentiert, ziemlich sicher geschah es aber nicht aus bloßem Spaß.

Abbildung 4: Trotz Android 2.3.4 setzt LG beim Optimus-Speed weiterhin auf den Froyo-Kernel 2.6.32.

Zudem sind wir auch mit den Laufzeiten des Handys (noch) nicht zufrieden. So erreichten wir zwar nach dem Update die üblichen 24 Stunden und auch die plötzlichen Batterieleerungen gehörten auf ein Mal der Vergangenheit an. Bei wirklich intensiver Nutzung muss das P990 aber nach rund sechs bis acht Stunden wieder an die Steckdose. Wir fanden zudem in den Top 5 der Akkuverbraucher regelmäßig die Musik-App, obwohl wir den Player gar nicht benutzten.

Abbildung 5: Spätestens nach 24 Stunden muss das Optimus Speed wieder an die Steckdose, auch wenn Sie das Smartphone nur selten nutzen.

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