Das hat anständig gescheppert – natürlich erst, nachdem es auch anständig gequietscht hat. Keine E-Nummer auf der Verpackung: Hier handelt es sich um einen E-Fall, nämlich einen Ernstfall. Doch was tun? Daheim im bequemen Sessel, beim Philosophieren, da weiß das jeder. Solange man nicht aktiv betroffen ist, ist das sonnenklar. Doch sobald man eine solche Situation selbst erlebt und aktiv werden muss, scheint das Wissen plötzlich wie weggeblasen.
Klar: Wem im Fall des Falles die Nummer 110 nicht mehr einfällt, der denkt auch nicht an eine auf dem Androiden installierte App. Doch kaum hat man die Nummer in der Hektik des Gefechts gewählt, geht das Stottern los: Wie sag ich's am Besten? Und was überhaupt? Welche Details sind wichtig?
Hier souffliert die Mobile Notruf-App für Notfälle [1] (so der volle Name) mit den richtigen Stichworten – wie im linken Bild zu sehen. Frage 1 auch beantworten, selbst wenn es obsolet scheint: Natürlich hat das Smartphone im Hintergrund bereits die aktuelle Position per GPS ermittelt. Doch woher soll der CallCenter-Mitarbeiter am andern Ende der Leitung wissen, ob man selbst direkt am Ort des Geschehens ist – oder den Anruf aus "sicherer Entfernung" tätigt? "Ich sitze hier auf einer Bombe" ist wohl eher unwahrscheinlich…
Achja: Und dann wären da noch die Notruf-Nummern, die nicht jeder im Hinterkopf hat: Gift-Notruf? Frauenhaus? Oder, bei seelischen Notfällen: Telefon-Seelsorge? Die App kennt auch diese.
Als besonders hilfreich könnte sich auch Notfall-Hilfe [2] erweisen. Hier lassen sich nicht nur die eigenen Notfall-Daten hinterlegen (auch ICE genannt; und das hat nichts mit schnellen (oder letzten) Zügen zu tun, sondern steht für In Case of Emergency – also "für den Ernstfall"). Um im Notfall schnell Hilfe zu erlangen, gibt die App nicht nur die passenden Rufnummern an die Hand – sondern auch die aktuelle Position (GPS), welche sich direkt aus der App heraus per SMS oder Mail verschicken lässt. Auch Fotos lassen sich machen, beispielsweise als Beweisaufnahmen bei einem Unfall. Bis professionelle Hilfe eintrifft, ist ja auch noch "Erste Hilfe" angesagt. Und wer erinnert sich noch an die passenden Kurse?
Keine Panik, auch hier steht die App hilfreich zur Seite: Der Ersthelfer bekommt übersichtliche und bebilderte Maßnahmen-Kataloge für die Soforthilfe, für Unfälle, für Feuer und Vergiftung an die Hand. Die App selbst ist gratis, lässt sich aber in dieser Form (abgesehen von I.C.E. und Erster Hilfe) nur innerhalb Deutschlands einsetzen. Ausländische Notrufnummern sind nicht hinterlegt. Dies lässt sich aber zumindest für das europäische Ausland einrichten, indem beim Anbieter ein kleines Zusatzpaket erworben wird. Das geschieht direkt aus der App heraus, die Bezahlung erfolgt über das Market-Konto.
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