Settop-Boxen mit Enigma unter Android nutzen

Smart TV

29.11.2013

Während die Anzahl verkaufter TV-Receiver insgesamt sinkt, weil die meisten TV-Geräte mit einem Triple-Tuner bestückt sind, wächst das Interesse an höherwertigen Settop-Boxen. Davon basieren viele auf dem Linux-System Enigma und arbeiten auch mit Android zusammen.

Settop-Boxen sind Receiver für Satelliten-, Kabel- oder Internetempfang, die zusätzlich umfangreiche Zusatzfunktionen für Videos, Bilder, Musik und Internet mitbringen. Diese Multimediazentralen werden von den Herstellern immer häufiger mit der auf Linux basierenden offenen Firmware "Enigma" ausgeliefert. Und das wiederum rief Android-Programmierer auf den Plan. Die so entstandenen Apps erleichtern nicht nur die Bedienung dieser Boxen, sondern eröffnen immer wieder neue Anwendungsmöglichkeiten. Dieser Artikel stellt die wichtigsten dieser Apps vor und vergleicht sie miteinander.

Was ist Enigma?

Mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Firmen, die ihre Settop-Boxen (STB) mit der Enigma-Firmware ausliefern (die bekanntesten sind Dreambox und vu+), Tendenz steigend. Der Name "Enigma" wurde im 2. Weltkrieg für eine Maschine benutzt, die das deutsche Militär zur Verschlüsselung des Nachrichtenverkehrs verwendete. Also könnte man auf den Gedanken kommen, dass es diese Firmware ermöglicht, Bezahlfernsehen ohne Abo zu schauen. Doch ohne offizielle Karte von Sky oder HD+ bleibt der Bildschirm schwarz. Doch ist es mit der genannten Firmware möglich, Restriktionen wie Aufnahmesperren und blockierten schnellen Vorlauf zum Überspringen der Werbung zu umgehen. Dabei bewegt man sich wohl in einer rechtlichen Grauzone. Ein großer Vorteil der Enigma-Firmware ist, dass der Quellcode öffentlich zugänglich ist und zahlreiche Programmierer ständig unentgeltlich an der Weiterentwicklung arbeiten. Ihre Box bleibt immer auf dem neuesten Stand der Technik.

Wie mit jedem Fernsehgerät können Sie auch mit Enigma den Elektronischen Prorammführer (EPG) aufrufen. Die meisten Settop-Boxen erlauben zudem, Aufnahmen zu programmieren und Filme im heimischen Netz oder sogar über das Internet zu streamen. Doch nun zu den Android-Apps. Die Reihenfolge in diesem Test stellt keine Wertung dar, sondern erfolgte alphabetisch.

AndroidDreamer

AndroidDreamer [1] ist ein einfaches Programm zum Streamen von TV-Inhalten. Die Einrichtung ist unkompliziert, beim Testen funktionierte das Streamen auf Anhieb. Der Autor betont, dass seine App sich noch in der Betaphase befindet. Das erklärt auch den geringen Funktionsumfang. Da der Autor zwischenzeitlich neue Apps programmiert hat, in denen sich Bestandteile von AndroidDreamer befinden, ist es eher unwahrscheinlich, dass er diese App noch weiterentwickelt.

Abbildung 1: Die Einstellungen von AndroidDreamer erfordern etwas Fachwissen.

DAC – Dreambox Air Control

DAC – Dreambox Air Control [2] ist in Adobe Flash entwickelt und benötigt darum zusätzlich die kostenlose Adobe Air Runtime. Die App kostet 2,99 Euro. Die Erfahrungsberichte der Nutzer im Google Play Store zeigen, dass viele Anwender Schwierigkeiten mit der Konfiguration haben. Uns ging es nicht anders, erst nach einigen Anläufen gelang eine stabile Verbindung. Anschließend ließen sich viele Funktionen der STB steuern. Unverständlich bleibt, dass keine Free-Version angeboten wird und warum diese eigentlich tolle App nicht mehr weiterentwickelt wird. Das letzte Update war im November 2011.

Abbildung 2: Dreambox Air Control bietet eine komplette Fernbedienung fürs Handy.

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