Grand S Flex, das erste Designhandy von ZTE im Test

China-Design

04.11.2013
zte-grand-s-flex.png

© ZTE

Dass Handys nicht nur aufgrund der CPU-Taktraten, der Anzahl ihrer Prozessorkerne und der Kameraauflösung verkauft werden, ist nun auch bei ZTE angekommen: Auch das Design muss stimmen. Beim Grand S Flex ist dies der Fall, doch passt auch die Technik?

Plusminus

+ Ansprechendes Design

+ Vorinstallierte Apps deinstallierbar

+ Schneller LTE-Funk an Bord

+ UKW-Radio-Funktion

- Ruckelige Oberfläche

- Durchschnittliche Performance

- Kein Slot für MicroSD-Karten

ZTE stand bisher eher für günstige China-Androiden als für sexy Smartphones. Mit dem Grand S Flex möchte ZTE nun aber auch als "schick" gelten. Die Anstrengungen scheinen sich gelohnt zu haben: ZTE hat 2013 mit dem vom deutschen Designer Hagen Fendler gestalteten Gerät den renommierten iF Design Award gewonnen. Doch Schick ist das eine, wie sieht es mit der Leistung aus? Wir testen das brandaktuelle ZTE Grand S Flex.

Aus ZTE Grand S wird das Flex

Ursprünglich konnte das ZTE Grand S getaufte Gerät nicht nur mit den äußeren, sondern auch mit seinen inneren Werten glänzen. Auf der Elektronikshow CES Anfang des Jahres in Las Vegas vorgestellt, verfügte das Modell über eine Quadcore-CPU, ein Full-HD-Display mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln und eine 13-Megapixel-Kamera. Mit diesen Daten musste sich das Gerät nicht hinter den Topmodellen anderer Hersteller verstecken.

Abbildung 1: Beim ZTE Grand S "schwebt" das Display erhaben über dem Unibody-Gehäuse des Handys.
Abbildung 2: Kamera und Blitzlicht-LED wurden in einen Karbon-ähnlichen Absatz eingebettet.

Von dieser Topausstattung ist beim für den deutschen Markt bestimmten Grand S Flex jedoch nicht mehr viel übrig geblieben. Dieses verfügt "nur" noch über eine Dual-Core-CPU, ein 5 Zoll großes 720p-Display mit 1280 x 720 Pixeln und eine Kamera mit einem 8-Megapixel-Sensor. Solange der Preis stimmt, muss dies nicht schlecht sein, doch die Ausstattungsdiät macht sich auch in der Leistung bemerkbar.

Abbildung 3: Im AnTuTu-Benchmark hängt das deutlich ältere Galaxy S3 das ZTE Grand S Flex ab.
Abbildung 4: Auch im Vellamo-Benchmark erreicht das ZTE Grand S Flex nur durchschnittliche Werte.

Der 1,2 GHz schnelle Snapdragon S4 Plus hat spürbar Mühe, die Oberfläche des Handys ohne Ruckler zu befeuern. Beim Drücken auf den Home-Key stottert der App-Drawer ins Bild, das dürfte auf einem aktuellen Dual-Core-Gerät nicht passieren. Ein zwei Jahre altes Samsung Galaxy Nexus arbeitet hier flüssiger – auch wenn es in den Benchmarks deutlich hinter dem ZTE Grand S Flex liegt. Fürs Spielen oder für arbeitsintensive Aktionen wie das gleichzeitige Update zahlreicher Apps ist jedoch ausreichend Rechenpower vorhanden.

Kommt ein Update auf Android 4.3?

Einer der Gründe für die ruckelnde Oberfläche könnte das schon recht betagte Android 4.1.2 der ersten Jelly-Bean-Generation sein; Android 4.3 geht deutlich flotter zur Sache. Schon im Januar versprach ZTE, das Grand S zügig auf Android 4.2 zu aktualisieren. Nun ist Ende Oktober, und ein Update ist nicht in Sicht (Stand beim Verfassen dieses Artikels) – ZTE wollte seine Update-Pläne gegenüber Android User nicht erläutern.

Abbildung 5: Über die "App-Blume" auf dem Lockscreen starten Sie die für Sie wichtigsten Apps.
Abbildung 6: Das System des ZTE Grand S Flex weicht nur wenig von einem Standard-Android ab.

ZTEs hauseigene Android-Oberfläche "Mifavor UI" setzt sich nicht groß vom Standard-Android ab. Homescreen und App-Launcher sehen auch auf einem Google Nexus 4 nicht wirklich anders aus, wenn auch der ZTE-Launcher deutlich mehr kann: Damit lassen sich die Apps unterschiedlich oder von Hand sortieren oder sogar vor neugierigen Blicken verstecken.

Abbildung 7: Bei ZTE lassen sich die Apps unterschiedlich sortieren oder auch verstecken.

Einzig beim Lockscreen und vorinstallierten Apps wie Mi-POP (Ersatz für die Hardware-Buttons), Mi-Easy-Access (DLNA-Streaming) und Backup & Restore merkt man, dass ZTE Hand an Android gelegt hat. Teils schluderte ZTE jedoch bei der sprachlichen Anpassung, wir konnten Rechtschreibfehler und einige unverständliche und krumme Übersetzungen finden.

Von den 16-GByte-Speicherplatz des Geräts stehen Ihnen 1,3 GByte für Apps und Daten und 11,41 GByte als interne SD-Speicherkarte zur Verfügung. Positiv ist, dass sich alle vorinstallierten Apps – bis auf die von ZTE und Google – wie Facebook, Twitter oder das Kingsoft Office auch deinstallieren lassen, bei anderen Herstellern ist dies oft nicht der Fall.


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