Die Open-Source-Wolke ownCloud mit Android im Test

Wolke dahoam

04.11.2013
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© Devaev Dmitry, 123rf.com

Do it yourself! Was für die Renovierung der eigenen Wohnung gilt, stimmt auch in der IT! Nur wer seine Daten selber managt, behält die volle Kontrolle über sie. Mit der Open-Source-Wolke ownCloud betreiben Sie Ihre eigene Datencloud.

Cloud-Speicherdienste wie Dropbox, Google Drive oder Microsofts SkyDrive sind ohne Zweifel äußerst praktisch. Damit erreichen Sie Ihre Daten jederzeit mit wenigen Klicks, egal wo Sie gerade sind, egal welches Gerät Sie verwenden – einzige Voraussetzung: Sie brauchen einen Internetzugang. Um den Rest kümmert sich der Cloudspeicher.

Auch wenn Dropbox und Co. für "Einsteiger-Accounts" mit bis zu 20 GByte Speicherplatz kein Geld verlangen, der Preis für den Komfort ist hoch: Sie zahlen nicht mit Euros, Sie bezahlen mit dem Verlust Ihrer Privatsphäre. Alle online gespeicherten Dokumente können theoretisch vom Betreiber oder auch von Behörden eingesehen werden.

Googles Server durchforsten zum Beispiel ganz offiziell [1] Ihre Google-Drive-Uploads nach PDFs und Bildern, bei denen dann der als Bildinformation gespeicherte Text mittels Texterkennung (OCR) in maschinenlesbaren und vor allen Dingen durchsuchbaren Text umgewandelt wird. So können Sie Ihre PDFs direkt in Google Drive durchsuchen. Die Funktion ist mit Sicherheit nützlich – doch zugleich auch erschreckend unheimlich.

Die eigene Wolke

Wer seine Privatsphäre schützen und dennoch nicht auf den Komfort eines Cloudspeichers verzichten möchte, der greift inzwischen zu selbst gehosteten Clouddiensten. Damit bleiben Ihre Daten immer unter Ihrer Kontrolle. Hosten Sie den Dienst auf einem NAS oder einem kleinen Server zuhause, dann lagern die Daten sogar in den eigenen vier Wänden.

Entsprechend diesem Szenario haben wir Ihnen in Android User 11/2013 [2] die Synology Cloud Station im Zusammenspiel mit einem NAS-Gerät aus dem selben Haus vorgestellt. NAS und der Cloud-Speicherdienst lassen sich bei Synology schnell und relativ unkompliziert einrichten, doch einen Haken hat die Synology-Lösung: Obwohl das Synology-Betriebssystem DSM auf Linux aufsetzt, ist das System um den Linux-Kern herum Closed Source.

ownCloud ist Open Source

Wer nach einer reinen Open-Source-Lösung sucht, setzt daher eher auf das unter der AGPL lizenzierte ownCloud [3]. Als Grundlage nutzt das ownCloud-Projekt PHP und eine angebundene SQLite-, MySQL- oder PostgreSQL-Datenbank. Sie brauchen daher auch kein kostspieliges NAS-Gerät. Zum Betrieb einer kleinen ownCloud-Instanz reicht etwa schon ein handlicher und stromsparender Raspberry Pi aus. Alternativ hosten Sie ownCloud auf PHP-fähigem Webspace oder einem VServer im Internet.

Abbildung 1: Das Web-Frontend unserer im Test genutzten ownCloud-Installation auf dem PC-Bildschirm.
Abbildung 2: Auf dem PC sorgen Client-Programme für den automatischen Abgleich der Clouddaten.

Neben den mit Dropbox und Google Drive vergleichbaren Desktop-Clients für Windows, MacOS X und Linux [4] bietet ownCloud auch Apps für mobile Betriebssysteme an. Für iOS und Android finden Sie die entsprechenden Programme im App Store beziehungsweise auf Google Play [5]. Während die Desktop-Programme gratis zum Download angeboten werden, kosten die mobilen Apps einen kleinen Obolus. Als quelloffenes Programm finden Sie ownCloud für Android jedoch auch im Open-Source-Market F-Droid [6]. Dort lässt sich die Anwendung auch als APK-Datei ohne Gebühren herunterladen.


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