Erster Eindruck: Google Nexus 4 von LG

Nexus 4

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29.11.2012
nexus-4.png

© LG

Mit dem Nexus 4 bietet Google ein Rennauto zum Preis eines Mitteklassewagens an. Wir haben uns einen ersten Eindruck vom neuen Google-Phone verschafft und zeigen die Vor- und Nachteile auf den folgenden vier Seiten.

Plusminus

+ Günstiger Preis

+ Performance

+ Drahtloses Aufladen

+ Verarbeitung

- Geringer Speicher

- Kein Headset

- Kein LTE

Der Launch des Nexus 4 [1] war die Überraschung schlechthin, im positiven wie im negativen Sinn. Zunächst wurde die große Vorstellung in New York vom Wirbelsturm Sandy weggeblasen, dann stellte Google überraschend sämtliche Informationen ins Netz und versprach zudem den Start bereits für Mitte November. Die Vorfreude auf das neue Nexus-Smartphone trübten jedoch schnell erste Tests im Netz mit Vorserienmodellen, die von einer schlechten Akkulaufzeit und einem überdurchschnittlich warmen Nexus 4 berichteten.

Das nächste Hoch folgte dann mit dem Announcement, dass es keine Wartelisten geben werde und die am 13. November bestellten Geräte gleich verschickt würden. Doch der Tiefschlag ließ nicht lange auf sich warten: Innerhalb weniger Minuten waren in Deutschland sämtliche Geräte ausverkauft und anstelle der versprochenen Lieferung erhielten viele Kunden nur eine E-Mail, dass sich der Versand um ein paar Wochen verzögern würde. Ein paar Glückliche erhielten ihr Nexus 4 aber dennoch schon am 15. November, gerade noch rechtzeitig für den Druck dieser Ausgabe. Unter diesen Glücklichen befand sich auch Denny Fischer, Betreiber der Webseite SmartDroid.de und Co-Autor dieses Artikels.

Unboxing und erster Eindruck

Das Nexus 4 kommt ein einer schlichten Pappschachtel zusammen mit einem USB-Kabel, einem Spezialwerkzeug für die Micro-SIM und einem Ladegerät. Kopfhörer suchen Sie in der Box vergebens. Sie sind vermutlich dem Rotstift zum Opfer gefallen, beim Galaxy Nexus war noch ein In-Ear-Headset mit dabei. Diesen Umstand kann man bei einem Preis von 299 Euro für die 8-GByte-Version und bei 349 Euro für die 16-GByte-Version allerdings verschmerzen. Zum Vergleich: Das Galaxy Nexus kostete beim Marktstart vor rund einem Jahr in der 16-GByte-Version über 550 Euro.

Abbildung 1: Die Schnelleinstellungen gehören zu den sichtbaren Neuerungen von Android 4.2.

Das Nexus 4 weiß definitiv zu beigeistern: Das fängt beim Gehäuse an, welches zum größten Teil aus Glas gefertigt ist. Das sieht nicht nur wahnsinnig schick aus, sondern fasst sich auch noch gut an. Der erste Eindruck zur äußeren Hülle ist wirklich beeindruckend, selten haben wir ein so gut verarbeitetes Gerät in der Hand gehalten. Die Rückseite, die wie ein funkelndes Paillettenkleid ausschaut, dabei aber edel und keineswegs kitschig wirkt, verschafft dem Nexus 4 sofort das gewisse Etwas. Neben dieser Pracht verblassen selbst die beiden HTC-Smartphones One X und One S, die jeweils durch ihr Unibody-Gehäuse überzeugen und für uns zu den Top-Smartphones 2012 zählen. Das Nexus 4 wirkt wie aus einem Guss und ist ein absoluter Hingucker. Es ist einfach schlicht, dabei aber nicht langweilig und zudem auch noch hochwertig.

Das Nexus 4 ist in etwa gleich groß wie das Galaxy SIII bzw. 0,1-Zoll größer als das Galaxy Nexus. Das bedingt eventuell eine Umgewöhnung, wenn man sich an kompaktere Modelle wie etwa das das Razr i von Motorola gewöhnt ist, das doch wesentlich kleiner und kompakter ist. Doch man gewöhnt sich recht schnell an die Größe. Das Nexus 4 liegt insgesamt gut in der Hand und hat ein angenehmes Gewicht. Es hat dabei keinen Schwerpunkt an einer bestimmten Stelle (wie etwa beim Galaxy Nexus), was die Haptik nur noch mehr verbessert und es ausbalanciert wirken lässt.

Gewusst?

Die Front und die Rückseite des Nexus 4 bestehen aus kratzfestem Gorilla Glas 2. In ersten Falltests zeigte sich das Nexus 4 recht widerstandsfähig.

Soft- und Hardware

Unser Testgerät bringt von Haus aus die Software-Version JOP40C mit. Nachdem zahlreiche Vorabberichte mit der Firmware-Version JOP24G über mangelnde Akkulaufzeit und starke Erwärmung berichteten, möchten wir hier zunächst Entwarnung geben. Laut unserem ersten Eindruck hält der Akku in etwa gleich lang, wie beim Galaxy Nexus. Wärmeprobleme konnten wir bei unserem Gerät keine feststellen.

Das System arbeitet zwar sehr flüssig, es traten aber auch ein paar kleine Hänger auf. Dabei handelt es sich um einen Bug in Android 4.2, da das Problem auch auf dem Nexus 7 auftritt (und dort auch erst mit Android 4.2). Abgesehen davon ist das Nexus 4 wirklich schnell. Das verwundert uns aber auch nicht, denn schließlich ist mit dem Qualcomm Snapdragon S4 Pro einer der schnellsten Vierkern-Prozessoren für mobile Geräte überhaupt verbaut. Dennoch könnte es sein, dass Google und LG die CPU leicht unter ihren Möglichkeiten betreiben. So bleibt das Nexus 4 in unseren Standard-Benchmarks mit AnTuTu und Vellamo leicht hinter dem HTC One X und dem Galaxy SIII von Samsung zurück. Im Vergleich mit dem HTC One X+ mit der auf 1,7 GHz getakteten Nvidia-CPU fallen die Unterschiede am meisten auf: so brachte es das Nexus 4 in unseren Tests bei AnTuTu auf lediglich 10803 Zähler. Das HTC One X+ schafft hier über 13300 Punkte. Auch bei Vellamo zeigen sich ähnliche Differenzen. Im normalen Betrieb spürt man aber von diesen Unterschieden überhaupt nichts, im Gegenteil: das Nexus ist verdammt schnell.

Abbildung 2: Mit etwas über 10800 Punkten bleibt das Nexus 4 hinter dem One X und dem Galaxy SIII zurück.
Abbildung 3: Beim Metal-Benchmark landet das Nexus 4 auf Rang 3 hinter dem HTC One X und dem Razr i von Motorola.

Besser als beim Vorgänger gefiel uns auch die Audio-Ausgabe: Der externe Lautsprecher macht ordentlich Musik und klingt recht gut. Er lässt sich aber wie beim Galaxy Nexus zu leicht abdecken. Wenn Gerät etwa auf einem Tisch liegt, dann reduziert sich dabei die Lautstärke um mindestens die Hälfte, was zum Beispiel beim Wecker recht unpraktisch ist.

Nexus 4 rooten

Das Nexus 4 ist noch keinen Monat alt, schon gibt es passende Anleitungen zum Rooten und zur Installation von Custom-ROMs im Netz. Am einfachsten lässt sich das neue Nexus-Smartphone mit dem Nexus-4-Toolkit [2] entsperren. Das Rundum-Sorglos-Paket stammt vom gleichen Entwickler, der auch das Galaxy-Nexus-Toolkit und das Nexus-7-Toolkit programmiert hat. Es bietet somit auch den selben Funktionsumfang und hat zudem noch ein paar interessante Zusatzfeatures. So lassen sich zum Beispiel die Windows-Treiber ganz einfach herunterladen. Zudem kann man damit auch jederzeit wieder die Original-Firmware installieren und den entsperrten Bootloader wieder sperren. Wer sein Nexus 4 rooten möchte, sollte unbedingt beachten, dass dabei die Garantieansprüche verloren gehen können. Zudem birgt das Rooten immer ein gewisses Gefahrenpotential, dass man sein Smartphone in einen nicht mehr benutzbaren Zustand versetzt. Das Nexus 4 zu rooten, empfehlen wir deshalb nur Nutzern, die genau wissen, warum und wozu der Root-Vorgang gut ist.

Abbildung 4: Mit dem Nexus 4 Toolkit lässt sich das neue Google-Smartphone sehr einfach und bequem rooten.
Abbildung 5: Bei der 8-GByte-Version bleiben gerade mal 5,7 GByte für eigene Daten frei.

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