Digitales Fernsehen unter Android

Empfangsbereit

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29.11.2012

Wer mit seinem Tablet oder Smartphone via DVB-T Fernsehen möchte, kommt nicht darum herum, sich das passende Empfangsgerät zu besorgen. Wir stellen Ihnen fünf davon vor.

Gerade neuere Android-Geräte glänzen häufig mit sehr guten Displays, und sind nicht nur deswegen geradezu prädestiniert, um darauf fernzusehen. Die unkomplizierteste Lösung dafür bieten zweifellos Streaming-Dienste via Internet.

Allerdings hat diese Methode zwei entscheidende Nachteile: Praktisch alle mobilen Internetzugänge sind im Datenverbrauch gedeckelt und das Transfervolumen solcher Streamingdienste ist nicht unerheblich. Der zweite Nachteil ist die Notwendigkeit einer schnellen Netzanbindung, die beileibe nicht überall zur Verfügung steht.

Alternativ gibt es die Möglichkeit, das Fernsehprogramm via DVB-T zu empfangen, setzt aber externe Hardware voraus. Wir haben die fünf aktuell verfügbaren DVB-T-Adapter für Android getestet, die teilweise grundverschiedene Ansätze mit dem gleichen Ziel verfolgen. Wie gut sie sich jeweils in der Praxis bewähren, zeigt unser Bericht.

DVB-T in Deutschland

Auch wenn die Abdeckung kontinuierlich ausgebaut wird, gibt es nach wie vor noch diverse Regionen in Deutschland, die nur einen begrenzten oder gar keinen Empfang digital ausgestrahlter Sendungen zulassen. Informieren Sie sich deswegen vor dem Kauf eines DVB-T-Empfängers, ob ein Empfang an dem Ort, an dem Sie wohnen möglich ist. Eine detaillierte Karte samt Regionsuche bietet die Webseite http://www.ueberallfernsehen.de.

EyeTV micro

Der erste Prüfling aus dem Hause Elgato nennt sich EyeTV micro [1] und kostet etwa 70 Euro. Der DVB-T-USB-Dongle mit Micro-USB-Anschluss ist mit 2 x 3 Zentimetern nur unwesentlich größer als ein Daumennagel. Im Lieferumfang enthalten sind neben dem eigentlichen Gerät eine kleine Teleskop-Antenne und eine Stabantenne samt einem zwei Meter langen Verbindungskabel. Um sie auch auf rutschigem Untergrund sicher zu positionieren, legt der Hersteller noch einen magnetischen Saugnapf bei. Ein Micro-USB-to-USB-Adapter erlaubt den Anschluss am PC oder Mac. Windows 7 erkennt den Dongle sofort, eine zusätzliche Treiberinstallation ist nicht nötig. Zum Fernsehen am PC nutzen Sie den Dongle beispielsweise mit dem Windows Media Center.

Als Systemvoraussetzungen für Android-Geräte nennt Elgato eine Dual-Core-CPU mit NEON-Unterstützung (etwa Tegra 3), die USB-Host-Funktion sowie Android in Version 4.0.3 oder neuer.

Den sicheren Betrieb gewährleistet der Hersteller auf den moderneren Samsung-Geräten Galaxy S II/III/Nexus und Note sowie dem Ausus Nexus 7. Im Test funktionierte der Empfang aber auch mit den Archos-Tablets 80 G9 und 101 G9 problemlos.

Da sich auf der Rückseite der Verpackung ein QR-Code mit der URL zur benötigten App befindet, gestaltet sich die Installation denkbar einfach. Manuell finden Sie diese mit der Suche nach "EyeTV micro" im Play-Store [2]. Stecken Sie den Dongle nach der Installation der App in das Gerät ein, erscheint der Hinweis Micro öffnen, wenn dieses USB-Gerät verbunden ist?. Setzen Sie hier ein Häkchen bei Standardmäßig für dieses USB-Gerät verwenden öffnet sich die App zukünftig automatisch mit dem Anschluss des Dongles. Die Funktionen der Verwaltungseinheit beschränken sich aufs Nötigste: Sender suchen, Sender sortieren und Time-Shift-Puffer. Letzterer legt fest, wie lange die App eine laufende Sendung aufzeichnet, um sie später zeit-versetzt wiederzugeben. Das Aufzeichnen von Sendungen unterstützt die App jedoch nicht. Im Test gelang es dem Winzling, im Raum München 24 Kanäle zu empfangen. Das entspricht dem maximal erreichbaren Wert für Zimmerantennen.

In der Wiedergabe-Einheit wechseln Sie durch Wischen nach links und recht zu den davor oder dahinter liegenden Sendern. Alternativ nutzen Sie die das Drop-Down-Menü an der oberen Leiste zur Senderauswahl. Rechts daneben finden Sie Einstellungen für Lautstärke und das Seitenverhältnis des Bildes. Am unteren Bildrand zeigt die App Informationen zur laufenden und folgenden Sendung sowie der DVB-T-Signalstärke. Das Anzeigen weitergehender EPG-Informationen unterstützt die App jedoch nicht.

Abbildung 1: Viel mehr als die Senderwahl und das Anzeigen des Fernsehbildes leistet die App von EyeTV nicht.

Etwas unorthodox gestaltet sich die Bedienung des Timeshift. Die App zeichnet die Sendung bis zur eingestellten Grenze (in der Grundeinstellung 256 MByte) kontinuierlich auf. Um verpasste Sequenzen anzuzeigen, drücken Sie im Overlay entweder auf den doppelten nach links gerichteten Pfeil oder ziehen den darüber angezeigten Schieberegler an die gewünschte Stelle zurück. Sowohl Bild- als auch Tonqualität waren ohne Fehl und Tadel. Auf dem Testgerät Archos 101 G9 Turbo konsumierte der Dongle etwa 30 Prozent Akkuleistung in der Stunde.

DVB ab Android 3.1

Digitaler Fernsehempfang ist erst seit Android 3.1 möglich. Benutzen Sie ein Gerät mit Version 2.3 funktionieren also die hier getesteten DVB-T-Adapter nicht. Die Geräte EyeTV micro, Equinux Tizi und iCube Tivizen pico setzen sogar Android 4.0 als Version voraus. Lediglich der Elecom-Adapter arbeitet auch mit Honeycomb-Tablets ab Android 3.1.

Equinux Tizi

Der nächste Kandidat namens tizi [3] kommt von der Firma Equinox. Das kleine Böxchen mit den Maßen 5x9 Zentimeter enthält neben dem DVB-T-Empfänger ein WLAN-Modul. Letzteres arbeitet als Hot-Spot, an dem sich die Geräte anmelden, die darüber das TV-Signal empfangen möchten. Gegenüber der Dongle-Lösung hat diese Variante gleich mehrere Vorteile. Zum einen hängt am Tablet oder Smartphone kein lästiges Zusatzgerät, zum anderen erlaubt es die Box, sie problemlos an der Stelle mit dem besten Empfang zu positionieren. Der Nachteil ist natürlich, dass es ein weiteres Gerät zu laden gilt.


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