Samsung Galaxy S II mit eigenem Kernel

Mein SGS2

03.09.2012

Der Kernel ist das Herzstück jedes Android-Systems und bietet die maximale Kontrolle über das Gerät. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie ihr Samsung Galaxy S II mit einem alternativen Kernel aus- und aufrüsten.

Eine schnelle und einfache Variante, noch etwas mehr aus seinem Galaxy S2 heraus zu holen besteht darin, das Handy mit einem eigenen Kernel zu flashen. Hierbei wird ein neuer Linux-Kernel auf das Gerät geschrieben. Dieser "Custom Kernel" basiert auf dem offiziellen Source Code von Samsung, bietet aber im Vergleich zum Samsung-Kernel deutlich mehr Einstellungsmöglichkeiten. Der Artikel beschreibt im Folgenden, wie Sie den Thoravukk-Kernel installieren. Es gibt aber auch zahlreiche weitere alternative Kernel für das SGS2. Bevor wir zum eigentlichen How-To kommen, hier zunächst eine Übersicht über die zentralen Vor- und Nachteile eines Custom Kernels.

WARNUNG!

Auch wenn die meisten Custom Kernels für das Galaxy S II auf den Software-Quellen von Samsung basieren, verlieren Sie mit der Installation eines alternativen Kernels die Garantie von Samsung. Wagen Sie sich deshalb nur dann an die Installation, wenn Sie genau wissen, was Sie tun. An dieser Stelle sollten wir auch noch erwähnen, dass man mit dem Flashen eines Custom Kernels automatisch Root-Zugriff auf das Gerät erhält. Dies ist bei den meisten Custom Kerneln implementiert und in der Szene selbstverständlich. Die Kernel-App braucht Root Zugriff, um im Verzeichnis /sys Dateien so zu ändern, dass diese Ihren gewünschten Einstellungen entsprechen.

An der CPU drehen

Fangen wir mit dem Über- und Untertakten an. Als Übertakten wird das Betreiben von Prozessoren oder anderer Hardware-Komponenten mit einer Taktfrequenz oberhalb der normalen Hersteller-Spezifikation bezeichnet. Das Ziel besteht dabei darin, eine höhere Rechenleistung zu erzielen. Das Gegenteil hierzu ist das Untertakten: es dient als Energiesparmaßnahme oder dazu, eine längere CPU-Lebensdauer zu erzielen. Die modifizierten Kernel des Samsung Galaxy S II lassen sich bis maximal 1600 MHz takten. (Die Standard-Taktrate des Samsung Galaxy S II beträgt 1,2 GHz.)

Je nach Kernel stehen mehr oder weniger Frequenzen zur Auswahl. Es gibt auch die Option, eine der beiden CPUs dauerhaft zu deaktivieren. Damit lässt sich auch etwas Strom sparen. Natürlich kann man auch die GPU (den Grafikprozessor) über- bzw. untertakten. Auch hierfür bieten die meisten Kernel-Apps die richtige Einstellung, für jeden User ganz individuell.

Abbildung 1: Mit einem Custom Kernel bestimmen Sie selbst, wann die CPU wie schnell arbeiten darf.

Auch die Option den I/O-Scheduler zu wechseln gibt es. Der I/O-Scheduler verwaltet die Input / Output Zugriffe der Anwendungen und dient zur Organisation der Reihenfolge von Zugriffen. Je nach Scheduler versucht das System einen höheren Datendurchsatz oder niedrigere Zugriffszeiten zu erreichen bzw. sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis App-Zugriffen auf den Flash-Speicher. Fortgeschrittene Nutzer können zudem an der Ladespannung drehen, um den Akku durch eine höhere Spannung zum Beispiel im Auto schneller zu Laden.

Abbildung 2: Das richtige Übertakten und Untertakten ist eine Kunst für sich.

Display einstellen

Sie haben eine Schutzfolie auf dem Display und finden, dass der Touchscreen schlecht reagiert, der Browser stockend scrollt? Auch hierfür halten die meisten Custom Kernel eine Lösung bereit. Stellen Sie einfach mit der zugehörigen Kernel-App die Sensitivität des Touchscreens ein. Auch Änderungen der Blau/Rot-Sättigung sowie der Helligkeit inklusive Gammakorrektur sind möglich. Die Fehlkonfiguration der Farben und der Gamma-Werte ist in den meisten Custom Kerneln so angepasst, dass die Farben intensiver wirken und der bei praktisch allen Geräten vorhandene leichte Gelbstich wegfällt.

Abbildung 3: Auch die Einstellungen des OLED-Displays lassen sich bequem per Android-App ändern.

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