Check-In-Apps für Android

Schon eingecheckt?

01.06.2012

Location Check-In Tools sind Apps, die entweder automatisch oder manuell speichern, an welchem Ort man sich befindet oder wo man sich schon einmal aufgehalten hat. Wozu diese Apps gut sind, erklärt der folgende Artikel.

Während man sich früher am Wochenende noch telefonisch zur Disco oder zu einem Bierchen verabredete, teilt man im Web-2.0-Zeitalter den Freunden per Check-In-Tool bzw. Social Network mit, wo man sich gerade aufhält oder welche Kneipe man besonders toll findet. Mit dem Check-In am Flughafen, hat das reichlich wenig tun, lediglich den Namen hat man sich dort abgeschaut. Zudem gibt es bei einigen Apps Punkte und Verdienste, wenn man möglichst oft an einem Ort eincheckt. Inhaber von Geschäften und Gaststätten können zudem Rabatte und Aktionen gewähren, was für einen zusätzlichen Check-In-Reiz sorgt. In diesem Artikel stellen wir Ihnen einige bekannte Check-In-Apps für Android vor und zeigen Alternativen.

Im Feuer der Kritik

Check-In-Dienste standen vor allem zu Beginn ihrer Tätigkeit 2010 und 2011 unter starker Kritik. Zum einen ging es um die Sicherheit der vor allem weiblichen Nutzer, die sich für alle offensichtlich allein an bestimmten Orten aufhielten und sich dort einloggten. Es wurde behauptet, dass sie sich so freiwillig Straftätern ausliefern und ihnen direkt auch noch die Ortsangabe mitliefern wo sie sich aufhalten. Zum anderen um die Sicherheit der Wohnungen und Häuser, wenn sich ihre Bewohner woanders aufhielten und ihren genauen Standort in Echtzeit ins Netz übertrugen und so Einbrechern die Möglichkeit geben Häuser auszuräumen. Zwar sind beide Kritikpunkte generell berechtigt, aber nun nach einer längeren Einsatzphase der Apps zeichnet sich kein Trend ab, dass die Apps nachweislich zur Unsicherheit von weiblichen Nutzern und unbeaufsichtigten Wohnungen beitragen. Im Gegenteil – User haben die Kompetenzen entwickelt, gezielt zu teilen, Check-Ins auch mal nur für Freunde zugänglich zu machen oder sich nur zusammen mit anderen einzuloggen.

Zu den beiden größten Apps gehörten damals noch Foursquare und Gowalla. Es war beinahe schon eine Glaubensfrage, welche der beide Apps man verwendete, unterschieden sie sich stark voneinander. Während Foursquare einen professionellen Eindruck machte, war Gowalla eher als Spiele-App ausgelegt, bei der man durch Logins Items freischalten und Sammeln konnte. Gowalla wurde dann im Dezember 2011 von Facebook aufgekauft und die Erfahrungen und Technologien integrierte Facebook in seine eigene Check-In-Funktion. Foursquare gibt es bis heute.

Facebook Locations

Facebook [1] bietet erst seit dem Jahresende 2011 einen Checkin-Dienst an. Dazu hat man kurzerhand den recht populären Dienst Gowalla aufgekauft und damit einen der großen Anbieter vom Markt genommen. Das Wissen und die Technologien der Firma wurde in den eigenen Dienst integriert. Früher hieß er Facebook "Places" aber von diesem Konzept hat man sich mittlerweile getrennt. Seiten für Locations werden ganz normal über Facebook angelegt und dienen als Check-In.

Abbildung 1: Drückt man auf "Wo bist du?" kann man seinen Ort mit anderen teilen.

Möchte der Betreiber einer Location also Check-Ins in seinem Laden haben, um bekannter zu werden, muss er lediglich eine Fanseite für Locations anlegen und schon können sich alle User dort einloggen und dies auf ihrer Seite teilen und die Location bekannter machen. Facebook hat hier Wert drauf gelegt, dass diese Funktion nicht nur einfach über die Seite möglich ist, sondern auch über die Apps.

Abbildung 2: Daraufhin werden alle verfügbaren Orte in der Nähe aufgelistet.

Wer die offizielle Facebook-App für Android öffnet bekommt die Möglichkeit neben einer Statusmitteilung und einem Foto auch seinen Ort zu veröffentlichen. Das versteckt sich hinter dem Button "Wo bist du". Leider ist es nicht möglich über die App spontan eine neue Location hinzuzufügen. Neben der Check-In-Funktion kann man auch andere Leute zu diesem Log-In hinzufügen, sofern sie dem nicht in ihren Datenschutzeinstellungen widersprochen haben.

Das kann man kritisch sehen, vor allem wenn die User verpasst haben den Check-In Daten zu widersprechen. Diese Funktion spricht aber andererseits auch den Spieltrieb der User an, ihren Check-In möglichst genau zu erfassen und der Umgebung zu zeigen, mit wem sie unterwegs sind.

Google Latutide / Google Plus

Mit Google Latitude aus Google Maps [2] ist auch Google in die Welt der Check-In-Spiele eingestiegen. Latitude selbst gibt es schon länger, allerdings fehlte dem Dienst nicht nur der soziale Charakter, sondern auch die eine bessere Möglichkeit sich einzuchecken. Seit einiger Zeit ist Google Plus nun auch mit Latitude verknüpft und so kann man beide Dienste kombiniert miteinander nutzen. Leider funktioniert dies nicht immer wechselseitig. So werden zwar über Latitude mit Google Plus geteilte Beiträge dort zuverlässig angezeigt, loggt man sich jedoch über die Google-Plus-Seite an einem Ort ein, erscheint der Check-In nicht bei Latitude angezeigt. Um seinen Standort über Latitude zu loggen, öffnet man entweder die App oder das Latitude Icon oder über Google Maps.

Abbildung 3: Latitude bietet ein übersichtlich Aufzählung aller Orte in der Nähe.

Drückt man auf das Symbol mit dem Haken, bekommt man eine Auswahl an gespeicherten Orten, die zum Check-In verfügbar sind. Gibt man oben über die Suche einen Suchbegriff ein, zum Beispiel "Fitness-Studio Blümchenwiese" und dieser Eintrag ist nicht vorhanden, kann man ihn direkt hinzufügen. Man kann als Zuordnung dann entweder seinen aktuellen Standort verwenden, eine genaue Adresse, oder den Marker auf der Karte an den Punkt bewegen, an dem sich das Fitness-Studio befindet.

Abbildung 4: Orte werden in Google Maps angezeigt.

Die so erstellten Orte stehen nur in Latitude zur Verfügung, jedoch nicht über Google Maps. In Latitude kann sie jedoch jeder sehen, der diesen Dienst verwendet. Hier sollte man also vorsichtig sein, welche Daten man von sich oder Dritten Preis gibt. Loggt man sich über Latitude ein, bekommt man für jeden Check-In Punkte und es gibt dazu auch ein Leaderboard, in dem alle Google+-Kontakte, die Latitude nutzen, aufgeführt sind. Obwohl Latitude zu Google gehört, kann an der Übersichtlichkeit und vor allem der Nutzerfreundlichkeit noch stark gearbeitet werden, es sei denn man möchte diesen Dienst komplett in die Hände von Google Plus geben und ihn ausschließlich dort integrieren.

Abbildung 5: Der Check-In über Google Plus sieht ähnlich wie bei Latitude aus.

Ein Check-In bei Google+ [3] funktioniert ähnlich wie bei Facebook. Man erstellt einen neuen Status und fügt dort den Ort hinzu. Anders als bei Facebook kann man hier aber andere Leute nicht zum Check-In hinzufügen.

Stets aktuell

Möchten Sie, dass Ihre engsten Freunde stets wissen sollen, wo Sie sich gerade aufhalten, können Sie Ihren Standort via https://www.google.com/latitude dauerhaft freigeben.


Android User Shop

Einzelne Ausgabe
 
Express-Kauf als PDF
Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Ähnliche Artikel

comments powered by Disqus

Aktuelle Ausgabe

Neueste Artikel

Google Kamera: Neue Kamera-App von Google für alle Android-Geräte ab Version 4.4

Google hat gestern eine neue App in den Play Store eingestellt. Die Google-Kamera-App ist eine Weiterentwicklung der Standard-Kamera-App von Android und ersetzt auf Nexus-Geräten automatisch die bisherige Kamera. Die App lässt sich aber auch auf jedem beliebigen Android-Gerät mit Android 4.4 installieren.

Cal: Any.do Kalender: Schicker Kalender mit Facebook-Anbindung

Gehören Sie zu den 80 Prozent Android-Nutzern, die einfach den vorinstallierten Kalender nutzen oder sind Sie auf der Suche nach einer besseren, vielleicht einfach nur schöneren App? Falls letzteres auf Sie zutrifft, dann sollten Sie sich mal Cal Any.do Kalender anschauen. Dieser Kalender macht sogar Spaß!

Mit F-Secure Freedome VPN sicher per VPN im Internet unterwegs

Mangels ausreichender Datenflatrate benutzen viele Anwender auch im Inland freie WiFi-Hotspots in Cafes, öffentlichen Gebäuden oder vom Nachbarn. Im Ausland ist man durch die mageren Roaming-Pakete fast immer ans WLAN im Hotel gebunden. Doch kann man diesen Netzen vertrauen? Eine Anbindung ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) sorgt für mehr Sicherheit. Wir haben die App von F-Secure getestet.