Im Test: ZTE Light Tab II

Schnelles Spar-Tablet

01.03.2012

ZTE wagt sich mit dem Light Tab 2 das erste Mal unter eigenem Namen auf die europäischen Märkte. Wir haben getestet, ob sich das 1,4 GHz schnelle 7-Zoll-Gerät in seiner Klasse behaupten kann.

Plusminus

+ Günstiger Preis

+ Schneller Prozessor

+ 3G und Telefon-Funktion

- Android 2.3.4

- Magere Software-Ausstattung

ZTE ist kein neuer Player auf dem Android-Spielfeld. Unter dem Namen Base Tab wird das Vorgängermodell des Light Tab bereits seit längerer Zeit erfolgreich in Deutschland von E-Plus vertrieben. Das Light Tab 2 hat mit dem Base Tab jedoch nur die Bildschirmdiagonale gemeinsam. Bei allen anderen Spezifikationen bietet es – zum gleichen Preis – deutlich mehr.

Das Light Tab 2 (alias V9A) liegt gut in der Hand. Die 389 Gramm siedeln das Gerät nicht unter den Leichtgewichten der 7-Zoll-Tablets an, dafür ist die Verarbeitung recht solide. Nachdem wir eines der ersten Tablets testen durften, die in Deutschland im Umlauf sind, wurden wir zudem von chinesischen Schriftzeichen begrüßt – die Umstellung auf Deutsch gestaltet sich jedoch nicht allzu schwierig und sollte in der Serie wegfallen.

Verfügbarkeit

Das Light Tab 2 wird von ZTE vorerst in Deutschland nicht vertrieben, wir rechnen aber damit, dass es eventuell bei einem Mobilfunkprovider unter eigenem Namen auftaucht. Aktuellist das Tablet in Spanien beim Provider Movistar (Telefonica) erhältlich.

Chinesische Bescheidenheit

Die Software-Ausstattung des Light Tab 2 ist funktional, schon fast puritanisch. Das Tablet aus Fernost begnügt sich mit der Smartphone-Android-Version 2.3.4 Gingerbread – von einem Update auf Android 3.0 "Honeycomb" oder 4.0 "Ice Cream Sandwich" ist seitens ZTE noch nichts Konkretes zu hören. Die meisten Apps kommen mit der Auflösung von 1024x600 Pixeln relativ gut klar, einige wirken jedoch sehr pixelig. Ein Update auf Android 4.0 würde dem Tablet sehr gut tun und ZTE könnte der Konkurrenz ein echtes Schnäppchen schlagen.

Abbildung 1: Auf dem ZTE Light Tab 2 läuft die Smartphone-Android-Version 2.3.4 Gingerbread.

Von einem Gerät der 250-Euro-Klasse erwartet man Mittelmaß. Das Light Tab 2 wird diesem Anspruch in vielen Punkten gerecht: Die App-Vorauswahl und die einfache, uninspirierte Gestaltung des Launchers wirken etws zu schlicht. Auch wenn die Konkurrenz in Form von HTC Sense oder Samsung Touchwiz bei der Anpassung von Android zum Teil etwas zu weit gehen, würde dem Tablet etwas mehr Individualität gut tun. Immerhin ist mit Documents To Go auch eine Office-Anwendung mit von der Partie.

Abbildung 2: Tabula Rasa: Der Startbildschirm des Tablets hat für den Benutzer nur wenig in petto.

Spiele sucht man auf dem Tablet vergeblich, der Basis-Musikplayer wie auch die Foto-App sind sehr schlicht gestaltet. Hier sieht man recht schön, dass ZTE bislang in erster Linie als Zulieferer arbeitete, die Software packten dann E-Plus, oder o2 auf die Produkte. Nachdem unser Testgerät ohne Kopfhörer ausgeliefert wurde, konnten wir die Audio-Funktionen nur mit Fremdohrhörern testen. Ergebnis: Im Radioeinsatz kein klanglicher Tiefflug, aber auch kein Aha-Erlebnis; Beim Abspielen von Tracks aus der Musikbibliothek hörte sich der Player hingegen recht blechern an.

Abbildung 3: Der Musikplayer des ZTE Light Tab 2 zeugt von chinesischer Zurückhaltung.

Überdurchschnittlich gut schlägt sich das ZTE-Tablet bei den drahtlosen Netzwerken. Es überträgt Daten per WLAN und HSPA mit 14,4 MBit pro Sekunde – das ist in dieser Preisklasse einmalig. Zudem eignet sich das Tablet auch zum telefonieren, auch hier haben andere Tablets das Nachsehen. Dank des schnellen Prozessors avanciert das Tablet im Handumdrehen zur flinken Surf-Maschine, die man auch aufgrund des kleinen Formats gerne mal unterwegs nutzt.

Die Hardware

Das Gehäuse des Light Tab 2 gefällt durch seine Schlichtheit, nur die Rückenabdeckung stieß auf ein geteiltes Echo, denn sie ist etwas dünn geraten. Auch die Display-Oberfläche fasst sich nicht sehr kratzbeständig an – man sollte also nicht zu grob mit dem Gerät umgehen. Der USB-Anschluß hat uns ebenfalls nicht so gut gefallen, denn er sitzt sehr wackelig – kurz: einen besonders robusten Eindruck macht das Tablet nicht, sollte aber Standard-Ansprüchen genügen.

Abbildung 4: Die App-Vorauswahl auf dem Light Tab 2 ist solide, aber nicht sehr ideenreich.

Der mit 1024x600 Pixeln auflösende kapazitive Touchscreen sorgt für eine ausreichend kontrastreiche Darstellung, bei schrägem Blickwinkel dunkelt er jedoch schnell ab und neigt zu Spiegelungen. Für den schnellen Schnappschuss zwischendurch reicht die 3 Megapixel-Kamera auf der Rückseite völlig aus, für eine Foto-Safari ist sie jedoch ungeeignet – das dürfte potentielle Käufer allerdings weniger abschrecken. Auf der Vorderseite des Gerätes prangt zudem eine 0,3 Megapixel-Webcam für die Unterhaltung zwischendurch. 4 GByte interner Speicherplatz sind in dieser Preisklasse angemessen. Der Speicher lässt sich zudem mit einer MicroSD-Karte um bis zu 32 GByte erweitern. Lobend hervorzuheben ist erneut die Schnelligkeit des Gerätes – der 1,4 GHz-ARMv7-Prozessor führt alle Befehle zügig und zuverlässig aus und der 3400 mAh-Akku versorgt es über einen langen Zeitraum mit Strom.


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