Es muss nicht immer die Standard-App sein. Mit den hier vorgestellten Kamera-Apps schießen Sie je nach Smartphone bessere oder zumindest lustigere Bilder als mit der Haus-Anwendung von Android.
Mit Android 4.0 soll ja alles besser werden, unter anderem auch die Kamera-App, die bislang nicht zu den Stärken von Android gehörte (abgesehen von ein paar herstellerspezifischen Anpassungen). Dieser Artikel stellt Ihnen Roidizer, Retro Camera, HDR Camera und Camera 360 vor, die Ihnen bis zum ICS-Update das Foto-Schießen versüßen sollen.
Wer in den 70er und 80er Jahren groß geworden ist, erinnert sich sicherlich noch an die alten Polaroid Kameras. Diese klobigen Kistchen musste man nur auf das Motiv richten, den Auslöser drücken und schon kam vorne das fertige Foto heraus. Zumindest fast. Es dauerte einen Moment bis der Entwickler seine Wirkung entfaltete und der Grauschleier langsam dem eigentlichen Bild wich. Durch die Schnellentwicklung und den breiten weißen Rand waren Polaroid-Bilder sofort als solche auszumachen. Und genau diese Kultoptik möchte Roidizer [1] wiederbeleben.
Stilecht meldet sich die App mit einer von braunem Leder umgebenen Vorschau. Die Bedienelemente sind auf das Wesentliche reduziert: Über den Knopf mit dem Blitz schaltet man eben jenen ein- oder aus, ein Tipp auf das Vorschaubild stellt das Motiv scharf und der große goldene Schalter schießt schließlich ein Foto.
Ein Tipp auf das fertige Bild öffnet ein Eingabefeld, über das man den unteren, breiteren Rand des virtuellen Fotopapiers beschriften darf. Wem die Schriftart nicht gefällt, kann sich über das Aa-Symbol am linken Seitenrand eine andere aussuchen. Zur Wahl stehen hier allerdings nur magere sechs Stück, die entweder an eine Schreibmaschine oder eine Handschrift erinnern.
Erscheint das Ergebnis zu stark verfremdet, kann man über das Paketsymbol links unten einen anderen Film in die virtuelle Kamera einlegen. Man gelangt dabei zunächst zu einem Regal mit insgesamt neun Schachteln. Jeder der in ihnen enthaltenen Filme erzeugt später einen anderen Farbeffekt. Eine kleine Vorschau auf das Ergebnis holt man hervor, indem man goldenen Schalter am unteren Rand umlegt. Per Wischgeste wechselt man das Sortiment durch. Hat man sich für einen Film entschieden, tippt man einfach sein Paket an.
Ist das Motiv unansehnlich, kehrt der gebogene Pfeil links oben wieder zum Sucher zurück. Andernfalls schickt man das Bild über die Pfeile rechts oben an Freunde beziehungsweise veröffentlicht es in Facebook, Picasa und Co. Alternativ wandert es mit einem Tipp auf das Diskettensymbol in die Bildergalerie. Den weißen Rand um die Fotos wird man übrigens nicht los, bei der echten Polaroid-Kamera konnte man immerhin noch zur Schere greifen. Glücklicherweise gibt es noch den Konkurrenten Retro Camera.
Retro Camera [2] imitiert gleich fünf verschiedene Kameramodelle. Sie alle orientieren sich an realen Vorbildern, tragen aber fiktive Namen. So spielt etwa die Xolaroid 2000 unübersehbar auf die Polaroid-Kameras an. Weitere Paten waren die Lomo, Diana, Hipstamatic und eine asiatische Spielzeugkamera. Eines dieser Modelle wählt man über den Knopf mit dem Kamerasymbol rechts unten. Per Wischgesten blättert man im Angebot hin- und her, about this camera liefert detailliertere Informationen nebst kleinem Vorschaubild.
Hat man sich für eine Kamera per use this camera entschieden, kehrt man wieder zum Sucher zurück. Sein Aussehen hängt vom gewählten Kameramodell ab. So sitzt er bei der Spielzeugkamera in einem quietschblauen Plastikgehäuse, das mit asiatischen Schriftzeichen übersät ist. Die Anordnung der Knöpfe bleibt bei allen Kameramodellen im Wesentlichen gleich, man muss sich folglich nicht immer umgewöhnen.
Kann das Modell sowohl Bunt-, als auch Schwarz-Weiß-Fotos schießen, schaltet man mit dem Regler zur linken Seite zwischen diesen beiden Optionen um. Ein Tipp auf den fetten Shutter-Knopf rechts oben schießt schließlich ein Foto. Hält man ihn etwas länger gedrückt, aktiviert man einen Selbstauslöser. Aus der erscheinenden Liste muss man nur noch die gewünschte Zeitverzögerung auswählen und sich dann möglichst schnell selbst ins Bild setzen.
Das geschossene Foto wandert umgehend in die Bildergalerie, zu der man über den Knopf ganz links unten gelangt. Sieht man hier die Tür der Dunkelkammer, verpasst die App dem Bild gerade noch den letzten Schliff. Wie lange das dauert hängt vom gewählten Kameramodell und der Rechenleistung des eigenen Androiden ab. Die fertigen Bilder hängt Retro Camera stilecht an einer Wäscheleine auf – so mussten früher auch die Bilder in der Hobbydunkelkammer trocknen. Nach einem Tipp auf eines der Fotos darf man es via share print auf einer virtuellen Postkarte per E-Mail versenden, auf Facebook veröffentlichen oder an Twitter weiterleiten. Bei Nichtgefallen löscht delete print den Schnappschuss.
Retro Camera gibt es übrigens auch in einer kommerziellen Fassung namens Retro Camera Plus. Gegen einen Unkostenbeitrag von 2,49 Euro blendet sie anstelle des Werbebanners eine Wasserwaage respektive Informationen zum geschossenen Bild ein.
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